Conny Mertz
Bohnenviertel
Kunst, die Leben verändert – Axel Clesle bringt Inklusion auf die Bühne
15. April 2026
Seit über 20 Jahren macht Axel Clesle das Bohnenviertel zur Bühne für gelebte Inklusion. Seine Projekte verbinden Menschen, Perspektiven und Kunst – intensiv, berührend, emotional und mitten aus dem Leben.
Im Stuttgarter Bohnenviertel entsteht seit über zwei Jahrzehnten eine besondere Form von Theaterarbeit – leise, konsequent und mit nachhaltiger Wirkung. Der Künstler Axel Clesle hat hier einen Raum geschaffen, in dem Kunst nicht nur gezeigt, sondern gelebt wird.
Seine Projekte sind mehr als Inszenierungen. Sie sind soziale Experimente, Begegnungsräume und Ausdruck einer Haltung: Kunst gehört allen. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam an Stücken, die persönliche Geschichten mit gesellschaftlichen Fragen verweben. Was daraus entsteht, ist kein klassisches Theater – sondern ein intensiver Dialog zwischen Bühne und Publikum.
Clesles Ansatz stellt den künstlerischen Prozess in den Mittelpunkt. Hier zählt nicht Perfektion, sondern Begegnung. Unterschiedliche Perspektiven werden nicht angepasst, sondern bewusst sichtbar gemacht. Genau darin liegt die Kraft seiner Arbeit: Sie schafft Räume, in denen Vielfalt nicht erklärt werden muss, sondern selbstverständlich wird.
Das Publikum ist dabei nie bloßer Zuschauer. Die Inszenierungen sind oft direkt, berührend und manchmal herausfordernd – sie öffnen neue Blickwinkel auf gesellschaftliche Realitäten und hinterfragen gewohnte Denkmuster.
Ein prägender Impuls für Stuttgart
Über die Jahre hat Clesle das kulturelle Leben im Bohnenviertel maßgeblich mitgestaltet. Seine Produktionen haben nicht nur lokal Aufmerksamkeit erregt, sondern auch überregional Resonanz gefunden. Dabei bleibt die zentrale Frage stets dieselbe: Welche Rolle kann Kunst in einer sich wandelnden Gesellschaft übernehmen?
Gemeinsam mit seiner Partnerin Andrea Lautenschlager-Clesle sowie dem international bekannten Bassisten Rapsodearbeitet er kontinuierlich an neuen Formaten. Ihr gemeinsames Ziel: Inklusion nicht als Konzept zu zeigen, sondern als gelebte Realität erfahrbar zu machen.
Ein aktuelles Beispiel dieser Arbeit ist das Musik-Theaterstück „Café Inklusio“, das am 23. und 24. April 2026 im Theaterhaus Stuttgart aufgeführt wird.
Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die Eintrittspreise liegen bei 16 Euro, ermäßigt 9 Euro. Karten sind direkt beim Theaterhaus erhältlich (Telefon: 0711 402070).
Kunst, die verbindet
Axel Clesles Arbeit zeigt, was möglich wird, wenn Kunst ihre Komfortzone verlässt. Seine Projekte sind keine abgeschlossenen Werke, sondern offene Prozesse – geprägt von den Menschen, die daran teilnehmen.
In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt oft neu verhandelt wird, wirkt dieser Ansatz aktueller denn je. Stuttgart hat mit Clesle einen Künstler, der nicht nur Theater macht, sondern Räume schafft, in denen sich Gesellschaft neu begegnen kann.
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