Uwe Bogen

Pläne für die Königstraße 47

Dehoga warnt vor Hotel im C&A-Gebäude: „Stuttgart braucht Wohnungen statt Zimmer“

22. Mai 2026

Die Pläne für das  C&A-Gebäude an der Königstraße 47 sorgen für neuen Streit in Stuttgart. Während die überarbeiteten Entwürfe inzwischen politisch Rückenwind erhalten, warnt der Dehoga eindringlich vor einer weiteren Hotelnutzung in der City  – und fordert stattdessen mehr Wohnungen.

Der Dehoga-Kreisvorsitzende Dennis Shipley übt scharfe Kritik an den Hotelplänen für die Königstraße. Foto: privat

Noch mehr Hotelbetten in der angespannten Situation in Stuttgart bei nachlassender  Auslastung? Davor warnt Dennis Shipley eindringlich. Der neue Kreisvorsitzende  des  Deutsche Hotel- und Gaststättenverbands. (Dehoga) übt scharfe  Kritik an den Überlegungen der Stadt zur künftigen Nutzung des C&A- Gebäudes  an der Königstraße 47. Die geplante Hotelnutzung in den oberen Geschossen stößt auf Widerstand.

Shipley erklärt, dass Stuttgart nicht unter einem Mangel an Hotelzimmern leide, sondern vielmehr unter fehlendem Wohnraum. „Stuttgart hat derzeit kein Problem mit zu wenig Hotelzimmern, sondern mit zu wenig Wohnungen“, sagt der Dehoga-Kreisvorsitzende. Gerade in zentraler Lage müsse die Stadt stärker auf Wohnnutzung setzen, um Familien, Studierenden, Auszubildenden und Beschäftigten bezahlbaren Wohnraum zu bieten, so Shipley.

Warnung vor zusätzlichem Druck auf den Hotelmarkt

Neben der wohnungspolitischen Kritik verweist der Dehoga  auf die angespannte Lage auf dem Stuttgarter Hotelmarkt. Die Auslastung sei zuletzt um rund sieben Prozent zurückgegangen, gleichzeitig lägen auch die Zimmerpreise unter dem Vorjahresniveau. Zudem bleibe auch die Nachfrage durch Vorausbuchungen hinter den Erwartungen zurück.

Hinzu komme, dass bereits mehrere neue Hotelprojekte mit hunderten zusätzlichen Zimmern in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen. Eine weitere Ausweitung der Kapazitäten verschärfe aus Sicht des Verbands den Konkurrenzdruck erheblich.

„Wenn in dieser Situation weitere Hotelkapazitäten geschaffen werden, verteilt sich eine ohnehin schwächere Nachfrage auf noch mehr Zimmer“, warnt Dennis Shipley. Die Folgen seien sinkende Auslastung, wachsender Preisdruck und wirtschaftliche Unsicherheit für bestehende Betriebe.

Königstraße 47 als Schlüsselprojekt der Innenstadtentwicklung

Ungeachtet der Kritik entwickelt sich das Projekt Königstraße 47 zu einem zentralen Baustein der Stuttgarter Innenstadtplanung. Das ehemalige C&A-Gebäude soll nicht abgerissen, sondern umfassend umgebaut werden.

Geplant ist ein Nutzungsmix aus Einzelhandel, Gastronomie und möglicherweise Büroflächen im unteren Bereich. In den oberen Etagen steht derzeit vor allem eine Hotelnutzung im Raum. Zusätzlich soll das Dach künftig öffentlich zugänglich gestaltet und begrünt werden.

Gestaltungsbeirat sieht Fortschritte im Entwurf

Die überarbeiteten Pläne wurden vom städtischen Gestaltungsbeirat inzwischen positiv bewertet. Besonders gelobt wurde der sensiblere Umgang mit der bestehenden Architektur. Die ursprünglichen Entwürfe hatten noch vorgesehen, markante Gebäudeteile stärker zu verändern.

Der Bauantrag für das Projekt soll bis Ende 2026 eingereicht werden. Der Umbau könnte 2027 beginnen und etwa zwei Jahre dauern. Voraussetzung ist der Umzug von C&A in eine kleinere Filiale an der Königstraße 5.

AKTUELLES

Social Media