Patrick Mikolaj

Kundgebung gegen Rechtsruck

„PRÜF“-Demo im Stuttgarter Schlossgarten: Laut für Demokratie

10. Mai 2026

Drum prüfe, wer hier über Recht befindet, ob sich nicht ein Verbot begründet. Etwa 2000 Menschen haben im Stuttgarter Schlossgarten erneut für die Prüfung eines Verbots rechtsextremer Parteien wie die AFD demonstriert.

Im  Stuttgarter Schlossgarten haben sich sich bei der dritten „PRÜF“-Kundgebung fürs Prüfen stark gemacht.. Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Initiative, die die Landesregierungen dazu auffordert, sich im Bundesrat für ein Prüfverfahren gegen Parteien einzusetzen, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden.

Dabei setzte die Demo bewusst auf ein offenes und niedrigschwelliges Format: Musik, Kultur, politische Beiträge und Mitmachaktionen wechselten sich auf der Bühne ab. Moderiert wurde das Programm von Stephan Moos und Dahab Paulos. Zahlreiche Engagierte aus Kultur, Zivilgesellschaft und Initiativen beteiligten sich an der Veranstaltung.

Musik, Comedy und politische Botschaften

Für musikalische Beiträge sorgten unter anderem Patrick Bopp mit „Singen für alle“, Sandra Hartmann, Opernsängerin Stine Marie Fischer, Kai Wieprecht sowie der junge Trommler Lennart Kartmann. Comedian Jochen Prang setzte kabarettistische Akzente, während Paulina Pawlik mit ihrer Kunstfigur „Gussie Adenauer“ auftrat.

Die Veranstalter wollten damit bewusst Menschen ansprechen, die sich sonst vielleicht nicht an klassischen politischen Kundgebungen beteiligen. Die Mischung aus Kultur und politischer Botschaft prägte den gesamten Nachmittag.

Erinnerung an historische Verantwortung

 Autor Joe Bauer spannte in seinem Wortbeitrag den Bogen vom Tag der Arbeit über den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus bis hin zum Europatag und zum Grundgesetz.

Bauer erinnerte unter anderem an den jüdischen Schauspieler Fritz Wisten, der 1933 von den Nationalsozialisten aus dem Württembergischen Landestheater verdrängt wurde. Solche Biografien machten deutlich, welche Folgen autoritäre Entwicklungen für Kunst- und Kulturschaffende haben können, so Bauer..

Zugleich wurde auf der Bühne betont, dass demokratischer Zusammenhalt nicht nur von politischen Institutionen abhänge, sondern auch von einer aktiven Zivilgesellschaft. Kritik gab es an Kürzungen im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich sowie am Druck auf demokratische Initiativen.

Aufruf zum Engagement

Zum Abschluss riefen die Beteiligten dazu auf, sich weiter lokal zu organisieren und demokratische Strukturen aktiv zu verteidigen. Die zentrale Botschaft der Kundgebung: Demokratie lebt vom Mitmachen – und vom Zusammenhalt vieler unterschiedlicher Stimmen.

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