Echt Stuttgart
Mobilität der Zukunft
So könnte die Seilbahn über Stuttgart aussehen – Stadt beschließt nächste Prüfstufe
30. Juni 2026
Seilbahn-Träume für Stuttgart: Jetzt wird die Strecke zum Robert-Bosch-Krankenhaus intensiv geprüft, wurde im Rathaus beschlossen. Bis zur ersten Gondel dürfte es aber viele Jahre dauern. EchtStuttgart zeigt dank KI, wie das Verkehrsmittel der Zukunft aussehen könnte.
Wie würde eine Seilbahn über Stuttgart aussehen? EchtStuttgart hat mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz visualisiert, wie eine solche Verbindung künftig das Stadtbild prägen könnte. Die Bilder zeigen eine moderne Gondelbahn, die über Straßen und Häuser hinweg zum Robert-Bosch-Krankenhaus schwebt – doch bis daraus Realität wird, dürften noch viele Jahre vergehen.
Denn zunächst gibt es überhaupt nur grünes Licht für weitere Untersuchungen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat am Montag beschlossen, die mögliche Seilbahnverbindung vom Pragsattel zum Robert-Bosch-Krankenhaus detaillierter prüfen zu lassen. Auch mögliche Verlängerungen zum Burgholzhof, zur künftigen S-Bahn-Station im Rosensteinquartier und nach Stuttgart-Ost sollen dabei betrachtet werden.
Stuttgart sieht Potenzial für urbane Seilbahnen
Die jetzt abgeschlossene Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass Seilbahnen grundsätzlich gut zu Stuttgart passen könnten. Die Topografie mit ihren großen Höhenunterschieden macht die Landeshauptstadt zu einem 1interessanten Einsatzort1, hieß es. Seilbahnen benötigen vergleichsweise wenig Fläche, können Täler oder stark befahrene Straßen überqueren und den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll ergänzen.
Auch Oberbürgermeister Frank Nopper sieht Chancen: Stuttgart sei aufgrund seiner Höhenunterschiede “ geradezu prädestiniert“ für Seilbahnen. Allerdings, so der OB, sollten nur Projekte verfolgt werden, die am Ende auch wirtschaftlich sinnvoll sind.
Pläne für ein Pilotprojekt in Vaihingen werden gestoppt
Für die bisher als Pilotprojekt untersuchte Strecke zwischen dem Bahnhof Vaihingen und dem Eiermann-Areal sieht die Stadt dagegen keine Zukunft. Selbst nach mehreren Optimierungsversuchen konnte kein positiver Nutzen-Kosten-Faktor erreicht werden. Deshalb wird diese Trasse nicht weiterverfolgt.
Stattdessen richtet sich der Blick nun auf den Pragsattel und das Robert-Bosch-Krankenhaus. Die Verwaltung sieht dort aufgrund der oft überlasteten Verkehrsinfrastruktur deutlich größeres Potenzial und will diese Verbindung deshalb vorrangig untersuchen.
Bis zur ersten Gondel dürften sehr viele Jahre vergehen
Wer jetzt allerdings schon mit einer Seilbahnfahrt zum Robert-Bosch-Krankenhaus rechnet, sollte die Erwartungen bremsen. Selbst wenn die nächste Untersuchung positiv ausfällt, beginnt der eigentliche Weg erst danach.
Dann müsste zunächst politisch entschieden werden, ob Stuttgart das Projekt überhaupt umsetzen möchte, ob dafür Geld vorhanden ist und wer Bauherr werden soll.
Anschließend folgt die konkrete Trassenplanung mit der Frage, wo Stationen und Stützen genau entstehen können. Gerade in dicht bebauten Wohngebieten dürfte das kaum ohne Diskussionen ablaufen. Die Erfahrungen anderer Großprojekte zeigen: Einsprüche von Anwohnern, Planfeststellungsverfahren und mögliche Klagen können den Zeitplan erheblich verlängern.
Erst danach könnten Ausschreibungen erfolgen, Bauunternehmen beauftragt und schließlich die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Selbst unter optimalen Bedingungen erscheint deshalb ein Zeitraum von nur fünf Jahren bis zur ersten Gondelfahrt äußerst unrealistisch.
KI zeigt, wie die Seilbahn aussehen könnte
Wie eine urbane Seilbahn über Stuttgart einmal aussehen könnte, zeigen die KI-Visualisierungen von EchtStuttgart. Sie sind keine offiziellen Entwürfe der Stadt, sondern eine kreative Vorschau darauf, wie sich eine Gondelbahn künftig in das Stuttgarter Stadtbild einfügen könnte.
Ob daraus eines Tages Wirklichkeit wird, entscheidet sich jedoch erst in den kommenden Jahren. Momentan steht das Projekt ganz am Anfang: Nach der Machbarkeitsstudie beginnt jetzt erst die nächste Prüfphase. Oder geht am Ende alles sogar schneller als Stuttgart 21?
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