Uwe Bogen
Kiwanis-Event im Dorotheen-Quartier
„Das ist echt Stuttgart“ – Romulo Kurányis Kunstspende für Kinder
30. Mai 2026
Erfolg teilen, Gutes tun, Freude schenken: Mit einer Kunstspende an Kiwanis verabschiedet sich Romulo Kurányi aus seinem Pop-up-Atelier im DoQu. Sein 14.500 Euro-Werk „Present Energy“ soll benachteiligten Kindern helfen – und macht sichtbar, warum Helfen happy macht.
Dieser Abend ist emotional, lustig, mit viel Energie und Lebensfreude aufgeladen. Zwei Monate lang war der Künstler Romulo Kurányi (Mutter ist Brasilianerin, Vater Deutscher und der Halbbruder ist der frühere Fußballstar Kevin Kurányi) mit einem Pop-up-Atelier im Dorotheen Quartier präsent. Nun verabschiedet sich der 37-Jährige von Stuttgart – zumindest vorerst. Es ist die sechste Saison seines Pop-up-Konzepts, das von Jahr zu Jahr immer größere Kreise gezogen und immer noch mehr Sponsoren angelockt hat.
Jetzt zieht es ihn zurück nach Brasilien. Dort lebt seine Familie mit den Kinder. In Rio malt er viele seiner Werke, in Deutschland verkauft er sie. Und das mit wachsendem Erfolg.
„Ich habe weder dort noch hier Heimweh“, sagt Romulo. Wohl fühlt er sich in beiden Welten, und er liebt vor allem das Hin und Her.
Diese Verbindung zwischen zwei Kontinenten spiegelt sich auch in seiner Kunst wider: Sie ist bunt, optimistisch, emotional und voller Lebenslust.
Ein Abschiedsgeschenk mit großer Wirkung
Zum erneuten Abschied aus Stuttgart hat sich Romulo etwas Besonderes einfallen lassen. Er übergibt dem Stuttgarter Kiwanis-Präsidenten Zoltán Bagaméry das wohl größte Kunstwerk der Ausstellung und spendet es für einen guten Zweck.
Das Werk trägt den Titel „Present Energy“, misst beeindruckende 150 mal 150 Zentimeter und hat einen Verkaufspreis von 14.500 Euro. Gemalt hat Romulo das Bild in Brasilien. Für die Reise nach Deutschland wurde es eingerollt und im Flugzeug transportiert.
- KLICKT HIER AUF DAS VIDEO VON DER ENTHÜLLUNG DES KUNSTWERKS:
Seit Tagen hat Kiwanis die Neugier angeheizt. Niemand wusste, wie das Werk, das Romu spendet, aussehen würde. Selbst an diesem Abend hält er sich mit Details bewusst zurück.
Bis zum entscheidenden Moment gibt er nichts preis. Das Bild ist hinter einer großen Pappe verborgen. Dann wird die Abdeckung entfernt – und erstmals wird „Present Energy“ sichtbar.
Die Worte Trust, Health und Love stehen auf dem Kunstwerk
Das farbenfrohe Werk kommt sofort an, bei einigen ist’s sein bisschen wie bei Liebe auf den ersten Blick. Zu sehen ist eine fröhliche Figur mit weit aufgerissenen Augen und wild abstehenden Haaren. Die Worte „Trust“, „Health“ und „Love“ stehen auf dem großen Werk drauf, also Vertrauen, Gesundheit und Liebe. Ein Unendlichkeitszeichen ist mehrfach zu sehen. „Ich wünsche Kindern unendliches Glück“, sagt Romulo.
Für ihn steckt hinter dem Bild aber noch mehr.
„Das Kunstwerk hat mit großem Charakter zu tun“, erklärt er. „Vielleicht sogar mit Zoltán.“
Es zeige Charakter, wenn Menschen bereit seien, anderen zu helfen und nicht nur an sich selbst zu denken.
Dieser Gedanke trifft einen Nerv unserer Zeit. Viele Menschen, die beruflich erfolgreich waren beziehungsweise sind oder ihre Ziele erreicht haben, gelangen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich fragen: Wie kann ich etwas von meinem Glück weitergeben? Wie kann ich Menschen unterstützen, die nicht dieselben Chancen hatten?
