Uwe Bogen

Solitude-Feier mit VIPs

Cem Özdemir erklärt beim Business-Club seine Absage für den CSD in Stuttgart

24. Juli 2026

Beim Sommerfest des Business Clubs Stuttgart verrät Ministerpräsident Cem Özdemir auf der Solitude, warum er am Samstag erstmals seit Jahren nicht beim CSD dabei ist: Er reist zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele, ist aber im Herzen bei der Pride. 

Beim Sommerfest des Business Clubs Stuttgart (von links): Ministerpräsident Cem Özdemir, Solitude-Gastronom Jörg Mink und Clubmitglied Matthias Frank. Foto: Uwe Bogen

„Die Zeiten sind schwer, aber sie werden wieder besser“, sagt Gastgeber Jörg Mink bei der Eröffnung des Sommerfests des Business Club Stuttgart. Der Satz passt zur Stimmung vieler Unternehmer und Führungskräfte, die an diesem Abend auf der Solitude zusammenkommen: Die Herausforderungen sind groß, doch der Blick bleibt nach vorne gerichtet.

„Treffpunkt der Macht“

Die Wirtschaftswoche bezeichnete den Club als „Treffpunkt der Macht“. Tatsächlich kommen hier Menschen zusammen, die in der Region etwas zu sagen haben – und die wissen, dass Geschäfte oft dort entstehen, wo Vertrauen wächst: beim persönlichen Gespräch.

An diesem Abend bei Live-Musik von Cherry Gehring und Berti Kiolbassa sowie einem Büfett mit vegetarischem Schwerpunkt – passend zu Cem Özdemir – wird klar, worauf der Club setzt: auf persönliche Begegnungen in besonderer Atmosphäre.

Als Herzog Carl Eugen im 18. Jahrhundert sein Lustschloss auf der bewaldeten Höhe über Stuttgart errichten ließ, wollte er „dem Getümmel und den Enttäuschungen der Welt“ entfliehen. Mehr als 250 Jahre später hat sich die Nutzung gewandelt, doch ein Hauch von Exklusivität ist geblieben.

Cem Özdemir mit Merz, Söder und Merkel in Bayreuth

Zu den prominenten Gästen des Sommerfests zählt neben Ministerpräsident Cem Özdemir noch ein Präsident Erwin Staudt, Präsident des Business Club Stuttgart. Der frühere IBM-Deutschland-Chef und ehemalige VfB-Präsident gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des Netzwerks.

Özdemir verrät, warum er diesmal nicht bei der CSD-Demonstration am Samstag dabei sein kann. Seit Jahren ist er Stammgast bei der Pride. Doch diesmal reist er am selben Tag mit seiner Frau zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele.

Auf dem Grünen Hügel trifft sich am Samstag viel Politprominenz:  Friedrich Merz,  Markus Söder und Angela Merkel. Zum 150-Jahr-Jubiläum der Festspiele gibt’s zur Eröffnung keine Wagner-Oper, sondern Beethovens 9. Sinfonie.

Jörg Mink begrüßt seine Gäste. Foto: Uwe Bogen

Die Solitude könnte für Cem Özdemir bald noch eine ganz besondere Rolle spielen: Als Ministerpräsident kann er in die dortige Dienstvilla des Regierungschefs einziehen – allerdings muss das Gebäude zuvor noch umgebaut werden.

Mit Gastgeber Jörg Mink verbindet Özdemir eine lange persönliche Geschichte. Beide kennen sich aus Berliner Zeiten, als der Wirt dort das schwäbische Restaurant Oma Mina betrieb. Das Lokal war ein Treffpunkt für Politiker, Journalisten und Hauptstadt-Schwaben. Aus den Begegnungen entwickelte sich eine Freundschaft, die bis heute besteht.

Ein Club gegen den digitalen Trend

Gegründet wurde der Business Club Stuttgart 2011 von Gastronom Jörg Mink und seiner Frau Daniela Mink. Damals schien das Konzept für manche aus der Zeit gefallen. Online-Netzwerke wie LinkedIn oder Xing versprachen schnelle Kontakte ohne Mitgliedsbeitrag und ohne Abendtermine.

Die Idee ging auf. Rund 250 Mitglieder zählt der Club heute – Unternehmer, Führungskräfte, Selbständige und Manager aus unterschiedlichsten Branchen. Für einen Jahresbeitrag von 1500 Euro plus Mehrwertsteuer erhalten sie Zugang zu einem Netzwerk, das diskret und zugleich lebendig ist.

Chris Fleischhauer (rechts) moderiert künftig die Veranstaltungen des Business Clubs. Foto Uwe Bogen

Beim Sommerfest stellt Jörg Mink zwei neue Mitglieder des Business Clubs vor: Chris Fleischhauer als Moderator sowie Hörbuch-Sprecher Helge Sidow als Sprech- und Kommunikationscoach.

Persönliche Begegnungen statt digitaler Kontakte

In der digitalen Zeit, in der viele Kontakte über Bildschirme entstehen, setzt der Business Club Stuttgart bewusst auf das persönliche Gespräch. Vertrauen wächst nicht per Mausklick.

Wer glaubt, der sprichwörtliche schwäbische Geiz herrsche auch auf der Solitude, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Club ist kein Ort des knauserigen Kalkulierens, sondern einer, an dem sich Menschen etwas gönnen: gutes Essen, gute Gespräche und Begegnungen, die nicht im Internet entstehen.

Denn das Erfolgsrezept des Clubs bleibt einfach: Netzwerke funktionieren am besten, wenn Menschen sich persönlich kennen

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