Conny Mertz

Stuttgart ist Kult-Hauptstadt

Mit Handtuch zum Towel Day ins Planetarium: Rekord-Versuch am galaktischen Feiertag

19. Mai 2026

Es ist das Kultbuch der Boomer: „Per Anhalter durch die Galaxis“. Dessen Autor Douglas Adams wird stets am 25. Mai geehrt – die Fans tragen dann Handtuch, weil das im Roman eine Rolle spielt. Ein Stuttgarter ist Towel-Day-Ambassador Europe: Oliver Krimmel startet im Planetarium einen Rekord-Versuch. 

Der Stuttgarter Künstler, Buchautor und Art-Director Oliver Oak Krimmel ist der offizielle Towel-Day-Ambassador Europe. Foto: Krimmel

Zwischen Weltknuddeltag und Katzentag sticht ein kurioser Feiertag heraus: der Towel Day hat längst Kultstatus erreicht. Jedes Jahr am 25. Mai ziehen Fans des Autors Douglas Adams mit Handtüchern durch den Alltag — als Hommage an den Autor von „Per Anhalter durch die Galaxis“, des 1979 erschienen Kultbuchs der Boomer. Eine besondere Rolle spielt dabei der Kessel: Der Stuttgarter Künstler, Buchautor und Art-Director  Oliver Oak Krimmel ist offizieller Towel-Day-Ambassador für Europa.

Seit 2001, seit dem Jahr, in dem Adams mit gerade mal 49 Jahren in einem Fitnessstudio nach einem Herzinfarkt starb,  erinnern Fans weltweit an den britischen Schriftsteller, dessen Werke längst mehr sind als nur Science-Fiction. Der Towel Day ist Hommage, Insiderwitz und philosophischer Feiertag zugleich — absurd, liebevoll und erstaunlich zeitgemäß.

Bis heute ist Adams aktuell mit „Don’t Panic“

Denn Adams verstand früh, woran unsere Gegenwart heute täglich scheitert: Das Universum ist kompliziert. Technologie wird schneller, Krisen globaler, Informationen chaotischer. Seine Antwort darauf war kein Weltuntergangspathos, sondern ein Satz, der bis heute auf T-Shirts, Kaffeebechern und den Herzen seiner Fans steht: „Don’t Panic.“

Warum ausgerechnet ein Handtuch?

Wer „Per Anhalter durch die Galaxis“ (erschienen 1979) gelesen hat,  weiß: Ein Handtuch ist laut dem intergalaktischen Reiseführer der nützlichste Gegenstand überhaupt. Man kann sich darin wärmen, darauf schlafen, Segel daraus machen — oder allein durch seinen Besitz Kompetenz vortäuschen.

Genau deshalb tragen Fans am 25. Mai demonstrativ ein Handtuch mit sich herum: als augenzwinkernde Erinnerung daran, dass man selbst im größten kosmischen Chaos Haltung bewahren kann.

Und vielleicht wirkt diese Idee heute sogar aktueller als in den 1980er Jahren, als  Douglas Adams seine Geschichten schrieb. Zwischen KI-Debatten, Klimakrise, Dauererreichbarkeit und digitaler Überforderung erscheint sein Humor plötzlich wie eine Überlebensstrategie: intelligent, gelassen und nie ohne Ironie.

Rekord-Versuch:  Wie viele Handtücher bringt Stuttgart zusammen? 

Auch in Stuttgart wird der Towel Day in diesem Jahr zelebriert — und zwar dort, wo er thematisch perfekt aufgehoben ist: im Planetarium .

Am 25. Mai um 18 Uhr beginnt dort eine besondere Veranstaltung unter der Sternenkuppel. Eröffnet wird der Abend von Oliver Oak Krimmel, dem offiziellen Towel-Day-Ambassador Europe. Anschließend liest Götz Schneyder aus „Per Anhalter durch die Galaxis“, begleitet von live projizierten Weltraumvisuals.

Der Eintritt ist frei. Aber, liebe Leserinnen und Leser von EchtStuttgart, vergesst Eure Handtücher  nicht!  Geplant ist ein Rekordversuch  mit möglichst vielen Handtuchträgerinnen und Handtuchträgern.

Damit wird aus einem literarischen Insider-Feiertag ein Abend zwischen Popkultur, Wissenschaft und galaktischem Gemeinschaftsgefühl.

Vom Buch direkt ins All

Dass Douglas Adams weit über die Literatur hinaus Einfluss hatte, zeigt ein kurioses Detail aus der Raumfahrtgeschichte. Selbst Elon Musk,  der alles unternommen hat, damit er nicht mehr der Held unserer Zeit ist, bekannte sich offen als Adams-Fan.

Als SpaceX 2018 einen Tesla Roadster ins All schickte, befanden sich darin nicht nur eine Schaufensterpuppe namens „Starman“, sondern auch eine Ausgabe von The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, ein Handtuch und der Schriftzug „Don’t Panic“.

Der Roadster kreist bis heute auf einer Sonnenumlaufbahn durchs All — inzwischen hunderte Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Ein literarischer Witz, der buchstäblich kosmische Dimensionen angenommen hat.

Ein Feiertag für Optimisten

Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Towel Day: Er feiert nicht Eskapismus, sondern Gelassenheit. Douglas Adams zeigte, dass man die Absurditäten der Welt erkennen kann, ohne daran zu verzweifeln.

Oder, wie es Fans am 25. Mai weltweit demonstrieren: Man muss nicht jede Antwort kennen. Manchmal reicht es schon, das Handtuch dabeizuhaben.

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