Uwe Bogen

Nach Recherchen von EchtStuttgart

Peter Maffay hilft mit: Radiolegende Rainer Nitschke soll würdevoll verabschiedet werden

17. Juni 2026

Rainer Nitschke hat  über vier Wochen nach seinem Tod noch immer nicht seine letzte Ruhestätte gefunden. Nach dem großen Echo auf Recherchen von EchtStuttgart startet jetzt eine Spendenaktion. Als Peter Maffay davon hörte, sagte er sofort seine Hilfe zu,  damit dieses Trauerspiel endet.

Peter Maffay unterstützt die Spendenaktion für eine würdevolle Ruhestätte von Rainer Nitschke. Foto: Instagram/maffay.de

Die Geschichte von Rainer Nitschke hat viele Menschen bewegt. Nachdem EchtStuttgart exklusiv darüber berichtet hatte, warum der langjährige Radiojournalist und Moderator vier Wochen nach seinem Tod noch immer nicht beigesetzt wurde, erreichten unsere Redaktion zahlreiche Nachrichten von Leserinnen und Lesern, Fans und ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.

Jetzt gibt es eine konkrete Möglichkeit zu helfen: Auf GoFundMe wurde eine Spendenaktion gestartet, um Rainer Nitschke eine würdevolle letzte Ruhestätte in  einem Baumgrab in seiner Heimatstadt Stuttgart zu ermöglichen.

Der gebürtige Stuttgarter war über Jahrzehnte eine der bekanntesten Stimmen des deutschen Radios. Er arbeitete für SDR, SWR, WDR und zuletzt für das Schwarzwaldradio. Am 10. Mai 2026 starb er im Alter von 79 Jahren. Da die Stadt Kehl in dreiwöchiger Suche keine Angehörigen finden konnte, will sie seine  Urne anonym beisetzen.  

 

Die Spendenaktion bei GoFundMe ist am Mittwoch gestartet.

Doch genau das widerspricht dem Wunsch des beliebten Radiomannes. Rainer Nitschke wollte eines Tages in Stuttgart seine letzte Ruhe finden. Diesen Wunsch möchten nun die Journalisten  David Sarkar und Uwe Bogen sowie Jochen Alber, der Geschäftsführer des Dehoga-Verbands Stuttgart, erfüllen – alle drei kannte den Verstorbenen gut. Rainer lebte zuletzt von einer kleinen Rente. Als freier Mitarbeiter war er nie fest angestellt und konnte keine Rücklagen für seine Bestattung bilden.

Die „Stimme des Südens“, wie man ihn einst nannte, lebte zuletzt zurückgezogen in Kehl-Odelshofen – in der Nähe des Schwarzwaldradios,  bei dem er noch eine Woche vor seinem Tod moderiert hat. Auch dieser private Sender will spenden, wie Markus Knoll, der Geschäftsführende  Gesellschafter, sagt. Privat gespendet hat bereits Carola Oldenkott, als Hauptabteilungsleiterin Radio in der Landessenderdirektion die Chefin von SWR 1 und SWR 4.

Die Recherchen von EchtStuttgart haben dafür gesorgt, dass die geplante Bestattung  in einem anonymen Großgrab vorerst nicht stattfindet. Die Stadt Kehl will der Initiative die Chance geben,  Geld aufzubringen.

Für die Aufbewahrung des Verstorbenen für drei Wochen in Kühlräumen eines Bestattungshauses, für die Verbrennung im Krematorium, für den Totenschein des Arztes und die geplante Überführung der Urne nach Stuttgart sind bisher Kosten im Höhe von 5000 Euro entstanden. Die Bestattung in einem Baumgrab in Stuttgart wird etwa 2500 Euro kosten. 

Rainer Nitschke beim Interview mit Freddy Quinn. Foto: privat

Die Initiative für eine würdevolle Beisetzung von Rainer Nitschke freut sich sehr über eine prominente Unterstützung. Peter Maffay ist dabei, da es gilt, Geld zu sammeln. Der Musiker verbindet mit dem Radiomann, der über Jahrzehnte in seiner Heimatstadt Stuttgart gearbeitet, eine ganz besondere Geschichte. 1972 gab der damals noch weitgehend unbekannte Peter Maffay dem  SDR  sein erstes Interview in einem deutschen Radiosender – geführt von Rainer Nitschke.

Als die initiative Peter Maffay von der Situation nach Rainers Tod berichteten, war er tief betroffen. Erst im vergangenen Jahr hatte er in einem Interview mit Uwe Bogen erzählt, wie wichtig die frühe Unterstützung durch Nitschke für seinen Karriereweg gewesen sei. Seine spontane Reaktion: „Dafür gebe ich auch Geld.“

Zudem hat sich ein Trauerredner gemeldet, der mit Rainer einst im Funkhaus zusammengearbeitet hat und bereit ist, die Trauerfeier kostenlos zu gestalten. Viele Menschen möchten ihren Beitrag leisten, damit eine der großen Stimmen des deutschen Radios nicht anonym in Vergessenheit gerät.

Rainer Nitschke war über Jajrzehnte ein Aushängeschild des SDR/SWR. Foto: privat

EchtStuttgart unterstützt die Spendenaktion auf der Plattform GoFundMe ausdrücklich. Unser Magazin steht nicht nur für spannende, kuriose, exklusive und gut geschriebene Geschichten aus Stuttgart und der Region, sondern auch für Menschlichkeit und Zusammenhalt. Unser Motto lautet: „Helfen macht Happy.“

Jeder Euro hilft dabei, die Überführung nach Stuttgart, die Bestattung und eine würdevolle letzte Ruhestätte zu finanzieren. Sollte mehr Geld eingehen als benötigt wird, sollen die überschüssigen Mittel transparent abgerechnet und für einen gemeinnützigen Zweck in Rainers Sinne verwendet werden.

Wir bitten unsere Leserinnen und Leser: Unterstützt  die Aktion mit einer Spende oder teilt den Aufruf in Euren Netzwerken. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Rainer Nitschke den Abschied erhält, den er verdient hat.

Lassen wir nicht zu, dass eine der prägenden Stimmen des deutschen Radios anonym verschwindet. Geben wir Rainer Nitschke die letzte Ruhestätte, die seiner Lebensleistung gerecht wird.

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