Conny Mertz
Galerie Better Go South
Kunst zum Betreten: Das Tiny House auf dem Dach im Stuttgarter Westen öffnet erstmals für alle
22. Juli 2026
Hoch über den Dächern Stuttgarts öffnet sich eine besondere Tür: Das ikonische Tiny House von Richard Woods wird am Freitag erstmals seit seiner Installation öffentlich zugänglich. Anlass ist die Ausstellung „House of Colours“ in der Galerie Better Go South.
Ein Haus, das kaum größer ist als ein Zimmer, steht hoch über dem Stuttgarter Westen – auffällig, farbenfroh und ein wenig geheimnisumwittert. Das Tiny House des britischen Künstlers Richard Woods auf dem Dach der Galerie Better Go South ist weit mehr als ein architektonisches Statement. Es ist ein Ort, der zeigt, wie sich unsere Vorstellungen von Raum, Wohnen und Zusammenleben verändern.
Am Freitag, 24. Juli, 18 Uhr, eröffnet die Galerie Better Go South an der Rotbühlstraße 175/1 die Ausstellung „House of Colours“. Die Schau versammelt drei internationale künstlerische Positionen, die zeigen, dass zeitgenössische Malerei längst nicht mehr an die klassische Leinwand gebunden ist. Sie findet heute auch an Fassaden, im öffentlichen Raum und auf digitaler Ebene statt. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist das Tiny House von Richard Woods, das erstmals seit seiner Installation öffentlich zugänglich wird.
Wie viel Raum braucht der Mensch zum Leben?
Was braucht ein Mensch wirklich zum Leben? Wie viel Raum ist notwendig – und wie viel Raum entsteht erst durch Begegnung, Kreativität und Austausch? Fragen wie diese begleiten die aktuelle Diskussion rund um Tiny Houses. Die kleinen Häuser stehen heute für mehr als minimalistisches Wohnen: Sie erzählen von neuen Lebensmodellen, von nachhaltigerem Umgang mit Fläche und von der Suche nach flexiblen Orten in einer zunehmend verdichteten Stadt.
Ein Tiny House wird zur Bühne für internationale Kunst
Richard Woods (1966 geboren, lebt in London) ist international für seine architektonischen Installationen bekannt. Mit kräftigen Farben und markanten Mustern verwandelt er alltägliche Gebäude und Räume in außergewöhnliche Kunstwerke. Seine Arbeiten sind unter anderem im Victoria and Albert Museum in London und im Museum of Modern Art in New York vertreten.
Das Tiny House folgt dabei seiner künstlerischen Handschrift: Es fällt auf, irritiert und lädt dazu ein, den vertrauten Blick auf Architektur zu verändern. Es ist kein gewöhnliches Gebäude, sondern eine begehbare Skulptur – ein kleiner Raum, der große Fragen stellt.
Der ungewöhnliche Raum auf dem Dach wird künftig für Events genutzt.
Warum Tiny Houses mehr bedeuten als nur wenig Platz
Tiny Houses sind längst Teil einer gesellschaftlichen Debatte geworden. Sie stehen für die Frage, wie wir in Zukunft wohnen möchten – in Städten, in denen Grundstücke knapp sind, Wohnraum bezahlbarer werden muss und Nachhaltigkeit immer wichtiger wird.
Dabei geht es nicht nur um weniger Quadratmeter, sondern um eine andere Haltung: weniger Besitz, mehr Flexibilität, bewussteres Leben. Kleine Räume können dabei überraschend viel ermöglichen – wenn sie nicht nur als Wohnfläche betrachtet werden, sondern als Orte mit einer Funktion und einer Geschichte.
Malerei, die Grenzen überschreitet
Neben Richard Woods präsentiert „House of Colours“ zwei weitere internationale Künstlerpositionen.
Die österreichische Künstlerin Ju Schnee (1992, lebt in Wien) und der britische Künstler Matt Dosa (1985, lebt in London) stellen ebenfalls aus. Gemeinsam zeigen die drei Positionen eine zeitgenössische Kunst, die Grenzen überschreitet – zwischen Leinwand und Architektur, zwischen analog und digital, zwischen privatem Raum und öffentlichem Leben.
Das Tiny Hous wird selbst zum Teil dieser Erzählung: ein kleiner Baukörper mit einer großen Aufgabe – ein Ort für Kunst, Begegnung und die Zukunft des urbanen Lebens.
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