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Neuer Kommunikationschef

Breuninger: Felix Haußmann steigt auf – Verkauf laut Insider nicht vom Tisch


Uwe Bogen ·31. August 2026 ·5 Min. Lesezeit News

Bei Breuninger übernimmt Felix Haußmann die Leitung der Unternehmenskommunikation. Sein Vorgänger geht nach nur zwei Jahren. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der das Traditionshaus dank seines starken Online-Geschäfts operativ gut dasteht. Doch die Verkaufsfrage ist laut einem Insider noch nicht endgültig vom Tisch.

Felix Haußmann (oben links) steigt bei Breuninger auf und wird zum 1. September Kommunikationschef. Sein Vorgänger Andreas Wallbilich hat das Unternehmen bereits nach zwei Jahren verlassen. Foto: Breuninger

Zum 1. September steigt Felix Haußmann zum Chef der Unternehmenskommunikation bei Breuninger auf. Damit übernimmt er eine wichtige Aufgabe in einem Traditionshaus, das als Stuttgarter Big Player und ganzer Stolz der Stadt großen Wert auf eine tadellose Außenwirkung legt.

Der bisherige Team Lead Corporate Communications trägt künftig den Titel Director Communications & Corporate Affairs. In dieser Funktion verantwortet Haußmann die Bereiche Corporate Communications, Corporate Content Production und Corporate Affairs. Zugleich ist er Pressesprecher des Stuttgarter Modeunternehmens.

Haußmann ist kein Neuzugang. Der frühere Journalist arbeitet seit März 2022 für Breuninger und kennt das Unternehmen und seine Kommunikationsstrukturen bereits seit mehreren Jahren. Zuletzt war er für die operative Steuerung der Unternehmenskommunikation und die Weiterentwicklung des Teams verantwortlich. Zuvor arbeitete er in ähnlicher Funktion bei der Convensis Group.

Wie der neue Kommunikationschef seine Aufgabe sieht 

Auf LinkedIn beschreibt der künftige Breuninger-Pressechef  sein berufliches Profil so: Er leite Unternehmenskommunikation an der Schnittstelle von Reputation, öffentlicher Wahrnehmung von Führungskräften und strategischer Positionierung. Sein Schwerpunkt liege auf der Positionierung von Führungspersönlichkeiten, der Unternehmensreputation und der Kommunikation in komplexen Situationen. Dabei unterstütze er Führungsteams insbesondere dann, wenn Klarheit, Abstimmung und Vertrauen gefragt seien.

Er habe in unterschiedlichen Branchen Unternehmen bei interner und externer Kommunikation, beim Umgang mit Stakeholdern sowie bei sensiblen Kommunikationsthemen beraten. Besonders interessiere ihn die Frage, wie Kommunikation die öffentliche Wahrnehmung, die Glaubwürdigkeit von Führungskräften und die Widerstandsfähigkeit von Organisationen beeinflusse.

Das könnte bei Breuninger durchaus gefragt sein.

Breuninger-CEO Holger Blecker (links) beim Richtfest des Breuninger Parks vor wenigen Wochen. Foto: Breuninger

Vorgänger geht nach nur zwei Jahren

Haußmann folgt auf Andreas Wallbillich, der Breuninger Ende August nach Unternehmensangaben auf eigenen Wunsch verlässt. Wallbillich war erst seit rund zwei Jahren für das Unternehmen tätig – sein Vorgänger Christian Witt war etwa 14 Jahre lang geblieben. Was der Familienvater Wallbillich künftig beruflich macht, war zunächst nicht zu erfahren. 

Seine Zeit als Kommunikationschef fiel ausgerechnet in eine für Breuninger ungewöhnlich unruhige Phase. Als Wallbillich nach Stuttgart kam, rückten Berichte über einen möglichen Verkauf des Modehauses und seines umfangreichen Immobilienbesitzes in den Mittelpunkt.

Für die Kommunikation war das eine heikle Situation.

Nach außen erklärte Wallbillich damals wiederholt, zu einem möglichen Verkauf nichts sagen zu können. Dies tat er durchaus freundlich und charmant. Trotzdem entstand zeitweise der Eindruck, das Unternehmen sei von den Berichten über Verkaufsabsichten selbst überrascht worden.

