Uwe Bogen
EchtStuttgart sprach mit DJ-Star
„Stuttgart hat das beste Publikum“ – David Löhlein über seinen hypnotischen Sound
27. Mai 2026
Es ist heiß im Mai – und genau so klingt der Sound von David Löhlein: schnell, druckvoll, hypnotisch. Am 10. Juli spielt der Local Hero im Badezentrum Sindelfingen mit Paul Kalkbrenner. EchtStuttgart sprach mit Löhlein über seine Erfolge in Südamerika, seinen Sauna-Sound und die Stärke der Stuttgarter Community.
Das Badezentrum Sindelfingen kennt er gut. Schließlich ist David Löhlein in der Autostadt geboren und aufgewachsen. Als Kind war er oft dort schwimmen, wo er nun als Techno-Star am 10. Juli zurückkehrt. „Wir haben im Badezentrum schon mal Mist gemacht“, erzählt der DJ im Gespräch mit EchtStuttgart , „und sind rausgeflogen.“
Rausfliegen wird er sehr wahrscheinlich nicht, wenn er im Sommer mit Paul Kalkbrenner an einem geliebten Ort seiner Kindheit auftritt. Aber er wird viele alte Friends anlocken, viele auch aus der Stuttgarter Community, die ihn auf dem Weg nach oben begleitet haben.
Star-Ruhm in Lateinamerika
Heute ist David Löhlein ein Social-Media-Magnet. Wenn er etwas postet – zuletzt etwa sommerliche Aufnahmen, in denen er sich ästhetisch mit nackter Haut zeigt – erzielen seine Beiträge schnell tausende Likes. Seine Online-Präsenz ist längst Teil seiner öffentlichen Wahrnehmung geworden..
Südamerika liegt zwar nicht gerade um die Ecke von Sindelfingen – doch genau dort ist David Löhleins Fanbase besonders groß. Seine Tracks tragen oft eine Energie in sich, die perfekt zu den euphorischen Crowd-Momenten der lateinamerikanischen Szene passt: schnell, emotional, körperlich. In Videos seiner Auftritte wird er dort gefeiert wie ein Rockstar. Den Namen „Löhlein“ spricht kaum jemand korrekt aus – doch spätestens im kollektiven Jubel vor der Bühne spielt das ohnehin keine Rolle mehr.
Der Weg dahin beginnt früh. Mit 17/18 entdeckt er das Auflegen, zunächst tastend, dann mit klarer Richtung. Die Stuttgarter Clubszene wird zu seinem Fundament, der Club Lehmann zu seiner Residency und zum Sprungbrett.
Von dort aus entwickelt sich seine Karriere konsequent weiter: internationale Bookings, eine stetig wachsende Fanbase bis nach Lateinamerika, besonders Peru, sowie ein Alltag zwischen Clubs, Studios und Flughäfen. Sein Spanisch wird dabei immer besser. Trotz dieses Tempos bleibt Stuttgart sein klarer Bezugspunkt – wegen eines Publikums, das er als direkt, energiegeladen und ehrlich beschreibt. Elektronische Musik bedeutet für ihn genau das: permanente Reaktion im Moment.
„Stuttgart hat das beste Club-Publikum in Deutschland“, sagt Löhlein mit einer Überzeugung, die nicht nach Heimatromantik klingt, sondern nach echter Erfahrung auf dem Dancefloor.
An seiner Seite in Sindelfingen steht Paul Kalkbrenner, einer der prägendsten Live-Acts der elektronischen Musik. Für Löhlein ist er eine wichtige Referenz: ein Künstler, der gezeigt hat, dass Techno nicht nur DJ-Kultur ist, sondern als Live-Performance erzählt werden kann. Kalkbrenners Sets sind kein Abspielen von Tracks, sondern ein Aufbau aus Schichten, Spannung und Auflösung – mit dem Ziel, das Publikum in einen gemeinsamen Zustand zu versetzen, in dem Zeit und Struktur an Bedeutung verlieren.
Wenn beide am 10. Juli im Badezentrum aufeinandertreffen, entsteht ein Spannungsfeld aus lokaler Verwurzelung und internationalem Format – ein Abend, der sich erst vor Ort entscheidet, aber schon vorher als Ausnahmezustand angekündigt ist.
Wo es Karten gibt
- Das Konzert am 10. Juli beginnt um 16 Uhr und endet um 22 Uhr. Laut Veranstalter sind auch junge Fans und Familien willkommen. Der Einlass ist ab 14 Jahren, in Begleitung von Erwachsenen darf man aber auch schon ab 12 Jahren dabei sein. Tickets kosten ab 49,90 Euro. Es gibt aber auch VIP-Tickets mit seinem Bereich sowie das Front-of-Stage-Ticket, das den Eintritt in den Golden Circle direkt vor der Bühne ermöglicht.
AKTUELLES

„Die Toten Hosen ohne Hosen“: Die legendäre Freibad-Geschichte von 1990 in Sillenbuch
Stuttgart und die Toten Hosen – die Verbindung reicht weit zurück, bis in die Mausefalle der 1980er. Vor dem Konzert der Band auf dem Cannstatter Wasen blicken wir zurück auf unvergessene Höhepunkte und Kuriositäten – etwa auf „Die Toten Hosen ohne Hosen“, aufs Nacktbaden der Düsseldorfer in Sillenbuch.

Boss Open: Wie ein verregneter Freitag mit einem Tiebreak-Krimi zum Tennisfest wird
Regen, Regen, Regen – und trotzdem beste Stimmung. Unser Reporter erlebt bei den Boss Open einen langen Freitag, an dem der Centre Court immer wieder unter Planen verschwindet. Das Tennisfieber kann das nicht bremsen. Warum sich das Warten lohnt und man sogar Ski fahren kann, lest Ihr hier.

Stuttgart im Pop-Modus: Wo die Kultur von morgen entsteht
Internationale Acts, regionale Entdeckungen und Debatten über die großen Themen dieser Zeit: Die About Pop verwandelt die ganze Stadt am 12. und 13. Juni in ein Festivalgelände und zeigt, warum Pop heute weit mehr ist als Musik – und warum Stuttgart dafür die perfekte Bühne bietet.

Sammelfieber in Stuttgart: Die große Jagd nach den letzten WM-Stickern
Mit 48 Nationen und insgesamt 980 Stickern ist das WM-Album 2026 so umfangreich wie nie zuvor. Wer sein Heft vollbekommen will, kommt am Tauschen kaum vorbei. Die 1. Große Stuttgarter WM-Sticker-Tauschbörse bringt Sammlerinnen und Sammler aus der Region zusammen – pünktlich zum WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft.