HUDU verbindet Musik und Natur
Sommerhitze, coole Bässe, ein voller Dancefloor und Wasserdüsen auf der Ibiza-Terrasse: Bei der HUDU-Party fühlt sich das „Schmelli“ im Wald zwischen Rohr und Musberg wie Urlaub an. Nur das Meer fehlt. Dabei steckt an diesem Ort eine echte Freibad-Geschichte.
Es ist heiß in der Idylle des Schmellbachtals. Sehr heiß. Doch statt sich daheim in der Wohnung zu verkriechen, zieht es die Menschen auf die im Ibiza-Style dekorierte Terrasse. DJs legen bereits am Nachmittag auf, Drinks stehen auf den Tischen und aus den Wassersprüh-Duschen kommt die ersehnte Abkühlung. Manche greifen zur Spritzpistole, andere suchen den Schatten unter den Segeln.
Urlaubsgefühle können so schön sein. Je später der Abend, desto voller wird es im „Schmelli“, wie das Waldgasthaus Schmellbachtal genannt wird. Die Menge wogt und wippt, immer mehr Gäste lassen sich von den sommerlichen Ibiza-Rhythmen mitreißen. Arme gehen nach oben, Füße bewegen sich im Beat – getanzt wird in Waldesnähe unter Wasserdüsen und unter dem warmen Abendhimmel.
„Wir holen Ibiza nach Stuttgart“, sagt Till Elsässer von HUDU. Und das Versprechen hält der Veranstalter ein: Der Eintritt ist frei. Musikalisch geht es von entspanntem Downtempo über melodische und organische elektronische Sounds bis hin zu treibendem Afro House. Die Beats sind sommerlich, warm und tanzbar – genau passend zu diesem heißen Tag.
Mit dabei sind Multeschamony, Vica Music, Till Elsässer und DJ Soulstar.
Dazu gibt es Cocktails, Food und ein Programm für die ganze Familie.
HUDU will dabei mehr als nur Partys veranstalten. Das Konzept verbindet Musik und Natur – und bei jeder Veranstaltung mit wechselnden Locations wird außerdem für einen guten Zweck gesammelt, diesmal für Future 4 Kids. Feiern und dabei etwas zurückgeben: Auch das gehört für die Veranstalter zum Konzept.
Future 4 Kids feiert in grüner Oase über Stuttgart: Wem es gut geht, will etwas zurückgeben
Zwischendurch geht es immer wieder unter die Wasserdüsen. Die Hitze macht den Schatten zum begehrten Platz – und die Mischung aus Natur, Musik und Wasser funktioniert erstaunlich gut.
Auch bei den Drinks zeigt sich ein kleiner Sommertrend: Der Caipirinha wird im Schmellbachtal immer beliebter und macht dem Aperol Spritz Konkurrenz. Man könnte fast sagen: Der Klassiker mit Limette und Cachaça kratzt an dem Spitzenplatz den orangefarbenen Dauerbrenner. Ibiza-Feeling eben, immer gut für Überraschungen – nur mitten im Wald.
Auch für Familien ist einiges geboten: Spielwiese, Spielplatz und Klettergarten liegen direkt am Gelände. Dazu kommen Hüte, Fächer und ein Live-Spray-Tattoo.
Das Urlaubsgefühl kommt dabei nicht ganz von ungefähr. Denn das Schmellbachtal hat tatsächlich eine Freibad-Geschichte.
1926 und 1927 errichten die Naturfreunde hier das Rohrer Naturfreibad. Das Wasser kommt aus den „Drei Brunnen“ und bleibt selbst an heißen Sommertagen mit etwa 18 Grad ziemlich frisch. Zwischen den Bäumen liegen zwei Becken – eines davon trägt den Spitznamen „Bremsen-Becken“.
An sonnigen Wochenenden kommen bis zu 3000 Menschen ins Naturbad. Das Schmellbachtal wird zum kleinen Sommerparadies mitten im Wald.
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In den 1960er-Jahren wird das Freibad zurückgebaut und schließlich aufgegeben. Das Gelände wechselt mehrfach den Besitzer. 1972 errichtet die katholische Kirche dort ein Waldheim. Später übernehmen Jessica Göthel und Julian Schramm das Areal und haben daraus ein wahres Paradies gemacht. Jessica kommt aus dem Marketing, Julian hatte seine berufliche Heimat im Controlling – beide sind nun aus Leidenschaft Gastgeber.
Vom alten Freibad ist heute nichts mehr zu sehen. Doch an diesem heißen Augusttag entsteht zumindest ein Teil des alten Schwimmgefühls neu: Menschen kommen zusammen, suchen die Abkühlung und verbringen den Tag draußen im Wald.
Vielleicht ist genau das die Idee hinter HUDU: Man muss nicht weit fahren, um einen Sommertag wie im Urlaub zu erleben. Im Schmellbachtal reichen ein paar gute Beats, ein kaltes Getränk, Schatten unter den Bäumen und eine Dusche aus feinem Wassernebel.
Und während früher an diesem Ort tatsächlich ins kühle Freibadwasser gesprungen wurde, muss man heute die Augen schließen, um sich in Badefantasien hineinzuträumen.
Das Meer fehlt zwar weiterhin. Aber für ein paar Stunden ist das „Schmelli“ ziemlich nah dran.
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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