Patrick Mikolaj
Blütenpracht
Nach den Magnolien sind nun die Pfingstrosen die Stars der Wilhelma
22. April 2026
Gerade erst ist die Saison der Magnolienblüte in der Wilhelma zu Ende gegangen, da kündigt sich bereits das nächste blühende Highlight an. In diesem Jahr scheinen die Pfingstrosen besonders eilig zu haben, den Besuchern des zoologisch-botanischen Gartens ihre Farbenpracht zu präsentieren.
Ein Fest für die Sinne
Jedes Frühjahr erwacht die Wilhelma im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben – ein florales Highlight jagt das nächste. Besonders bekannt und geschätzt ist der Magnolienhain, der größte seiner Art in Europa nördlich der Alpen. Wenn sich die rosa- und weißgefärbten Blüten der über 70 Magnolienbäume im maurischen Garten öffnen, strömen tausende Besucher mit gezückten Kameras herbei. Ein Dutzend dieser Bäume stammt noch aus den Anfangsjahren der Parkanlage, zur Zeit von König Wilhelm I. von Württemberg – und sind inzwischen über 160 Jahre alt.
Pfingstrosen – Die neuen Stars der Saison
Nach dem Ende der Magnolienblüte erstrahlt nun ein weiteres prächtiges Gewächs in voller Pracht: die Pfingstrose. In zarten Weiß- und Rosatönen sowie in einem kräftigen Purpur präsentieren sich die üppig gefüllten Blüten, die nicht nur mit ihrer Farbenpracht, sondern auch mit einem betörenden Duft verzaubern. Bei einigen Hybriden entfaltet sich sogar eine gelbe Blüte aus einer Knospe. Besonders imposant sind die Blüten der Strauch-Pfingstrosen, deren Durchmesser etwa 20 Zentimeter erreichen. Diese Art der Pfingstrose kann mehr als 60 Jahren alt werden. Anders als bei den Magnolienbäumen ist es somit nicht möglich, dass noch ein Pfingstrosenstrauch in der Wilhelma blüht, der bereits zu Lebzeiten von König Wilhelm I. gepflanzt wurde
Bewahrung der historischen Bestände
Einige Exemplare entlang der Böschung des oberen Blumengartens, vor dem maurischen Landhaus, gehen jedoch vermutlich direkt auf Pflanzungen zu jener Zeit zurück. Dank Ablegern der Mutterpflanzen, die Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt wurden, konnte dieser historische Bestand bis in die heutige Zeit bewahrt werden.
Von Asien nach Europa
Die ursprünglichen Lebensräume der Pfingstrosen reichen von offenen Graslandschaften bis in sonnige Gebirgslagen Eurasiens und Nordamerikas. Im 18. Jahrhundert gelangten sie schließlich aus Ostasien nach Europa, wo sie als Zierpflanzen in fürstlichen Gärten sehr geschätzt wurden. Die Pfingstrosen in der Wilhelma stammen ursprünglich aus den chinesischen Gebirgslagen.
Blütezeit immer früher: Ein Trend, der sich verstärkt
Zwar fällt Pfingsten in diesem Jahr erst auf den 24. Mai, doch auch zu den Feiertagen, denen die Pflanze ihren Namen verdankt, wird der Anblick der blühenden Pfingstrosen noch ein beeindruckendes Schauspiel bieten, da die Blütezeit der meisten Arten von Mai bis Juni reicht.
Laut der Pressestelle der Wilhelma hat sich die Blütezeit der Pfingstrosen in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend nach vorne verschoben – ein Trend, der vermutlich im Zusammenhang mit dem Klimawandel steht.
Tipp für Fotografen: Jetzt die Schönheit festhalten
Wer die noch weitgehend unversehrten Blüten fotografisch festhalten möchte, sollte dies möglichst bald tun. Denn auch wenn es aktuell noch mild ist, können plötzliche Frosteinbrüche die empfindlichen Blüten gefährden.
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