Uwe Bogen

Backstage in der Schleyerhalle

„Er ist crazy“ – wie Eric Gauthier die Show von Michael Patrick Kelly noch besser macht

28. April 2026

Stuttgart  – was für ein Abriss!  Die Schleyerhalle kocht, pure Ekstase im Publikum. „Drei Stunden ohne Pause – er ist crazy“, sagt sein Tanzcoach und Choreograf Eric Gauthier. Der Ballettstar feiert das Wahnsinnskonzert am Montagabend  backstage. Die beiden sind eng befreundet. 

Two friends: Popstar Patrick Michael Kelly mit seinem Stuttgartrer Tanzcoach Eric Gauthier am Montagabend backstage in der Schleyerhalle. Jeanette Bak

Patrick Michael Kelly gilt als einer der kreativsten Köpfe der Kelly-Familie mit einem besonderen Gespür für Hits. Nach dem Hype mit seinen Geschwistern in den 1990er Jahren schlug der heute 48-Jährige konsequent seinen eigenen Weg ein und legt seit 2003 in seiner Solo-Karriere immer neue Chartserfolge hin.

Neuerdings sieht man öfter einen bekannten Stuttgarter an seiner Seite:  Ballettstar Eric Gauthier, den er bei einem Festival auf Sylt kennengelernt hat, ist nicht nur der Tanzcoach, Showberater und Choreograf von PMK. er ist zu seinem Freund geworden.

35 Songs auf der Setlist

Michael Patrick Kelly liefert keinen normalen Konzertabend, sondern einen Marathon der großen Gefühle – irgendwo zwischen Lebenslust, Gänsehaut und stillem Versinken. Bei „The Day My Daddy Died“ liegt plötzlich eine fast greifbare Stille über der Schleyerhalle. Viele stehen reglos da, einige mit Tränen in den Augen.

Und dann kippt die Stimmung wieder ins Gegenteil: kollektive Energie, volle Lautstärke, pure Lebensfreude. Genau dieser Kontrast macht den Abend aus. Die Botschaft dahinter ist klar: Das Erinnern an Menschen, die gegangen sind, hat seinen Platz – doch aus dieser Dankbarkeit heraus soll das Leben bewusst und intensiv gelebt werden. Denn wie lange es dauert, weiß niemand.

Auf der Setlist stehen 35 Songs.  „Ohne Pause so lange zu spielen, das ist crazy“, sagt Eric Gauthier hinter der Bühne anerkennend. Dieser Mega-Auftritt  sei ein Geschenk an das Stuttgarter Publikum, das völlig ausrastet, „aber auch ein Geschenk an mich“.

Der Tausendsassa Eric Gauthier, der weltweit Triumphe feiert als Compagnie-Chef der Theaterhaus-Gruppe Gauthier Dance,  ist nur Beobachter der Arena-Tour seines Freundes,  sondern kreativ direkt eingebunden – vor allem als Choreograf und Bewegungscoach für die Bühnenperformance.

Der gebürtige Kanadier und Wahl-Stuttgart hat für die Arena-Tour die Tanz- und Bewegungsabläufe entwickelt und einstudiert und damit den Live-Auftritt maßgeblich mitgeprägt. Dabei ging es nicht nur um klassische Choreografie, sondern um das gesamte Bühnenbild in Bewegung: Wie sich Kelly selbst bewegt, aber auch wie die Band auf der Bühne agiert, wann Musiker wo stehen und wie Übergänge wirken.

In der Vorbereitung arbeitete Gauthier eng mit Kelly und der Band zusammen – unter anderem bei Proben in verschiedenen Städten und Studios. Dort wurde detailliert durchgespielt, wer wann wo auf der Bühne ist, wie sich die Musiker bewegen und wie die Show insgesamt dynamisch funktioniert.

Die Chorerografie im Musikvideo „Run Free“ stammt von Eric Gauthier

Bereits im vergangenen Sommer  hatte Eric Gauthier  die Choreografie für das Musikvideo für den aktuellen Mega-Hit „Run Free“ gestaltet. Auch dort setzte er die Idee tänzerisch um, dass Menschen sich von inneren Ängsten und Grenzen befreien – mit einer bewusst vielfältigen Besetzung aus Tänzerinnen, Tänzern und Komparsen.

Kurz gesagt: Gauthier hat nicht nur „ein paar Moves“ beigesteuert, sondern die körperliche Sprache der gesamten Tour und einzelner Visuals mitentwickelt – als kreativer Partner im Hintergrund der Show.

Die direkte Publikumsenergie ist sein Antrieb

Eric ist dankbar, seine künstlerische Vielfalt auch abseits der klassischen Tanzbühnen ausleben zu können. Die Zusammenarbeit mit Michael Patrick Kelly bei der Arena-Tour markiere für ihn eine weitere Station „auf meiner großen Reise ins Musikgeschäft“.

Mit Philipp Poisel, Cro und Marianne Rosenberg hat er bereits für Musikvideos und Bühnenprojekte gearbeitet. Damit hat sich der Vater von drei Kindern längst einen Namen in der Live-Musikszene gemacht – als Kreativpartner von Künstlern, die sein Gespür für Bühne, Rhythmus und Timing schätzen.

Für ihn ist genau diese Mischung aus Tanz, Pop und direkter Publikumsenergie der Antrieb: weg vom festen Bühnenrahmen, hin zu Projekten, die sich ständig neu erfinden – und ihn jedes Mal ein Stück weitertragen.

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