Wihelma meldet Artenschutz-Erfolg
Große Ohren, gestreifte Beine und ein ganz besonderer Name: In der Stuttgarter Wilhelma ist Somali-Wildesel Shakira zur Welt gekommen. Das kleine Fohlen erkundet inzwischen gemeinsam mit seiner Mutter die Anlage. Für den Artenschutz gilt die Geburt als ein wichtiger Erfolg.
Die Wilhelma in Stuttgart freut sich über seltenen Nachwuchs: Am 19. September wurde im Zoologisch-Botanischen Garten ein weibliches Somali-Wildesel-Fohlen geboren. Die kleine Shakira ist nicht nur ein neuer Publikumsliebling, sondern auch ein wichtiger Hoffnungsträger für eine der am stärksten bedrohten Tierarten der Welt.
Mit ihren langen Ohren, den markanten schwarz-weiß gestreiften Beinen und noch etwas unsicheren Schritten zieht Shakira die Blicke auf sich. Das junge Wildesel-Weibchen hat seine ersten Lebenswochen gut gemeistert und ist mittlerweile gemeinsam mit seiner Mutter Sina wieder auf der Außenanlage zu sehen.
Für das Team der Wilhelma war die Geburt ein besonderer Moment. Die 17 Jahre alte Stute Sina brachte ihr Fohlen im Beisein ihrer Artgenossinnen zur Welt – ganz ohne Komplikationen.
„Unsere Stute Sina hat ihr Fohlen im Beisein ihrer Artgenossinnen auf der Außenanlage zur Welt gebracht. Die Geburt verlief problemlos und die Kleine stand schon bald auf ihren Beinen“, berichtet Daniel Wenning, Leiter des Reviers für Afrikanische Huftiere.
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Damit Mutter und Nachwuchs in Ruhe zueinanderfinden konnten, verbrachten die beiden zunächst einige Tage in einem geschützten Bereich hinter den Kulissen. Inzwischen sind Sina und Shakira wieder mit den anderen Wildesel-Weibchen vereint.
Neben Shakira und ihrer Mutter Sina leben drei weitere Somali-Wildesel-Stuten in der Wilhelma: die 30 Jahre alte Shebili, die 24-jährige Sarina und die neunjährige Afia.
Der Vater des Fohlens heißt Norbert und ist sieben Jahre alt. Er hält sich überwiegend auf dem Tennhof auf, einer nicht öffentlich zugänglichen Außenstelle der Wilhelma.
Dass der Hengst getrennt von den Weibchen lebt, hat einen natürlichen Hintergrund. Anders als viele andere Pferdeartige bilden Somali-Wildesel keine dauerhaft festen Herden.
„Weibchen können sich mit ihren Jungtieren zu kleinen Gruppen zusammenschließen, wobei die engste und stabilste soziale Bindung zwischen Mutter und Nachwuchs besteht“, erklärt Wilhelma-Kuratorin Dr. Ulrike Rademacher.
Erwachsene Hengste leben dagegen meist als Einzelgänger und suchen vor allem zur Fortpflanzung den Kontakt zu den Weibchen
So niedlich Shakira auch aussieht, ihre Geburt hat einen ernsten Hintergrund. Somali-Wildesel sind in ihrem natürlichen Lebensraum hochgradig vom Aussterben bedroht.
Die Tiere kommen heute in freier Wildbahn nur noch in Teilen Äthiopiens und Eritreas vor. Sie gehören zu den Unterarten des Afrikanischen Wildesels, von dem auch unsere heutigen Hausesel abstammen.
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Afrikanischen Wildesel als „Critically Endangered“ ein – die höchste Gefährdungsstufe vor dem Aussterben in freier Wildbahn.
Zu den größten Bedrohungen zählen Wilderei sowie die Konkurrenz mit Menschen und Nutztieren um Wasser und Nahrung. Der Klimawandel verschärft diese Situation zusätzlich.
Damit Somali-Wildesel langfristig überleben können, spielt die Erhaltungszucht in zoologischen Einrichtungen eine wichtige Rolle.
Die Wilhelma beteiligt sich bereits seit 1980 an der koordinierten Zucht der seltenen Tiere. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) arbeiten Zoos gemeinsam daran, eine genetisch vielfältige und langfristig stabile Population aufzubauen.
Jedes neugeborene Fohlen ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Schutz der bedrohten Art.
Für Besucherinnen und Besucher der Wilhelma gibt es mit Shakira nun einen weiteren Grund, die Anlage der Somali-Wildesel zu besuchen. Dort kann das Fohlen an der Seite seiner Mutter die Umgebung erkunden und Schritt für Schritt selbstständiger werden.
Die kleine Shakira steht dabei für weit mehr als niedlichen Tiernachwuchs: Ihre Geburt zeigt laut Wilhellma, „wie wichtig die Arbeit zoologischer Einrichtungen für den Erhalt bedrohter Arten ist“.
Und ganz nebenbei dürfte das junge Wildesel-Mädel mit seinen großen Ohren und den auffällig gestreiften Beinen noch viele Herzen in Stuttgart erobern.
Als Podcasterin wird sie viel gehört. Mit „Klartext – Die Wahrheit über Fehler und Mythen in der Hundeerziehung“, den die gebürtige Stuttgarterin mit dem Hundepsychologen Adam Höpfl produziert, ist sie regelmäßig in den Top 20 der meistgehörten Tierpodcasts Deutschlands vertreten. Klare Worte, Tiefgang, Witz und Verständlichkeit sind dabei ihr Markenzeichen. Viele Jahre arbeitete Conny Mertz als Radiomoderatorin, Journalistin und Nachrichtenredakteurin. Ein Berufsalltag geprägt von Stress, wechselnden Schichten, Zeitdruck – sie weiß aus eigener Erfahrung, wie man mit Druck umgeht und handlungsfähig bleibt. Dieses Wissen gibt sie heute weiter: als ausgebildete Reittherapeutin, vor allem an Kinder. Ihr Fundament ist die Musik. An der Musikhochschule Stuttgart studierte sie Klavier und Rhythmik und schloss ihr Studium als Diplom-Musikpädagogin ab. Das geschulte Hören, das feine Gespür für Takt und Zwischentöne prägen ihre Arbeit.
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