Uwe Bogen
Pläne in der Spielbank vorgestellt
So schön soll das neue Cavos im SI-Centrum werden
17. Juni 2026
Was EchtStuttgart Ende April bereits exklusiv berichtet hat, ist nun offiziell bestätigt: Der Partygrieche Cavos wird Anfang 2027 neuer gastronomischer Partner der Spielbank im SI-Centrum. Bei einer Pressekonferenz stellten die Beteiligten die Pläne vor: So schön soll’s auf den Fildern werden.
Einst wurde auf den Fildern im Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ der griechische Wein besungen. Bald wird er an diesem Ort auch ausgeschenkt – begleitet von mediterraner Küche, ausgelassener Stimmung, fliegenden Servietten und griechischer Lebensart. Nach dem Auszug von rund 800 Geflüchteten gibt es nun grünes Licht für den langgeplanten Neustart im SI-Centrum.
Damit endet nach elf Jahren die gastronomische Ära der Schräglage in der Spielbank. Künftig übernimmt das Unternehmen von Thomas Dobler die komplette Bewirtung des Hauses – inklusive der bisherigen New Grace Bar, die künftig nur noch unter dem Namen Cavos firmieren wird.
Griechische Lebensfreude zieht ins SI-Centrum ein
Doch die Pläne gehen weit über die bisherige Bar hinaus. Auch die seit Jahren leerstehenden Räume eines früheren italienischen Restaurants werden Teil des neuen Konzepts. Zuletzt wurden die Flächen als Beratungseinrichtung für die im Hotel untergebrachten Flüchtlinge genutzt. Etwa 800 Menschen aus fernen Ländern, die in Deutschland Asyl beantragen wollen, lebten zeitweise im SI-Centrum. Nachdem die Unterbringung beendet wurde, können die Räume nun wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden.
Die Gastoräume der Spielbank im Untergeschoss werden aufgegeben zugunsten neuer Spielmöglichkeiten. Die Bartheken dagegen bleiben unten erhalten. Wer essen will beim Spielen, geht künftig nach oben ins neue Cavos. Schon das alte Cavos war und ist beliebt für eine außergewöhnlich gute griechische Küche.
De Umbaupläne stammen aus der Feder eines Innenarchitekten, der sich dabei von der Ägäis inspirieren ließ. Geplant ist eine spektakuläre Deckenkonstruktion mit geschwungenen Wellenformen, die an eine Unterwasserwelt erinnern sollen. Lange Holztische, mediterrane Materialien und griechische Designelemente sollen das Ambiente prägen und ein Strandbar-Feeling erzeugen. .
„Die Räume sind außergewöhnlich schön und bieten enormes Potenzial“, freut sich Gastronom Thomas Dobler.
330 Gästeplätze bleiben erhalten
An den Kapazitäten wird sich wenig ändern. Wie bisher sollen rund 330 Gäste Platz finden – zunächst für griechische Spezialitäten, später für die legendären Partynächte mit Musik, Tanz und fliegenden Servietten.
Deutlich größer wird dagegen die Küche ausfallen. Sie soll nicht nur das neue Cavos im SI-Centrum versorgen, sondern perspektivisch auch weitere Standorte der Marke beliefern. Bereits nach den Sommerferien sollen neue Cavos-Restaurants in Karlsruhe und Zürich eröffnen.
Ein Wunsch bleibt allerdings zunächst unerfüllt: Eine Außengastronomie wie am bisherigen Innenstadtstandort wird es vorerst nicht geben. Zwar wäre ausreichend Platz vorhanden, doch bisher fehlen die erforderlichen Baugenehmigungen für eine Terrasse oder einen Wintergarten.
Abschied von der Innenstadt nach 15 Jahren
Für viele Stammgäste bleibt der Abschied aus der Innenstadt dennoch emotional. Das Cavos befindet sich seit 2012 an der Lautenschlagerstraße und hat sich in dieser Zeit zu einer festen Größe des Stuttgarter Nachtlebens entwickelt.
Doch das Ende des Standorts ist beschlossene Sache. Das Gebäude soll im kommenden Jahr abgerissen werden. Im Rahmen des Projekts „KarLa“ entsteht dort ein Neubau, der nach aktuellem Stand bis 2030 fertiggestellt werden soll.
Die Eigentümer planen weiterhin Gastronomieflächen im Erdgeschoss. Nach Angaben aus dem Projektumfeld hat die Suche nach einem künftigen Betreiber allerdings noch nicht begonnen.
Für Tobias Wald, der bis 2023 für die CDU im Landtag saß, ehe er Geschäftsführer der Spielbanken in wurde, ist die Zusammenarbeit mit dem Cavos Teil einer größeren Modernisierungsoffensive. Insgesamt wollen die baden-württembergischen Standorte etwa 3,7 Millionen Euro investieren, um das Spielangebot zu erweitern und die Häuser zu modernisieren.
Für den Umbau und die Anpassungen rund um das neue Cavos sind nach Angaben von Wald rund 300.000 Euro vorgesehen.
Cavos-Betreiber Thom Dobler sieht dem Umzug optimistisch entgegen. Die guten Parkmöglichkeiten, die direkte Nachbarschaft zu den Musicaltheatern, den SchwabenQuellen und der Spielbank würden ideale Voraussetzungen schaffen. Er sei überzeugt, dass viele Stammgäste den Weg auf die Fildern mitgehen werden. Gleichzeitig erwartet er zahlreiche neue Besucher aus dem Umfeld des SI-Centrums.
Keine Zukunft der Spielbank in der Villa Berg
Eine klare Absage erteilte Tobias Wald am Mittwoch Spekulationen über einen möglichen Umzug der Spielbank in die leerstehende Villa Berg. Entsprechende Forderungen waren zuletzt aus der FDP-Fraktion im Gemeinderat gekommen.
Wald machte deutlich, dass dies für die Spielbank keine Option sei. Die aktuelle Konzession der Betreibergesellschaft laufe noch bis 2030. Danach werde die Lizenz neu ausgeschrieben. Man werde sich dann erneut um die Konzession bewerben.
Fest steht dagegen schon heute: Mit dem Umzug des Cavos ins SI-Centrum entsteht auf den Fildern ein neuer gastronomischer Anziehungspunkt. Dort, wo bisher vor allem Musicals, Wellness und Casino für Unterhaltung sorgen, soll künftig auch griechische Lebensfreude ein neues Kapitel schreiben. Die spannende Frage wird lauten: Werden die Cavos-Stammgäste mit auf die Filder umziehen? Die Betriebsleiter ist überzeugt davon – allein schon wegen der guten persönlichen Verbindungen.
Wenn im nächsten Jahr erneut die Musical-Vampire ins SI-Centrum zurückkehren und damit den 30. Geburtstag dieser Erfolgsproduktion feiern, können sie als einkehren in der Taverna Cavos – zum Griechischen Wein.
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