Conny Mertz
Städtischer Tiernotdienst in der Kritik
Tierhilfe Süden erhebt schwere Vorwürfe nach Nilgans-Einsatz im Leonhardsviertel
22. Mai 2026
Im Leonhardsviertel sollen zwei Nilgänse und drei Küken nach einem Einsatz des städtischen Tiernotdienstes getötet worden sein. Die Tierhilfe Süden e.V. kritisiert das Vorgehen scharf und erklärt, Töten dürfe niemals die Lösung sein. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen in der Altstadt.
In der Stuttgarter Altstadt soll es in dieser Woche zu einem umstrittenen Einsatz des Tiernotdienstes gekommen sein. Die Tierhilfe Süden e.V. erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Stuttgart und kritisiert die mutmaßliche Tötung von zwei Nilgänsen und drei Küken. Der Verein erklärt, Töten könne „niemals eine Lösung sein“.
Wie die Tierhilfe Süden in einem emotionalen Beitrag auf Social Media schildert, habe sich der Vorfall vor wenigen Tagen in der Stuttgarter Innenstadt ereignet. Eine Wildgans mit zwei Küken sei orientierungslos auf einer Straße unterwegs gewesen – sie hatten sich wohl verlaufen, weit weg vom Wasser. Zahlreiche Passanten hätten versucht zu helfen und die Tiere in Sicherheit zu bringen. Mehrere Menschen hätten daraufhin die Polizei verständigt. Nach längerer Suche habe man schließlich die Nummer des Tiernotdienstes Stuttgart erhalten.
Passanten wollten die Nilsgänse mit den Küken zusammenführen
Eine Augenzeugin berichtet, die Menschen vor Ort hätten gehofft, dass die Tiere gerettet werden. Man habe Straßen abgesperrt, Fahrzeuge angehalten und gemeinsam versucht, die Gänsefamilie wieder zusammenzuführen. Im Leonhardsviertel habe sich demnach das Partnertier mit einem weiteren Küken befunden.
Laut der Schilderung sei es den Helfern gelungen, beide Elterntiere mit ihren Küken in einen Hinterhof zu bringen. Die Freude darüber sei groß gewesen. Kurz darauf sei schließlich der Tiernotdienst eingetroffen.
Besonders schockiert zeigen sich die Beteiligten über die Aussage einer Polizeibeamtin. Diese habe laut Augenzeugen erklärt: „Das ist eine invasive Art. Wenn wir die jetzt einfangen, dürfen wir sie nicht mehr freisetzen, die werden umgebracht.“
Heftige Diskussionen auf Social Media
Nach Mitteilung der Tierhilfe Süden, die sich auf die Schilderung einer Augenzeugin beruft, die Teampartnerin des Verein sei, hat der Tiernotdienst der Stadt Stuttgart anschließend zwei Nilgänse und ihre drei Küken getötet. Die Helfer vor Ort hätten sich in einer Ausnahmesituation befunden und seien nach eigener Aussage „unter Schock“ gewesen. Man habe gehofft, die Tiere retten zu können, und sich deshalb auf die Behörden verlassen.
Der Verein übt nun deutliche Kritik an der Stadt Stuttgart. Die Tötung der Tiere dürfe keine Lösung sein, heißt es. Zudem stelle sich die Frage, weshalb Tiere, die zuvor von zahlreichen Menschen geschützt worden seien, am Ende durch jene Stelle hätten sterben müssen, von der man Hilfe erwartet habe.
EchtStuttgart hat die Stadt befragt – bis zum Abend keine Antwort
Auch auf Social Media sorgt der Vorfall inzwischen für Diskussionen. Viele Nutzer zeigen sich betroffen und fordern Aufklärung über das Vorgehen des Tiernotdienstes.
EchtStuttgart hat dazu am Freitag Anfragen an die Stadt Stuttgart sowie an das Polizeipräsidium Stuttgart geschickt. Bis zum Abend lagen lagen keine Antworten vor.
AKTUELLES
Bar Wars in Stuttgart: Was einen guten Drink heute ausmacht
Weniger Show, mehr Geschmack: Bei Bar Wars 2.0 im Classic Rock Café zeigt sich, wohin sich die Barkultur bewegt. Acht Bartender aus allen Teilen Deutschlands müssen spontan mixen, schmecken und improvisieren – und ein Stuttgarter verpasst den Sieg nur hauchdünn. Einer der Trends: Ecken und Kanten statt Perfektion.
König Wilhelms Erbe im Belastungstest: Warum Stuttgart den Wasen jetzt braucht
Das 179. Cannstatter Volksfest und das Landwirtschaftliche Hauptfest sorgen auf dem Wasen für ordentlich Vorfreude. Auf der Auftakt-Pressekonferenz in Wilhelmers Schwabenwelt wurde schnell klar: Die Mischung aus Tradition, spannenden Neuheiten und echter Gastfreundschaft macht die kommenden Wochen zu etwas ganz Besonderem.
Hinter den Kulissen von EchtStuttgart: Geschichten, die etwas auslösen
Was verbindet bei EchtStuttgart Redaktion und Leserschaft? Die Liebe zu Stuttgart! Das zeigen viele Themen-Tipps und berührende Rückmeldungen. Dazu: 220.000 Aufrufe, „Prominenz“ beim Friseur, ein Videogruß vom Musicalstar – und unser großes Volksfest-Extra. Viel los bei uns: Wir nehmen Euch mit hinter die Kulissen.

Comedy-Hype in Stuttgart: Neuer Club von EMMVEE und Fabi Rommel vor dem Start heiß begehrt
Noch bevor im Marquardt-Keller der erste Gag zündet, sorgt der Vorverkauf mächtig für Wirbel. Der Comedy-Hype hat Stuttgart erfasst. Am 9. Oktober eröffnet der ELEVEN COMEDY CLUB – und jetzt rätseln EMMVEE und Fabi Rommel auch noch über einen Geist im Keller. In kulturellen Sparzeiten ist der Neustart ein starkes Signal für Stuttgart.