Phil Hagebölling

Lob der Woche

Mehr als Fußball: Wie vorbildlich die VfB-Stiftung in Stuttgart wirkt

3. April 2026

Die Kirche lockt kaum noch Massen – ein Fußballverein wie der VfB Stuttgart dagegen schon. Mit seiner Stiftung übernimmt er Verantwortung und zeigt, dass der Brustring der Herzen den Zusammenhalt in der gesamten Stadt stärken kann. Unser Lob der Woche. 

Die Ausstellung zum 100. Geburtstag des VfB-Brustrings geht noch bis zum 10. Mai im Stuttgarter Schauspielhaus. Foto: Klaus Schnaidt

Fußball ist Leidenschaft, Emotion – und beim VfB Stuttgart auch gesellschaftliche Verantwortung. Mit seiner 2023 gegründeten VfB-Stiftung engagiert sich der Traditionsverein gezielt für soziale Projekte in Stuttgart und der Region. Der Club will seine große Strahlkraft nutzen, um Menschen zu unterstützen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken.

VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle beschreibt die Rolle des Vereins bewusst größer als den Sport: Der VfB verstehe sich als „Motor einer ganzen Region“, der zu einem nachhaltigen und offenen Miteinander beitragen wolle.

Das rote VfB-Band auf der Scheibe des Schauspielhauses. Foto: Klaus Schnaidt

Die Stiftung fördert soziale Projekte in Stuttgart und Umgebung, insbesondere in den Bereichen Inklusion, Gesundheit, Bildung sowie für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dabei konzentriert sich der Verein auf mehrere zentrale Projekte:

  • PFIFF – Projekt für inklusive Fußball-Förderung: Hier werden Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam im Fußball gefördert.
  • Nachsorgeklinik Tannheim: Die Klinik unterstützt Familien mit Kindern, die eine Krebs- oder Herzkrankheit überstanden haben, bei der Rückkehr in den Alltag.
  • VfB-Lernzentrum: Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler, die über den Fußball gesellschaftliche Themen wie Demokratie, Respekt und Vielfalt vermitteln.
  • Vesperkirche Stuttgart: Ein wichtiges Projekt für Menschen, die Unterstützung brauchen – mit warmen Mahlzeiten, Beratung und Begegnung.

Mit diesen Initiativen will der VfB besonders diejenigen erreichen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Ein Verein mit Strahlkraft

„Der VfB ist ein Club, der viel mehr zu bieten hat als Geld“, sagte der ARD-Reporter Tom Bartels  über den Verein. Dieser Gedanke passte auch zu einem besonderen Abend mitten in der Stadt: Rund 150 Gäste aus Kultur, Wirtschaft, Sport und Politik kamen am Eckensee zusammen, um im Schauspiel Stuttgart die Ausstellung „Ein Brustring schreibt Geschichte – 100 Jahre Brustring“ zu eröffnen.

Noch bis 10. Mai erzählt die Schau dort die Geschichte des roten Rings auf dem VfB-Trikot – eines Symbols, das längst mehr bedeutet als sportlichen Erfolg.

Foto: Klaus Schnaidt

In seiner Rede blickte VfB-Chef Alexander Wehrle weit über das Spielfeld hinaus. In einer Zeit, „in der ein Riss durch unsere Gesellschaft geht“, sei es wichtig, Haltung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Der VfB wolle seinen Teil dazu beitragen. Sehr gur, wie Wehrle das macht. Beim Stuttgarter CSD war er Schirmherr, tritt für Vielfalt und Toleranz ein, führt vor, dass ein Verein, dem die Massen folgen, seiner Verantwortung gerecht wird.

Unter dem Leitgedanken „VfBfairplay für alle“ setzt die Stiftung  auf gegenseitigen Respekt, auf Solidarität mit allen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Der Brustring – seit fast 100 Jahren das Markenzeichen des Vereins – steht symbolisch dafür. Er umschließt das Herz. Für den VfB bedeutet das: Mut, Zusammenhalt und Verantwortung – im Stadion und darüber hinaus. ❤️⚽

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