Uwe Bogen
Wenn deine ganze Familie stirbt
Vier minus drei – einer der emotionalsten Kinoabende des Jahres in Stuttgart
15. April 2026
Ein Film über den schlimmsten denkbaren Verlust, eine Premiere voller Tränen und eine Frau, die sich mit Humor aus dem tiefen Loch befreit. „Vier minus drei“ sorgt in Stuttgart im Atelier am Bollwerk für einen der emotionalsten Kinoabende des Jahres.
Die klare Antwort nach dieser überragenden Premiere in Stuttgart lautet: Ja, unbedingt. Gerade weil dieser Film hilft, das eigene Leben intensiver zu begreifen – und zu erkennen, dass selbst in auswegloser Trauer noch etwas zuckt, was lebenswert ist. Dass irgendwo ein Rettungsanker auf einen wartet, man muss ihn nur finden und annehmen.
Der Moderator wirft Taschentuch-Päckchen ins Publikum
Eine wahre Geschichte, die sprachlos macht
Ein Trauerfilm – aber ohne Kitsch
Mal wirkt sie gefasst, fast kühl , geradezu gefühllos. Dann wieder überdreht, fast manisch. Schließlich bricht die Trauer mit voller Wucht durch, dass sich dieser Schmerz auf die Zuschauer überträgt. Man ertappt sich dabei, wie man sich wünscht, dass diese Szene möglichst schnell vorbei ist.
Der Sex mit der Disco-Bekanntschaft im Auto misslingt
Der Film scheut sich nicht, auch unbequeme, ja fast verstörende Momente zu zeigen: etwa wenn sie verzweifelt versucht, ein neues Kind zu bekommen. In einer Szene nimmt sie eine Disco-Begegnung, einen deutlich jüngeren Mann, für schnellen Sex in ihr Auto – ein spontaner, fast verzweifelter Versuch, dem Verlust etwas entgegenzusetzen. Als er ein Kondom benutzen will, zieht sie es weg. Doch die Situation kippt: Der junge Mann ist überfordert, macht an sich rum, aber nichts funktioniert. Die Szene ist peinlich, tragisch – und hat zugleich eine irritierende, fast absurde Komik.
Eine zentrale Rolle spielt Barbaras zweites Ich: die Clownin. Mit roter Nase trat sie schon vor dem Autounfall ihrer Familie in Krankenhäusern auf, brachte Kindern Freude – und genau diese Perspektive wird zu ihrem Rettungsanker. Humor als Überlebensstrategie. Nicht als Verdrängung, sondern als Möglichkeit, das Unfassbare auszuhalten. Dass sie sich nach diesem Trauma in eine therapeutische Behandlung begeben hat, was eigentlich notwendig gewesen wäre, ist im Film nicht zu sehen. Ihre Eigentherapie ist die rote Nase.
Stuttgart-Verbindungen hinter der Kamera
Kino, das etwas verändert
Dass Trauer nicht alles verdunkelt.
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