Patrick Mikolaj

Von Rekorden und Blüten

2. April 2026

Wie jedes Jahr ab Ende März zieht es auch jetzt wieder tausende Menschen in den Maurischen Garten der Wilhelma. Sie alle haben ein Ziel: Sie wollen die Magnolienbäume sehen, die dann in voller Blüte stehen.

Nicht nur die maurischen Bauten, die die Gartenanlage umgeben und für die blühenden Bäume eine herrliche Kulisse bilden, locken Besucher in Scharen an. Die schiere Masse an Magnolien, deren Blüten in Reinweiß, Zartrosa oder Purpurrot erstrahlen, ist das besondere Highlight des zoologisch-botanischen Gartens zu dieser Jahreszeit.

Mehr als 70 Bäume bilden den Magnolienhain der Wilhelma, der damit der größte seiner Art nördlich der Alpen ist. Ein Dutzend Exemplare stammt sogar noch aus der Zeit König Wilhelms I., der den Maurischen Garten anlegen ließ. Diese über 160 Jahre alten Magnolienbäume erkennt man an der Form ihrer Äste, die sich bis hinunter auf den Boden neigen.

Die dort zu bestaunenden Bäume gehören zu 18 verschiedenen Magnolienarten. Ist das rosa-weiße Blütenmeer auch eine der Hauptattraktionen der Wilhelma, ist es nicht die einzige rekordverdächtige botanische Besonderheit in der riesigen Parkanlage, die Heimat für mehr als 8.500 verschiedene Pflanzenarten bietet.

2005 wurde eine Titanwurz mit dem passenden Namen „La Diva“ zu einer kleinen Berühmtheit. Diese Pflanzenart blüht nur alle zwei bis drei Jahre und hält diese Blüte dann gerade einmal für zwei Tage. Fünf Jahre lang war „La Diva“ Rekordhalterin des Titels „Größte Blume der Welt“. Der Blütenstand der Titanwurz betrug 2,94 Meter bei einem Umfang von 1,5 Metern.

Wie viele Diven hatte aber auch diese eine unangenehme Seite: Eine Titanwurz verbreitet nämlich einen extrem unangenehmen Geruch nach verwesendem Fleisch. Dieser soll für den Bestäubungsprozess Aaskäfer anlocken.

Weitere Pflanzenarten, für deren Sammlung die Wilhelma bekannt ist, sind Kakteen, Orchideen, Fuchsien, Kamelien und vor allem Azaleen. Von Letzteren besitzt der botanische Garten eine der größten Sammlungen Deutschlands. Einige der Azaleen stammen noch aus den Anfangszeiten der Wilhelma und sind somit bereits über 160 Jahre alt.

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