Patrick Mikolaj
Frühling in Stuttgart
Frühlingswetter im Kessel: Die perfekte Zeit für Entdeckungen
10. April 2026
Endlich zeigt der Frühling, was er kann, und lädt mit traumhaftem Wetter zum Spazieren ein – und dazu, Neues zu entdecken. Unsere Partner von Stuttgarter Entdeckungstouren wissen genau, wo im Kessel noch verborgene Schätze warten.
Die Stuttgarter City ist weit mehr als Königstraße, Schlossplatz und Dorotheen Quartier. Jenseits der Bundesstraßen 14 und 27 gibt es in den einstigen Vororten so viel zu entdecken. Wer sich Zeit nimmt, um durch das Bohnen- und Leonhardsviertel zu flanieren, wird mit zahlreichen kleinen Entdeckungen belohnt.
Auf historischen Pfaden
Anstelle des Hochhauses am Charlottenplatz stand einst das Esslinger Tor. Stadttore wurden meist nach den Städten benannt, die Reisende aus Stuttgart beim Durchquerten des Portals als Ziel hatten. Vom Bohnenviertel aus führte die gepflasterte Straße steil hinauf zum Wagenburgplatz und weiter über Stuttgart-Ost hinunter ins Neckartal – damals der direkteste Weg in die Reichsstadt Esslingen. Ein kleiner Teil dieser Esslinger Steige ist noch heute erhalten und lässt erahnen, wie mühsam der Aufstieg auf dem holprigen Pfad gewesen sein muss. Versteckt zwischen Olga- und Alexanderstraße führt der Weg heute unter dem Namen Gaisburgstraße hinauf zum Eugensplatz.
Gründerzeit-Flair im Heusteigviertel
Am anderen Ende der Altstadtviertel erreicht man über den Wilhelmsplatz – einst Henkersplatz – das Heusteigviertel, ein charmantes Stadtquartier, das größtenteils im Gründerzeitstil erbaut wurde. Das Viertel erstreckt sich bis zum Marienplatz im Stuttgarter Süden, wo auf dem Fangelsbachfriedhof ein weiteres kleines Geheimnis schlummert: das Grab von Carl von Schiller, dem Sohn des Dichters Friedrich Schiller.
Das Geheimnis um Schillers Totenschädel
Carl, der bereits 1857 beigesetzt wurde, musste 2008 vorübergehend sein Grab verlassen. Der Grund: die Identifikation der sterblichen Überreste seines berühmten Vaters. In Weimar, der Stadt, in der Friedrich Schiller starb, lagerten zwei Totenschädel, die ihm zugeordnet wurden. Mithilfe von DNA-Proben aus Carls Gebeinen konnte das Rätsel gelöst werden – keiner der Schädel gehörte Friedrich Schiller.
Das erste Gewerbegebiet der Stadt
Vom Heusteigviertel führt die Route über die B14 ins Gerberviertel, Stuttgarts erstes Gewerbegebiet. Lärm- und geruchsintensives Handwerk wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vor die Kernstadt verlegt, außerhalb der alten Stadtmauer. Von dieser sind heute nur wenige Überreste sichtbar. Ein Teil der Stadtmauer überdauerte die Zeit, weil sie in später erbaute Gebäude integriert wurde – etwa in der Krumme Straße, die die Sophienstraße mit der Tübinger Straße verbindet. Unweit des Clubs Boa befindet sich die Rückseite des Alten Schauspielhauses, dessen Laderampe in einen Teil der Stadtmauer integriert wurde.
Kleine Entdeckungen überall
Überall in der Innenstadt gibt es weitere kleine Entdeckungen – oft genügt ein Wechsel des Blickwinkels, ein Abbiegen in eine Seitenstraße, das Betreten eines Innenhofs oder das genaue Betrachten von Häuserfassaden.
Die Stuttgart Entdeckungstouren bieten genau solche Spaziergänge an – um Stuttgart neu zu entdecken. Ob offene Touren oder private Gruppenführungen zum Wunschtermin: Die Guides begeistern mit umfangreichem Wissen, spannenden Anekdoten und ihrer Liebe zur Kessel-Stadt.
Termine, Tickets und weitere Informationen: www.stuttgart-entdeckungstouren.de
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