Service, Kurioses, Unnützes
17 Tage, acht Festzelte und Millionen Besucher: Am 25. September startet das 179. Cannstatter Volksfest um 16 Uhr mit dem Fassanstich von OB Frank Nopper in der Schwabenwelt. EchtStuttgart macht euch wasenfest – mit Wissenswertem, Kuriosem und praktischem Service von A bis Z.
Von Anreise bis Zelt: 26 Buchstaben für 17 Tage Wasen.
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Wer 2026 zum Wasen will, sollte das Auto am besten stehen lassen. Wegen des parallel stattfindenden Landwirtschaftlichen Hauptfests gibt es im NeckarPark dieses Jahr keine Besucherparkplätze. Bequemer geht es mit U11 und U19 direkt zur Haltestelle Cannstatter Wasen oder mit U1, U2, U11, U13 und U16 bis Mercedesstraße. Auch der Bahnhof Bad Cannstatt ist eine gute Adresse: Von dort sind es weniger als zehn Minuten zu Fuß. S1, S2 und S3 sowie mehrere Regionalzüge halten dort.

Am Freitag, 25. September, geht’s los. Der Festplatz öffnet ausnahmsweise um 15 Uhr, um 16 Uhr folgt die offizielle Eröffnung in Wilhelmer’s SchwabenWelt. Oberbürgermeister Frank Nopper zapft dort das erste Fass an. Gefeiert wird anschließend 17 Tage lang bis einschließlich Sonntag, 11. Oktober. Der Eintritt auf den Festplatz ist übrigens kostenlos.
Was der Wasen dem Oktoberfest voraus hat? Jede Menge Clubs mitten in den Festzelten – und es werden gefühlt jedes Jahr mehr. Wenn im restlichen Zelt die Maßkrüge auf den Tischen stehen und die Kapelle für Stimmung sorgt, beginnt hier eine andere Wasen-Welt: Schampus statt Maß, House und Partybeats statt Ballermann und ein deutlich jüngeres Publikum. Dazu kommt ein entscheidender Vorteil für Nachtschwärmer: In den Clubbereichen darf eine Stunde länger gefeiert werden als im übrigen Festzelt. Zu den bekannten Adressen gehören Spitzbubenbar, Schatzibar, Discowirt und Amici – und längst hat fast jedes große Zelt seinen eigenen Bereich für alle, die nach dem Bierzelt noch nicht nach Hause wollen.
Bier gehört zum Wasen, aber eben nicht nur Bier. Acht große Festzelte gibt es 2026: Sonja Merz, WELLER’S Klauss & Klauss, Fürstenberg, Göckelesmaier, Beim BENZ, SchwabenWelt, Wasenwirt und Almhütte Royal. Dazu kommen weitere gastronomische Angebote und Biergärten. Wichtig für alle, die unbedingt in ein bestimmtes Zelt wollen: Ist die maximale Belegung erreicht, wird geschlossen. Eine Reservierung garantiert den Zutritt zum jeweiligen Zelt.
Ist ein Zelt voll, wird geschlossen. Nur eine Reservierung garantiert den Zutritt.
Zelt-Guide →Ohne eine Katastrophe am anderen Ende der Welt gäbe es den Wasen womöglich gar nicht. 1815 brach auf der indonesischen Insel Sumbawa der Vulkan Tambora aus. Die Folgen waren auch in Europa zu spüren: Missernten, Hunger und wirtschaftliche Not. König Wilhelm I. von Württemberg und Königin Katharina wollten die heimische Landwirtschaft stärken. Am 28. September 1818 wurde deshalb erstmals das „Landwirthschaftliche Fest zu Kannstadt“ gefeiert. Aus dem einst eintägigen Erntedankfest entwickelte sich das heutige Millionenereignis.
Sie ist das Wahrzeichen des Wasens – und 2026 steckt unter ihrer historischen Optik jede Menge Neues. Nach mehr als 50 Jahren wurde der Korpus vollständig erneuert und durch eine langlebige Metallkonstruktion ersetzt. Die Geschichte der Säule reicht bis zum ersten Volksfest 1818 zurück. Gestiftet wurde sie von König Wilhelm I., entworfen vom Hofbaumeister Nikolaus Friedrich von Thouret. Einst war sie unter anderem Podium für Musikkapellen sowie Start- und Zielpunkt von Pferderennen. Heute ist sie vor allem der Treffpunkt, den wirklich jeder kennt. Unter ihr befinden sich Info-Pavillon und Souvenirshop.
Den XXL-Rucksack besser zu Hause lassen: Taschen und Rucksäcke, die größer als DIN A4 sind, dürfen nicht auf den Festplatz und müssen an der Gepäckaufbewahrung abgegeben werden. Die befindet sich im blauen Container vor dem Verwaltungsgebäude. Kleine Taschen kosten dort 5 Euro, große Taschen, Rucksäcke oder Koffer 8 Euro, Helme 3 Euro. Und wer sein Handy, seinen Schlüssel oder die Jacke verliert: Dort sitzt auch das Fundbüro.