Die Suche nach Sinn und gesellschaftlicher Verantwortung spielt für viele eine immer größere Rolle. Es geht in Stuttgart längst nicht mehr nur um Karriere, Besitz oder Status. Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Erfolg auch etwas Positives bewirken.
Eine Plattform für gesellschaftliches Engagement
Genau deshalb passt dieser Abend so gut zu dem, wofür EchtStuttgart stehen möchte. Unser Magazin versteht sich nicht nur als Plattform für spannende Menschen, Kultur und Wirtschaft, sondern auch für soziale Initiativen und gesellschaftliches Engagement.
Unsere Überzeugung lautet: Helfen macht happy.
Und tatsächlich scheint dieser Satz an diesem Abend überall im Raum spürbar zu sein.
„Das ist echt Stuttgart“
Nach der Enthüllung stehen viele Gäste vor dem Werk, betrachten die Details und diskutieren über die Botschaft des Bildes.
Besucherin Julia Lohoff bringt die Stimmung schließlich auf den Punkt.
Als sie das fröhliche, lebensbejahende Kunstwerk und hört, wie Romulo Kuranyi es klärt, ruft sie spontan laut in die Runde:
„Das ist echt Stuttgart!“
Die Anspielung auf unser Magazin sorgt für Schmunzeln – und trifft zugleich den Kern des Abends. In dem temporären Atelier, das schon bald einer Modeboutique weichen soll, kommen Kunst, Unternehmertum, soziales Engagement, Verantwortung und Lebensfreude zusammen.
Vielleicht ist genau das ein Teil dessen, was Stuttgart ausmacht: Viele Menschen, die beruflich erfolgreich sind, fragen sich irgendwann, wie sie etwas von ihrem Glück weitergeben können. Nicht Status steht dann im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie man die Gemeinschaft stärken kann. Und manchmal vermischt sich auch alles: Selbstdarstellung und Solidarität.
Eine Stadt lebt vom Zusammenhalt. Davon, dass diejenigen, denen es gut geht, auch jene im Blick behalten, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. An diesem Abend wird genau dieser Gedanke sichtbar – in einem Kunstwerk, das künftig benachteiligten Kindern und Jugendlichen zugutekommen soll.
Romulo Kurányi begeistert seit Jahren mit seiner unverwechselbaren Pop-Art. Seine Werke hängen längst nicht mehr nur in Stuttgart, sondern finden Sammler und Fans weit darüber hinaus.
Dabei pendelt der Künstler regelmäßig zwischen Deutschland und Brasilien. Während Brasilien für ihn Rückzugsort, Familie und kreative Inspiration bedeutet, ist Deutschland der Ort, an dem er seine Kunst erfolgreich präsentiert und verkauft.
Erneut hat seine Kreativität die Modebranche erreicht. Gemeinsam mit dem Wäschelabel SKINY entwickelte Romulo die Kollektion „Hello Sunshine“. Dafür entwarf er eine stilisierte Sonne, die für Wärme, Energie und Optimismus steht und sich durch die gesamte Kollektion zieht.
Die Kooperation zeigt, wie vielseitig seine Bildsprache inzwischen geworden ist und wie erfolgreich sich seine Kunst auch außerhalb klassischer Galerieräume entfaltet.
Vorfreude auf die große Versteigerung
Nach der feierlichen Übergabe wächst nun die Spannung auf das nächste Kapitel.
Beim KIWANIS KULINARIUM am 7. November im GoldbergWerk wird „Present Energy“ meistbietend versteigert. Viele hoffen, dass das außergewöhnliche Werk einen hohen Erlös erzielt und damit möglichst vielen Kindern und Jugendlichen helfen kann.
Romulo jedenfalls hat mit seiner Spende bereits ein starkes Zeichen gesetzt.
Sein Abschied aus dem Dorotheen- Quartier wird deshalb nicht nur das Ende eines erfolgreichen Pop-up-Ateliers sein. Garantiert kommt er nächstes Jahr wieder – bestimmt wieder mit Ideen, anderen zu helfen. Denn auch das gehört zu Stuttgart, das hier nicht nur Egoisten leben.
Oder, um es mit den Worten von Julia Lohoff zu sagen:
„Das ist echt Stuttgart.“
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