Uwe Bogen
Helfen macht happy
Spinning für John: Rückenwind aus Stuttgart für einen Mann, der bis zum Taj Mahal radelt
28. Juni 2026
Schweiß, brennende Oberschenkel und viel Herz: 50 Teilnehmer gehen beim dreistündigen Charity-Spinning im Puls in Stuttgart-Vaihingen an ihre Grenzen, um John Müller auf seiner Radtour zum Taj Mahal zu unterstützen. EchtStuttgart begleitet seine außergewöhnliche Mission von Anfang an.
„Weiter, weiter!“, ruft der Trainer durch den Kursraum. Schweiß tropft auf den Boden, die Oberschenkel brennen, die Musik hämmert aus den Lautsprechern. Niemand steigt vom stationären Bike. Rund 40 Frauen und Männer kämpfen sich im PULS in Vaihingen durch die nächste Steigung. Sie könnten jederzeit aufhören. Doch genau das wollen sie nicht. Im Gegenteil: Sie quälen sich freiwillig – und haben sogar Geld als Spende dafür bezahlt.
Der Grund sitzt Tausende Kilometer entfernt auf einem Fahrrad: John Müller.
Die EchtStuttgart-Leserschaft kennt ihn. Seit 8. Mai ist der Krebsüberlebende auf dem Weg zum Taj Mahal. Rund 8000 Kilometer will er mit dem Fahrrad zurücklegen – nicht allein aus sportlichem Ehrgeiz, sondern vor allem um Spenden für die Krebsforschung zu sammeln und Krebspatientinnen und Krebspatienten Mut zu machen. Seine außergewöhnliche Reise wird von Anfang an von EchtStuttgart begleitet und unterstützt..
Die Aktion im PULS zeigt, wie sehr Johns Geschichte Menschen bewegt. Jeder Platz beim Charity-Spinning ist gleichzeitig eine Spende für seine Initiative „8000km-live“. Auch das Fitnessstudio selbst beteiligt sich: Geschäftsführer Jörg Echtermann legt auf die Spendensumme noch etwas drauf. Was John Müller leistet zwischem Berlin und dem Taj Mahal, beeindruckt sehr. Man will ihn unterstützen und auch ein bisschen mitradeln. John bekommt Rückenwind aus Stuttgart.
- HIER GEHT’S ZUM VIDEO VOM CHARITY-SPINNING IM PULS ;
Organisiert wurde der Nachmittag von Dr. Dana Mergner, Mitglied im PULS und Oberärztin am Cancer Center des Katharinenhospitals im Klinikum Stuttgart. Für sie ist Johns Geschichte eine ganz besondere. Vor drei Jahren wurde er dort wegen seines seltenen Sarkoms behandelt und musste 14 Chemotherapien über sich ergehen lassen. Heute fährt er mit dem Fahrrad bis nach Indien – ein Zeichen dafür, dass nach einer schweren Krebserkrankung Träume wieder wahr werden können.
Die Teilnehmerinnen und Teilnbehmer bekommen am Sonntag zumindest einen kleinen Eindruck davon, was Ausdauer bedeutet. Drei Stunden lang stehen intensive Spinning-Einheiten auf dem Programm – aufgeteilt in drei Runden à 60 Minuten. Immer wieder treibt der Trainer die Gruppe an, die Musik pusht zusätzlich. Es ist anstrengend. Doch verglichen mit dem, was John Tag für Tag leistet, sind diese drei Stunden nur ein Vorgeschmack.
Denn John sitzt täglich durchschnittlich rund 100 Kilometer im Sattel. Inzwischen hat er das Schwarze Meer erreicht und damit etwa die Hälfte seiner Strecke geschafft. Rund 4000 Kilometer liegen noch vor ihm.
Während in Vaihingen gestrampelt wird, chattet EchtStuttgart mit John. Er ist gerade in Rize an der türkischen Schwarzmeerküste, kurz vor der Grenze zu Georgien. Trotz der Strapazen ist er bestens gelaunt, so wie wir ihn kennen. Er sitzt am Ufer des Meeres und trinkt – wie so oft in der Türkei – einen Çay.
„Wir haben gerade 39 Grad in Stuttgart“, berichten wir ihm.
„Das ist Wahnsinn“, antwortet John. „Hier sind es 28 Grad.“
Als wir ihm von den vielen Menschen erzählen, die in Stuttgart für ihn schwitzen und spenden, freut er sich sichtlich. „Das freut mich sehr“, sagt er.
Mit Georgien beginnt schon bald die zweite Hälfte seiner Reise. Neue Länder, neue Herausforderungen und noch einmal rund 4.000 Kilometer liegen vor ihm.
Damit seine Unterstützer seine Reise täglich verfolgen können, berichtet John mit dem Smartphone, das ihm EchtStuttgart für seine Tour zur Verfügung gestellt hat, regelmäßig auf Instagram von seinen Erlebnissen. Auch sämtliche Werbeerlöse von unserem Magazin gingen in den ersten Wochen an sein Spendenkonto.
Die Spendengelder aus der Aktion „8000km-live“ fließen in die Krebsforschung. Vor allem aber steht Johns Reise für eine Botschaft: Auch nach einer schweren Krankheit können Träume Wirklichkeit werden.
Lieber John – wir wünschen dir für die zweite Hälfte deiner außergewöhnlichen Reise weiterhin viel Kraft, Glück und gute Laune!
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