Breuninger feiert: Stuttgart bekommt einen grünen Ort über den Dächern der Stadt

Ein mit den damaligen Vorgängen vertrauter Insider zeichnet gegenüber EchtStuttgart allerdings ein anderes Bild. Nach seiner Darstellung hatte die „Wirtschaftswoche“, die zuerst über Verkaufsabsichten der Eigentümer berichtet hatte, bereits Tage vor der Veröffentlichung bei Breuninger angefragt.

Aus Sicht des Insiders hätte sich das Unternehmen deshalb besser auf die anschließende Welle von Medienanfragen vorbereiten können. 

Ob und in welchem Umfang die Kommunikationsabteilung damals tatsächlich vorab über mögliche Verkaufsüberlegungen informiert war, lässt sich von EchtStuttgart nicht unabhängig überprüfen.

Rund 60 Prozent des Umsatzes kommen online

Inzwischen ist es um einen möglichen Eigentümerwechsel deutlich ruhiger geworden. Erledigt sei das Thema damit aber nicht unbedingt, sagt der Insider.

Dabei ist Breuninger längst viel mehr als ein Betreiber großer Warenhäuser. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden inzwischen online erzielt. Das Unternehmen zählt damit zu den führenden Online-Modehändlern im Premiumsegment.

Breuninger hat etliche Länder für den Online-Handel neu aufgenommen. Foto: Breuninger

Der starke Online-Anteil verändert auch die Bedeutung der großen Häuser in Stuttgart und anderen Städten. Sie sind nicht mehr ausschließlich Verkaufsflächen, sondern zugleich Schaufenster für die Marke und das Onlinegeschäft. Kunden erleben dort Breuninger, die Marken und den Service – und kaufen möglicherweise später im Internet.

Doch dieses Schaufenster ist teuer. Große Innenstadtflächen, Personal und Betrieb verursachen erhebliche Kosten. Deshalb bleibt der stationäre Handel trotz des starken Onlinegeschäfts eine Herausforderung. Auch dort müssen Strukturen angepasst und Stellen abgebaut werden.

Breuninger verfügt zugleich mit seinen Häusern und Immobilien über erhebliche Vermögenswerte. Gerade diese Kombination aus einem starken Onlinegeschäft, einer bekannten Marke und wertvollen Immobilien hatte das Unternehmen für potenzielle Käufer interessant gemacht.

Das Verkaufsthema ist offenbar noch nicht erledigt

Nach Einschätzung des Insiders könnte deshalb auch ein Verkauf von Breuninger langfristig wieder auf die Tagesordnung kommen. Die Immobilienpreise dürften aus seiner Sicht auf absehbare Zeit kaum deutlich steigen. Gleichzeitig werde es für den stationären Handel nicht einfacher.

„Der Verkauf ist noch nicht vom Tisch“, sagt der Insider.

Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschärfen, könnte ein Verkauf für die Eigentümer wieder attraktiver werden. Belege für unmittelbar bevorstehende Verkaufsverhandlungen gibt es derzeit allerdings nicht.

Ein anderer Führungsstil unter Holger Blecker

Intern habe sich Breuninger in den vergangenen Jahren zugleich deutlich verändert, berichtet der Insider. CEO Holger Blecker genieße bei vielen Beschäftigten einen guten Ruf und werde als Teamplayer wahrgenommen.

Das sei nicht immer so gewesen. In früheren Zeiten sei das Unternehmen deutlich patriarchalischer geführt worden; abweichende Meinungen hätten es schwerer gehabt. Unter Blecker habe sich die Führungskultur verändert. Diskussionen und andere Sichtweisen würden heute stärker zugelassen.

Nach Einschätzung des Insiders steht Breuninger unter Bleckers Führung insgesamt gut da. Das schützt das Unternehmen allerdings nicht vor den strukturellen Problemen des Einzelhandels: hohe Kosten, veränderte Einkaufsgewohnheiten und der Druck, das Zusammenspiel von erfolgreichem Onlinegeschäft und teuren Innenstadtflächen wirtschaftlich tragfähig zu halten.

Für Felix Haußmann beginnt die neue Aufgabe damit in einer interessanten Phase. Nach außen ist es um Breuninger ruhiger geworden. Doch die großen strategischen Fragen sind nicht zwangsläufig verschwunden.

Und sollte die Verkaufsfrage wieder auf den Tisch kommen, dürfte Breuninger diesmal kommunikativ besser vorbereitet sein wollen.

Im neuen Breuninger Park wird es einen öffentlichen Dachgarten geben. Foto: Breuninger
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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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  5. Ein anderer Führungsstil unter Holger Blecker

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