Patrick Mikolaj
Von Ausland & Reich
7. Februar 2026
Zur NS-Zeit erhielten verschiedene Städte einen sogenannten Ehrentitel. Stuttgart wurde 1936 zur Stadt der Auslandsdeutschen ernannt. Vor allem das bereits 1917 gegründete Deutsche Auslands-Institut mit Sitz im Haus des Deutschtums – dem Alten Waisenhaus am Charlottenplatz – wurde hierfür zweckentfremdet. Das Institut wurde ursprünglich gegründet, um das Leben der sich im Ausland befindlichen deutschen Volksgruppen zu dokumentieren und auswanderwilligen
Deutschen beratend zur Seite zu stehen. Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, wurde das Konzept des Instituts komplett umgekrempelt. Fortan lagen seine Aufgaben unter anderem darin, Kontakte zu Organisationen im Ausland zu pflegen, die als „volksdeutsch“ galten. Auch dafür, dass die NS-Propaganda die Auslandsdeutschen erreichte, war das DAI verantwortlich.
Durch seine Vermittlerrolle arbeitete das Institut zudem eng mit der Volksdeutschen Mittelstelle zusammen, zu deren Aufgaben es gehörte, die im Ausland lebenden Deutschen Volksgruppen „Heim ins Reich“ zu holen – also umzusiedeln. Nach dem Ende der NS-Zeit erhielt das Institut die Chance für einen Neuanfang. Als Institut für Auslandsbeziehungen liegen seine Aufgaben heute
unter anderem in der Förderung der Völkerverständigung und darin, für ein positives Auftreten Deutschlands im Ausland zu sorgen.
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