Größer als DIN A4? Dann ab in die Gepäckaufbewahrung: blauer Container vor dem Verwaltungsgebäude. Dort sitzt auch das Fundbüro.
2026 ist ein besonderes Wasenjahr. Vom 27. September bis 4. Oktober findet parallel das Landwirtschaftliche Hauptfest (LWH) statt. Die größte süddeutsche Fachausstellung für Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft führt das Volksfest damit zurück zu seinen Wurzeln. Das LWH wird nur alle vier Jahre veranstaltet – wer wissen will, woher der Wasen eigentlich kommt, bekommt dieses Jahr also Anschauungsunterricht direkt nebenan.
Verabredung verloren, Lageplan gesucht oder Lust auf ein Wasen-Souvenir? Dann ab zur Fruchtsäule. In ihrem Sockel sitzt der Info-Pavillon mit Flyern, Informationen und Souvenirshop. Geöffnet ist er grundsätzlich genauso lange wie das Volksfest.
Der Wasen ist nicht nur Party. Kinderfahrgeschäfte, Märchenkarussell, Mini-Autoskooter und Kindereisenbahn gehören ebenso dazu wie spezielle Kindermenüs. Für Eltern praktisch: Wickelräume gibt es in der DRK-Station und in der Toilettenanlage beim Krämermarkt. Und wenn ein Kind im Gedränge Mama oder Papa verliert, gibt es beim DRK eine eigene Kindersammelstelle.
Ein Stück alter Wasen abseits von Achterbahn und Bierzelt: Der Krämermarkt gehört seit den Anfangstagen zum Volksfest. Im Bereich der König-Karls-Brücke verkaufen Händler Textilien, Leder- und Haushaltswaren, Schmuck, Kunst, Tee, Gewürze, Kosmetik und Geschenkartikel. 2026 wurde der Markt sogar erweitert: Eine zusätzliche Straße mit Marktkaufleuten kommt hinzu.
Sie ist die eigentliche Mutter des Volksfestes. Das Fest von 1818 sollte landwirtschaftliches Wissen fördern, Leistung sichtbar machen und nach den Hungerjahren neue Zuversicht schaffen. Pferderennen, Prämierungen und landwirtschaftliche Präsentationen standen am Anfang – Fahrgeschäfte und Festzelte kamen später. Mit dem Landwirtschaftlichen Hauptfest wird diese Geschichte 2026 besonders sichtbar.
Pferderennen, Prämierungen und landwirtschaftliche Präsentationen
Fahrgeschäfte und Festzelte – und 2026 wieder das Hauptfest nebenan
Sparfüchse mit Kindern merken sich zwei Daten: den 30. September und den 7. Oktober. An den beiden Familientagen gibt es Vergünstigungen bei den Attraktionen. Von 14 bis 18 Uhr läuft außerdem rund um den Info-Pavillon ein kostenloses Kinderprogramm – unter anderem mit Stelzenläufern, Luftballonkunst und Glitzertattoos.
Vergünstigungen bei den Attraktionen
14–18 Uhr kostenloses Kinderprogramm rund um den Info-Pavillon
Auch ein mehr als 200 Jahre altes Fest kann Neues. 2026 stehen mehrere neue Fahrgeschäfte und Stände auf dem Platz. Zu den angekündigten Hinguckern gehört die „Wilde Maus XXL“. Gleichzeitig wurde der Krämermarkt erweitert, die Fruchtsäule technisch erneuert und mit SafeNow ein digitales Hilfesystem in allen acht Festzelten eingeführt. Tradition trifft Update – ziemlich typisch Wasen.
Montag bis Donnerstag ist von 12 bis 23 Uhr geöffnet, freitags von 12 bis 24 Uhr, samstags von 11 bis 24 Uhr und sonntags von 11 bis 23 Uhr. Nur am Eröffnungstag, Freitag, 25. September, gelten Sonderzeiten: Dann geht es um 15 Uhr los.
Heute denkt beim Wasen kaum jemand zuerst an Pferdesport. Beim allerersten Fest war das anders. Die Fruchtsäule diente damals sogar als Start- und Zielbereich von Pferderennen. Das zeigt, wie weit der Weg vom landwirtschaftlichen Fest des frühen 19. Jahrhunderts zum heutigen Großereignis mit Achterbahnen, Partyzelten und Millionenpublikum war.
Pferderennen, Start und Ziel an der Fruchtsäule
Achterbahnen, Partyzelte und ein Millionenpublikum
Rund 300 Schausteller- und Gastronomiebetriebe verwandeln den Wasen für 17 Tage in eine kleine Stadt aus Lichtern, Musik, Düften und Fahrgeschäften. Im Schnitt besuchen rund vier Millionen Menschen das Cannstatter Volksfest – damit gilt es als zweitgrößtes Volksfest der Welt. Wer es etwas ruhiger mag, sollte eher unter der Woche und am frühen Nachmittag kommen.
Achterbahn, Autoscooter, Kinderkarussell, Losbude, Imbiss und Hochfahrgeschäft: Rund 300 Attraktionen und Betriebe sind angekündigt. Wer ganz gezielt seinen Lieblingsstand oder sein Lieblingsfahrgeschäft sucht, kann sich vor dem Besuch im interaktiven Lageplan und in der Beschickerliste orientieren.
