Uwe Bogen
EchtStuttgart sprach mit Märkte-Chef
Das Feuer war gewaltig – doch erste Teile des Großmarktes nehmen Betrieb wieder auf
4. Juli 2026
Der Großbrand in Wangen hält Stuttgart in Atem. Anders als vielfach berichtet, habe nicht der gesamte Großmarkt gebrannt, sagt Märkte-Chef Thomas Lehmann im Gespräch mit EchtStuttgart. Der Geschäftsbetrieb habe in Teilen des Areals bereits wieder begonnen. Wie geht es weiter?
Der Großbrand auf dem Stuttgarter Großmarkt in Wangen hat in der Nacht auf Samstag für einen der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre gesorgt. Etwa anderthalb Stunden vor Mitternacht brach das Feuer in einem Lagerhallenkomplex im Industriegebiet aus. Meterhohe Flammen und gewaltige Rauchwolken waren weithin sichtbar und sorgten für ein spektakuläres, zugleich aber dramatisches Bild über dem Neckartal.
Die Feuerwehr sprach vom größten Einsatz der vergangenen Jahre. Über Warn-Apps wurde die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da dichter Rauch über Teile der Stadt zog.
Trotz der verheerenden Bilder gibt es inzwischen erste positive Nachrichten. Seit Samstagvormittag st ein Teil des Großmarktes bereits wieder in Betrieb. Das bestätigte Großmarkt-Chef Thomas Lehmann im Gespräch mit EchtStuttgart.
Gebrannt haben die hinteren Bereiche des Geländes – „keineswegs der gesamte Großmarkt, wie es in vielen Zeitungen und Medien dargestellt wurde“, sagt Lehmann. Große Teile des Marktes seien von den Flammen verschont geblieben. So sei beispielsweise auch die Blumenhalle nicht vom Brand betroffen gewesen, wie es zunächst hieß. Allerdings hatten Feuerwehr und Polizei den Zugang aus Sicherheitsgründen abgesperrt, damit die Einsatzkräfte ungehindert arbeiten konnten. Das gesamte, verschachtelte Gelände war für Beschäftigte und Kunden nicht zugänglich.
Am frühen Samstagmorgen standen wie gewohnt zahlreiche Gastronomen und Floristen vor den Toren des Großmarktes, um frische Ware einzukaufen. Frische Blumen konnten an diesem Morgen allerdings nicht verkauft werden. Sie sind noch in der Halle und sollen dank der Kühlung unbeschädigt bleiben. Wegen der Sperrungen war ein regulärer Verkauf zunächst nicht möglich – auch nicht beim Obst und Gemüse. Die ersten Absperrungen wurden am Nachmittag aufgehoben.
Währenddessen kämpfte die Feuerwehr auch am Samstag noch gegen die Flammen. Nach Angaben der Einsatzleitung war der Brand zwar ab Mittag unter Kontrolle, doch man müsse weiter nach Glutnestern schauen.. Feuerwehrsprecher Daniel Anand erklärte, dass sich die Brandbekämpfung äußerst schwierig gestalte. Teile der Lagerhallen seien bereits eingestürzt, weitere Bereiche seien einsturzgefährdet. Deshalb können die Einsatzkräfte die Hallen nicht betreten und löschen das Feuer ausschließlich von außen.
Um an weitere Brandherde zu gelangen, unterstützt das Technische Hilfswerk die Feuerwehr mit schwerem Gerät. Ein Bagger trägt Teile der beschädigten Hallen ab. Sollte die Statik es erforderlich machen, könnten einzelne Hallen oder sogar der gesamte betroffene Hallenkomplex abgerissen werden. Ein Statiker soll die Schäden nun bewerten.
Großmarkt-Chef Thomas Lehmann blickt dennoch vorsichtig optimistisch auf die kommenden Tage. Er geht davon aus, dass weitere Teile des Großmarktes ihren Betrieb schon bald wieder ganz normal aufnehmen können – die ersten Betriebe hätten am Samstagnachmittag damit begonnen.
Nach den dramatischen Stunden der Nacht ist das für Händler, Gastronomen und Floristen ein wichtiges Signal: Der Großmarkt lebt weiter – auch wenn die Aufräumarbeiten in den zerstörten Hallen noch lange nicht beendet sind.
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