Uwe Bogen

Veranstalter verstärken Hitzeschutz

Der Kessel kocht: Bis zu 40 Grad am Wochenende – Stadt warnt, Festivals reagieren

24. Juni 2026

Festivalfieber bei Rekordtemperaturen: Stuttgart erwartet am Wochenende bis zu 40 Grad. Die Stadt mahnt zur Vorsicht, das Kessel-Festival und das Zubrovka-Festival reagieren mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Sogar eine  „Hitzestreife“ ist unterwegs. Ganz wichtig: trinken, trinken, trinken!

Top-Act beim Kesselfestival: Nina Chuba. Foto: Veranstalter

Daheim bleiben, in den kühlen Keller flüchten oder doch die Highlights des Wochenendes genießen? Vor dieser Frage dürften angesichts der angekündigten Rekordhitze mit Temperaturen von bis zu 40 Grad viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter stehen.

Wer bereits Tickets gekauft hat – das Zubrovka-Festival im Schlossgarten im Biergarten von Sonja Merz ist für Samstag ausverkauft, das Kessel Festival mit Top-Act Nina Chuba steht für Freitag kurz davor –, wird sich vermutlich nicht von der Hitze abschrecken lassen. Schließlich will ein Schwabe, dass sich das investierte Geld auch lohnt.

Kessel-Festival baut Hitzeschutz massiv aus

Die gute Nachricht für alle Besucherinnen und Besucher: Die Veranstalter haben in den vergangenen Tagen ihre Hitzeschutzkonzepte deutlich ausgeweitet. Hinter den Kulissen gab es zahlreiche Abstimmungsrunden mit Behörden, Rettungsdiensten und Sicherheitskräften. In mehreren Sondersitzungen wurden zusätzliche Maßnahmen entwickelt, um die Gesundheit der Gäste zu schützen und den Festivalbesuch trotz der extremen Temperaturen so angenehm wie möglich zu machen.

Der Kessel kocht. Müsste eigentlich für eine Großveranstaltung passen, die Kesselfestival heißt und am Freitag und Samstag pünktlich zu den Höchsttemperaturen auf dem Cannstatter Wasen stattfindet.

Mit heißen Festivaltagen haben die Veranstalter bereits in den Vorjahren Erfahrung gesammelt. Doch angesichts der außergewöhnlichen Wetterlage legen sie beim Hitzeschutz noch einmal nach – und zwar deutlich. Mehr Wasser, mehr Schatten, mehr Helfer: Das Festival rüstet sich für ein Wochenende am Limit.

„Wir treffen zahlreiche Maßnahmen, damit alle die  Hitze ertragen“, sagt Veranstalter Christian Doll gegenüber EchtStuttgart.

Beste Stimmung beim Kesselfestival 2025. Foto: Veranstalter

Mehrere Trinkwasserstellen, Schattenplätze mit Sonnenschirmen, Sonnencremespender, zahlreiche Gastronomiestände sowie Bühnenwasser für den Bühnengraben gehören zum Konzept. Besucherinnen und Besucher  dürfen zudem Wasserflaschen bis 0,5 Liter auf das Gelände mitbringen. Im Bereich der Hauptbühne sind ausschließlich PET-Flaschen bis 0,5 Liter, Plastik- oder Pappbecher bis 0,5 Liter sowie Trinkbeutel aus Kunststoff erlaubt.

Wegen der extremen Wetterprognosen geht  das Konzept aber noch weiter. Geplant sind zusätzliche Trinkwasserstellen auf dem Festivalgelände, deutlich mehr Schattenspender und Sonnenschirme sowie ein verstärkter Sanitätsdienst. Zusätzlich werden weitere Sanitätsstreifen unterwegs sein, um Besucher bei gesundheitlichen Problemen schnell zu versorgen.

Auf dem Wasen ist eine „Hitze-Streife“ unterwegs

Auch das Awareness-Team wird als mobile „Hitze-Streife“ eingesetzt. Zudem werden Wassersprinkler aufgebaut, die für Abkühlung sorgen sollen. An der Hauptbühne werden weitere Wasserschläuche installiert, um die Versorgung im Bühnengraben sicherzustellen.

„Der Freitag mit Nina Chuba steht kurz vor ausverkauft“, sagt Christian Doll. „Aber noch sind alle Kategorien erhältlich.“

Rave im Park: Nach der Premiere im vergangenen Jahr im Biergarten von Sonja Merz im Schlossgarten gibt es die Fortsetzung an zwei Tagen im Juni. Foto: Uwe Bogen

Auch Zubrovka-Festival reagiert

Auch das Zubroska-House-Festival, das am Wochenende als Open-Air-Veranstaltung im Schlossgarten stattfindet, reagiert auf die außergewöhnliche Wetterlage.

„Wir sind dabei, das gesamte Gelände mit Sprinkleranlagen auszustatten“, sagt Veranstalter Denic Gugac. Ziel sei es, den Besucherinnen und Besuchern des House-Festivals mit internationalen DJs trotz der extremen Temperaturen möglichst viele Möglichkeiten zur Abkühlung zu bieten.

Gesundheitsamt warnt vor Tropennächten

Das Gesundheitsamt Stuttgart schlägt angesichts der anhaltenden Hitze erneut Alarm. Neben den hohen Tageswerten seien vor allem die Tropennächte problematisch, in denen die Temperaturen nicht mehr unter 20 Grad sinken.

Andrea Oliva spielt in diesem Jahr beim Zubrovka House Festival. Foto: Oliva

„Neben den hohen Temperaturen tagsüber sind besonders sogenannte Tropennächte belastend, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken. Dann kann sich der Körper von der Tageshitze kaum erholen“, erklärt Gesundheitsamtsleiter Prof. Stefan Ehehalt.

Die Folgen können Kreislaufprobleme, Dehydrierung und andere hitzebedingte Erkrankungen sein. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sowie Menschen, die im Freien arbeiten.

Stadt ruft zu Vorsicht und gegenseitiger Hilfe auf

Die Stadt empfiehlt, ausreichend Wasser zu trinken, körperliche Anstrengungen möglichst auf die Morgen- und Abendstunden zu verlegen und die direkte Mittagssonne zu meiden. Wohnräume sollten tagsüber abgedunkelt und nachts gelüftet werden.

Besonders wichtig sei jetzt gegenseitige Aufmerksamkeit. Die Stadt bittet Bürgerinnen und Bürger, auf ältere Nachbarn, alleinlebende Menschen und andere gefährdete Personen zu achten.

Was EchtStuttgart empfiehlt

Den Festivalbesuchern empfiehlt EchtStuttgart: Macht es wie die Profis bei der Fußball-WM! Macht regelmäßig Trinkpausen! Wasser marsch, muss die Devise lauten, Wasser marsch in den Mund. Dann klappt es auch mit dem Festivalspaß. Dann könnt ihr das Festivalwochenendde im kochen Kessel in voller Zügen genieße



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