Polizei, DRK, Sicherheitsdienst und Jugendamt sind während des Festes vor Ort. Dazu kommt die Wasenboje als geschützter Anlaufpunkt insbesondere für Mädchen, Frauen und Menschen, die sich entsprechend identifizieren. Wer seine Gruppe verloren hat, eine Pause braucht, belästigt wurde oder Unterstützung für einen sicheren Heimweg benötigt, bekommt dort Hilfe. Neu beziehungsweise flächendeckend verfügbar ist SafeNow: In allen acht Festzelten kann über die App per Knopfdruck Hilfe durch Sicherheitspersonal angefordert werden.
Vor Ort: Polizei, DRK, Sicherheitsdienst und Jugendamt.
Wasenboje: geschützter Anlaufpunkt – bei verlorener Gruppe, Pause, Belästigung oder für einen sicheren Heimweg.
SafeNow: in allen acht Festzelten per App-Knopfdruck Sicherheitspersonal rufen.
Mehr als 200 Jahre Geschichte stecken im Cannstatter Volksfest. Besonders sichtbar wird das beim großen historischen Volksfestumzug am Sonntag, 27. September. Ab 11 Uhr ziehen 2026 rund 130 Gruppen mit mehr als 4.000 Mitwirkenden und etwa 60 Festwagen durch Bad Cannstatt zum Wasen. Wegen des parallel stattfindenden Landwirtschaftlichen Hauptfests spielt die Landwirtschaft diesmal eine besonders große Rolle.
Wer am ersten Festsonntag nicht auf dem Wasen, sondern am Straßenrand steht, bekommt trotzdem Volksfest satt. Trachten, Musik, historische Gruppen, Handwerkszünfte und Festwagen ziehen durch Bad Cannstatt. Die Tradition solcher Festzüge reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück; der Umzug in seiner heutigen Form mit offiziellem Start am Kursaal wurde erstmals 1927 veranstaltet. Rund 250.000 Menschen verfolgen das Spektakel üblicherweise entlang der Strecke.
Der wohl kurioseste Wasen-Fakt: Zwischen dem Cannstatter Volksfest und einem indonesischen Vulkan liegen rund 12.000 Kilometer – historisch hängen beide trotzdem zusammen. Der Ausbruch des Tambora 1815 beeinflusste das Klima weltweit. Das „Jahr ohne Sommer“ 1816 brachte in Teilen Europas Kälte, Regen und Missernten. Die folgende Not war ein entscheidender Anlass für die württembergischen Reformen und das Landwirtschaftsfest von 1818. Anders gesagt: Ein Naturereignis auf Sumbawa schrieb indirekt Stuttgarter Festgeschichte.
Streng genommen ist der Wasen kein Volksfest, sondern der Ort, auf dem es stattfindet. „Wasen“ bezeichnet im Schwäbischen eine Wiese beziehungsweise Grasfläche. Der Cannstatter Wasen am Neckar ist deshalb das Gelände – das Fest darauf heißt Cannstatter Volksfest. Dass heute trotzdem fast jeder sagt „Ich geh auf den Wasen“, gehört längst zum Stuttgarter Sprachgebrauch.
Beim X muss ein bisschen geschummelt werden – dafür passt XXL 2026 besonders gut: Mit der „Wilden Maus XXL“ ist eine große Achterbahn als eine der Neuheiten angekündigt. Und XXL ist sowieso ein passendes Maß für das Cannstatter Volksfest: 17 Tage, rund 300 Betriebe und im langjährigen Schnitt etwa vier Millionen Gäste.
Stuttgart ist während der Volksfestzeit international. Trotzdem helfen ein paar schwäbische Grundkenntnisse: Ein „Göckele“ ist ein halbes Hähnchen, „Wasen“ meint das Festgelände – und „auf den Wasen gehen“ versteht in Stuttgart ohnehin jeder. Für alles andere reichen notfalls Hände, Füße und der Blick auf den Lageplan.
Acht große Festzelte stehen 2026 auf dem Wasen. Wer zu einer bestimmten Uhrzeit und in ein bestimmtes Zelt möchte, sollte reservieren – besonders abends und am Wochenende. Denn ist ein Zelt voll, werden die Eingänge geschlossen. Und wer überhaupt keine Lust auf Zeltparty hat? Kein Problem: Fahrgeschäfte, Krämermarkt, Albdorf, Biergärten, Imbisse, Familientage und der historische Umzug funktionieren auch ganz ohne Biertisch.
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Das 179. Cannstatter Volksfest läuft vom 25. September bis 11. Oktober 2026. Der Eintritt auf den Festplatz ist frei. Familientage sind am 30. September und 7. Oktober, der historische Volksfestumzug startet am 27. September um 11 Uhr. Parallel findet vom 27. September bis 4. Oktober das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Und 2026 gilt mehr denn je: Wer kann, kommt mit Bus, Bahn, Rad oder zu Fuß – Besucherparkplätze im NeckarPark stehen wegen des Landwirtschaftlichen Hauptfests nicht zur Verfügung.
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