Patrick Mikolaj

Stuttgarter Kunstmuseum

Eine Kunstsammlung geht auf Wanderschaft

9. April 2026

Mit einem Bündel an Sonderausstellungen kündigt sich ein Wandel im Kunstmuseum am Schlossplatz an. Nach einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte steht die städtische Galerie vor einem Neustart – inklusive Makeover. Was genau geplant ist.

Das Kunstmuseum ist nur noch bis Sonntag geöffnet - dann beginnt die monatelange Sanierung. Foto: Patrick Mikloaj

Abschied auf Zeit

Noch einmal durch die weitläufigen Ausstellungsräume schlendern, ein letzter Blick auf vertraute Werke – und vielleicht auch ein paar neue Entdeckungen machen. Wer das Kunstmuseum Stuttgart am Schlossplatz liebt, sollte sich beeilen: Nur noch bis Sonntag, den 12. April, ist die Sammlung in ihrer bisherigen Form zugänglich, bevor sich die Türen für eine längere Pause schließen.

Aktuell laufen mehrere Ausstellungen parallel, die das Haus noch einmal in seiner ganzen Bandbreite zeigen. So erhalten mit der Ausstellung „20 Jahre Frischzelle“ beispielsweise junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region noch einmal die Möglichkeit, ihre Werke im Kunstmuseum einem breiten Publikum zu präsentieren.

Mehr als nur ein Glaskubus

Der markante Glaskubus an der Königstraße ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Lediglich ein kleiner Teil der Ausstellungsfläche befindet sich oberirdisch, der Großteil liegt verborgen unter dem Kleinen Schlossplatz. Dort wurden ehemalige Tunnelröhren des früheren Planie-Autotunnels – ein Beton-Verkehrsbauwerk aus den 1960er-Jahren – zu Ausstellungsräumen umgebaut – ein architektonisches Detail, das dem Museum bis heute eine besondere Atmosphäre verleiht.

Die neue Ausstellung des dann geschlossenen Kunstmuseums wird am 18. April im Kunstgebäude eröffnet. Foto. Patrick Mikolaj

Rückkehr ins Kunstgebäude

Das Kunstmuseum, wie man es heute kennt, wurde 2005 eröffnet. Zuvor war die städtische Sammlung ab 1961 im benachbarten Kunstgebäude untergebracht – dorthin kehrt sie nun vorübergehend zurück.

Grund hierfür sind umfangreiche Sanierungsarbeiten im Museumsbau, die nach mehr als 20 Jahren Dauerbetrieb dringend notwendig geworden sind. Nach dem letzten Ausstellungstag im Glaskubus beginnt der große Umzug: Werke aus der Sammlung und der Dauerausstellung werden sorgfältig verpackt und in Depots gebracht. Anfang Mai erfolgt die Übergabe des Gebäudes an das Hochbauamt.

Technische Frischzellenkur

Was folgt, ist mehr als ein kosmetischer Eingriff: Das Kunstmuseum bekommt eine umfassende technische Frischzellenkur. Beleuchtung, Steuerungssysteme und Sicherheitstechnik werden auf den neuesten Stand gebracht. Vor allem beim Thema Energieeffizienz hat sich seit der Eröffnung 2005 einiges getan. Auch die Entwässerung des Kleinen Schlossplatzes, die durch Teile des Gebäudes verläuft, wird dabei überarbeitet. Kurzum: Der Kubus wird einmal gründlich auf links gedreht.

 

Märchen trifft Gegenwartskunst

Damit die städtische Kunstsammlung für die Dauer der Sanierungsarbeiten zumindest in Teilen sichtbar bleibt, eröffnet bereits am 18. April die Ausstellung „Das kalte Herz“ im Kunstgebäude am anderen Ende des Schloßplatzes. In den Ausstellungsräumen unter der von einem goldenen Hirsch gekrönten Kuppel steht dabei ein Stoff im Zentrum, der tief in der Region verwurzelt ist: Wilhelm Hauffs gleichnamiges Märchen wird dort in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst gesetzt.

Neustart mit neuem Konzept

Die Wiedereröffnung des Kunstmuseums ist für das erste Quartal 2027 geplant – dann allerdings mit einem deutlich veränderten Auftritt. Die Sammlung wird komplett neu präsentiert, mit frischem Konzept und neuen Zusammenhängen. Wenn das Kunstmuseum zurückkehrt, dürfte es sich fast wie ein neues Haus anfühlen – same same but different. Wir sind gespannt.

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