Uwe Bogen

Stuttgarter Frühlingsfest

Queere Wasenparty in Bestform: Der Fassanstich, der einfach nicht aufhören wollte

19. April 2026

Vier Minuten und 34 Sekunden Fasskampf, Bierfontänen und bestes Entertainment: Die Regenbogenalm  liefert Slapstick und  ein starkes Signal für Vielfalt  Der wohl längste Fassanstich der Welt –  bei uns seht ihr das Video im Zeitraffer.  EchtStuttgart präsentiert sich bei diesem Fest als Plattform für eine bunte Stadt.

Wirtin Nina Renoldi am Fass bei der queeren Wasenparty Regenbogenalm: "Ich glaube, das dauert noch bisschen", sagt sie zwischendurch. Foto: Klaus Schnaidt

Kommt es immer nur auf  Schnelligkeit an? Wer bei der Regenbogenalm auf dem Stuttgarter Frühlingsfest dabei war, kennt die Antwort: nein, bitte nicht immer aufs Tempo drücken, sondern auch mal in Ruhe genießen!

Manchmal wird’s erst dann echt gut, wenn es ein bisschen länger dauert – und vor allem, wenn’s  dabei ordentlich was zu lachen gibt.

Der längste Fassanstich der Welt im Zeitraffer

Der Fassanstich der queeren Wasenparty in der Almhütte Royal ist großes Kino! Wir haben mitgedreht und mitgestoppt! Exakt vier Minuten und 34 Sekunden hat’s gedauert, bis aus dem Zapfhahn was  kommt.  EchtStuttgart-Unterstützerin Babs Steinbock hat alles dokumentiert  das Ganze mitlaufen lassen  und daraus ein 34-Sekunden-Film im Zeitraffer gemacht. „Ich glaube, das dauert noch ein bisschen“, hört man zwischendurch die Wirtin Nina  Renoldi rufen.

Gemeinsam mit  Andreas Müller und Lars Pessinger, den Veranstalter der dritten Regenbogenalm, kämpft sie mit dem Fass, das mit rosafarbenen Blumen geschmückt ist und erstaunlich viel Eigenleben besitzt. 

Das Publikum erlebt einen äußert unterhaltsamen Mix aus Slapstick, Improvisation und leichtem Verzweifeln. Wichtig zu wissen: Hier hatte niemand vorher geübt, kein durchgetakteter Politiker-Anstich, kein Routineprogramm. Einfach machen.

Die EchtStgt-Buttons sind begehrt. Das neue Online-Magazin, eine Plattform für eine bunte Stadt, stellt sich bei der Regenbogenalm vor.

Und das Fass? Hat sich gewehrt. Die Gummidichtung zickt, der Hahn will  nicht so, wie er soll, und zwischendurch spritzt das Bier lieber oben raus, statt dahin, wo es hingehört. Erst mit etwas Nachdruck – und einem durchaus beherzten Einsatz der Finger – läuft es dann  langsam in die richtige Richtung.

Aus dem Publikum kommen  Kommentare im Sekundentakt: Vorschläge, Zwischenrufe, Wortspiele. „Nehmt doch einen größeren Hammer!“ – „Es kommt  also doch auf die Größe an!“ – und irgendwo fällt  der Kommentar, es sei „zu warm hier“ fürs Fass.  „Bitte keine homophoben Äußerungen“, hört man von der einen Seite. Und von der anderen Seite: „Wir selbst dürfen sowas sagen.“

Lars Pessinger und Andreas Müller, Veranstalter der Regenbogenalm, mit Uwe Bogen (von links) , der mit seinem Team von EchtStuttgart das neue Online-Magazin präsentiert. Foto: Klaus Schnaidt
Think Pink: EchtStuttgart-Unterstützerin Babs Steinbock am Regenbogen-Fass. Foto: Klaus Schnaidt
Die EchtStgt-Buttons sind beliebt. Foto: Klaus Schnaidt
Bei der Regenbogenalm treffen sich Cliquen der queeren Community. Foto: Klaus Schnaidt

Stell dir vor, einem Oberbürgermeister würde das passieren. Ein Fass, das nicht richtig vorbereitet ist, eine widerspenstige Dichtung, Bier spritzt in alle Richtungen – das gäbe Schlagzeilen, Krisensitzungen, vermutlich Rücktrittsforderungen.
Hier? Gibt’s  Applaus, Gelächter und eine richtig gute Zeit.

Die Regenbogenalm zeigt längst, wie viel Platz Vielfalt auf dem Wasen hat – und wie gut das funktioniert, wenn man es einfach laufen lässt. So voll war es bei dieser queeren Party noch nie 

Mitten im Geschehen:  das Team von EchtStuttgart. Zu erkennen an den Buttons mit dem „EchtStgt“-Logo, das an diesem Abend sehr begehrt ist. VIele wollen  auch einen Button, weil sie genau das fühlen: EchtStgt ist mehr als ein Online-Magazin.  Unser Team präsentiert sich bei der Regenbogenalm, um klarzumachen: Wir sehen uns als Plattform für Vielfalt und eine bunte Stadt, für Sichtbarkeit und Zusammenhalt. Und wir halten auch zusammen, wenn  ein Fass bockig ist.

Unter den Gästen: die Influencerinnen Glitterlatina (links) und DJane Alegra Cole. Foto: Klaus Schnaidt

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