Uwe Bogen
EchtStuttgart exklusiv
Paukenschlag im Nachtleben: Perkins Park soll zur House-Hochburg werden
11. Juni 2026
Eine der bekanntesten Stuttgarter Club-Adressen steht vor einem radikalen Wandel: Im Perkins Park sollen künftig internationale House-DJs auflegen. EchtStuttgart hat exklusiv erfahren, wer hinter dem Neustart steckt und was genau geplant ist.
Die Clubszene steht unter Druck. Steigende Kosten, verändertes Ausgehverhalten und ein harter Wettbewerb um die Gäste zwingen viele Betreiber dazu, neue Wege zu gehen. Nun wagt auch eine der bekanntesten Stuttgarter Nachtadressen einen grundlegenden Neustart.
Der 1980 eröffnete Perkins Park auf dem Killesberg wird sein Konzept Mitte September radikal verändern. Das bestätigt Pächter Michael Presinger, der die Entwicklung des Clubs seit den Anfangsjahren begleitet, auf Anfrage von EchtStuttgart.
Die Location, deren Glasfront einen wunderschönen Panoramablick auf die Stadt bietet und einst als „Nobel-Disco“ galt, soll künftig freitags und samstags zu einer festen Anlaufstelle für House-Fans werden. Dafür holt sich Presinger einen prominenten Partner ins Boot: Denis Gugac. Der Betreiber der Comodo Studios und des Zubrovka hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im Stuttgarter Nachtleben entwickelt. Vielen ist Gugac außerdem als Betreiber der Schatzi-Bar im Festzelt von Sonja Merz auf dem Cannstatter Volksfest bekannt.
Internationale DJs auf dem Killesberg
Gugac verfolgt mit dem neuen Projekt ehrgeizige Ziele. Auf unsere Anfrage erklärt er:
„Aufgrund des Erfolgs des Zubrovka Festivals im Schlossgarten sind DJ-Bookings bei uns immer stärker in den Vordergrund gerückt. Um uns langfristig im Markt zu etablieren, brauchen wir für internationale DJs eine Location, die mehr als 1000 Gäste aufnehmen kann. Namhafte DJs wird man künftig oben auf dem Killesberg antreffen.“
Wie schon bei anderen Projekten arbeitet Gugac dabei eng mit Tim Berkemer zusammen, dem Betreiber des Hi Life sowie der Spitzbubenbar auf dem Cannstatter Volksfest. Gemeinsam wollen die beiden internationale Größen der House-Szene nach Stuttgart holen. Der Perkins Park bietet dafür die notwendige Kapazität.
Im Mittelpunkt soll melodischer House stehen – ein Genre, das seit Jahren weltweit boomt und zunehmend auch in Deutschland große Hallen füllt. Der Perkins Park soll sich dadurch zu einer bekannten House-Adresse in Süddeutschland entwickeln.
Umbau für internationale Standards
Bevor das neue Konzept startet, wird noch investiert. „Im August findet diesbezüglich ein Umbau statt, damit Bühne und Lichttechnik internationalen Standards entsprechen“, kündigt Gugac an.
Ganz verschwinden sollen die klassischen Perkins-Partys allerdings nicht. „Die wird es weiterhin geben, aber eben nicht mehr freitags und samstags“, sagt Michael Presinger. Künftig will man die Location aber auch noch attraktiver machen für Firmen, die sie für Feste oder Veranstaltungen mieten können.
Von der Neuausrichtung für Freitag und Samstag sind mehrere etablierte Veranstaltungsreihen betroffen. Besonders emotional ist die Situation für Steffen Eiffert, Veranstalter der beliebten La Boum Party und der neuen Schlagerparty.
„Für uns bedeutet das, dass wir am 17. Juli vermutlich wirklich die finale La Boum Party im Perkins Park feiern werden“, sagt. er, „das ist schon traurig, nachdem wir erst vor wenigen Wochen bei der Rückkehr der La Boum in den großen Club knapp 1.000 Besucher hatten“,
Noch ist unklar, an welchen Tagen die bisherigen Formate künftig stattfinden könnten. Eiffert sieht die Situation kritisch: „Sonntags gibt es gelegentlich die Familiendisco – aber wer möchte an einem Wochentag eine Veranstaltung in einer Großraum-Disco machen? Es ist ja schon schwer genug, am Wochenende genügend Gäste zu aktivieren.“
Dennoch schließt er neue Möglichkeiten nicht vollständig aus. Voraussetzung wäre allerdings ein Umbau, der eine flexible Nutzung einzelner Clubbereiche erlaubt.
Der Abschied sorgt für einen Ansturm
Gerade das drohende Ende scheint die Fans noch einmal zu mobilisieren. Eiffert: „So traurig es ist, bei drei erfolgreichen Partyreihen das Ende hinnehmen zu müssen – der Abschied scheint unsere Gäste noch einmal zu motivieren. Der Vorverkauf hat sich in den letzten zwei Tagen verfünffacht.“
Und für die zahlreichen Fans von La Boum und der Schlagerparty gibt es zumindest eine beruhigende Nachricht: Das Ende im Perkins Park bedeutet nicht automatisch das Ende der Veranstaltungsreihen.
„Natürlich sind wir bereits auf der Suche nach passenden Alternativ-Locations“, sagt Eiffert. Angesichts der großen und treuen Fangemeinde wolle man die Reihen nicht einstellen.
Chance oder Risiko?
Mit der Neuausrichtung wagt der Perkins Park einen konsequenten Schritt. Während viele Clubs versuchen, möglichst unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig anzusprechen, setzt die Traditionslocation auf dem Killesberg künftig auf ein klares musikalisches Profil. Dafür haben die Pächter der stadteigenen Immobilie mit Denis Gugac und Tim Berkemer zwei erfahrene Akteure des Stuttgarter Nachtlebens gewonnen, die mit ihren Projekten bereits mehrfach ein Gespür für erfolgreiche Konzepte bewiesen haben.
Auf dem Killesberg könnte eine neue Adresse entstehen, die weit über die Region hinaus für House-Musik und internationale DJ-Bookings bekannt wird.
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