Uwe Bogen
Interview
Eine Mega-Radtour für das Leben: John, wie fühlst du dich kurz vor dem Start?
4. Mai 2026
Indien, er kommt! Am Freitag startet John Müller eine spektakuläre Radtour im Kampf gegen Krebs. In 80 Tagen will er vor dem Taj Mahal stehen. EchtStuttgart, das Magazin mit dem Benefizgedanken, unterstützt das Projekt und spendet Werbeerlöse. Ein Update vor dem Start. Sechs Fragen an den großartigen John.
Die Radtour über 8000 Kilometer ist Spendenaktion, Grenzerfahrung und Botschaft zugleich – John Müller möchte unterwegs über Krebs sprechen, Betroffenen Mut machen und Geld sammeln, unter anderem für die Krebsforschung. 100 Kilometer pro Tag hat er sich vorgenommen. Unser Magazin wird seine Reise digital begleiten – und ihn mit weiteren Spenden unterstützen.
Zum Start in Berlin reist Uli Weinz von der in Stuttgart ansässigen Children Cancer Foundation an, dessen Botschafter der 26-jährige John ist. Sie wird dort den symbolischen Auftakt begleiten: Johns kleinem Bruder übergibt sie die Startschuss-Pistole mit Leuchtmunition, seiner Mutter eine Konfettikanone. Vor dem Startschuss haben wir mit John Müller gesprochen.
Hi John, unsere Leserinnen und Leser haben deine Geschichte bei EchtStuttgart verfolgt. unsere Werbepartner haben für dein Projekt gespendet: Wie ist die Stimmung kurz vor dem Start?
John Müller:
Die Vorfreude ist riesig. Aber erstmal ein dickes Dankeschön an Euch. Eure Spendenaktion ist ganz großartig. Ich habe alles genau verfolgt. Bekomme immer zeitversetzt die Überweisungsbelege Eurer Werbepartner zugeschickt und bin völlig begeistert, was ihr macht. Bei mir geht es am Freitag, den 8. Mai, um 8.30 los – und dieses Datum hat für mich eine ganz besondere Bedeutung.
Vor genau drei Jahren wurde an diesem Tag mein Tumor entfernt, zusammen mit zwei Rippen. Das war eine Operation auf Leben und Tod. Wenn sie nicht gut verlaufen wäre, wäre das vermutlich mein Ende gewesen.
Das Hauptfoto auf meiner Spendenseite zeigt mich direkt nach dieser OP – es erinnert mich jeden Tag daran, warum ich diese Reise mache.
Wie startest du in dieses große Abenteuer?
John Müller:
Der Auftakt findet in Berlin statt: Wir werden mindestens 100 Radfahrer sein, die gemeinsam ein Zeichen für krebskranke Kinder und junge Erwachsene mit Krebserkrankung setzen. Wir fahren etwa zwei Kilometer vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor. Es werden auch Krebsstiftungen vor Ort sein – das bedeutet mir sehr viel.
Eine Woche später gibt es eine ähnliche Aktion in München. Danach bin ich größtenteils allein unterwegs.
In den nächsten Tagen veröffentliche ich meine Route online. Ich freue mich sehr, wenn sich Menschen melden, die mir unterwegs eine Übernachtungsmöglichkeit anbieten können – es gibt noch einige offene Etappen.
Ich werde durch Deutschland und insgesamt 15 Länder fahren. Dabei möchte ich mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen und das Thema Krebs dorthin bringen, wo es oft verdrängt wird – mitten in den Alltag, auch an den Abendbrottisch.
Auf Instagram zeigst du dich oft sehr humorvoll – selbst wenn es um ernste Themen geht. Zum Beispiel deine Geschichte vom Urologen …
John Müller:
(lacht) Ja, Humor hilft mir einfach sehr. Der Urologe meinte, als er meine Hoden abgetastet hat, dass er von meiner geplanten Radtour gehört hat – und offenbar kannte mich die ganze Praxis aus dem Internet. Es ist tatsächlich schon zwei- oder dreimal passiert, dass ich erkannt wurde. Ich glaube, genau dieser Mix aus Ernsthaftigkeit und Humor macht es leichter, über Krebs zu sprechen.
Was wirst du auf deiner Reise am meisten vermissen?
John Müller:
Ganz banal: ein trockenes Dach über dem Kopf, wenn es tagelang regnet und alles durchnässt ist. In solchen Momenten wird man sehr dankbar für einfache Dinge.
Und dann natürlich Essen: Ich bin ein großer Müsli-Fan – als Allgäuer „Bub“ mit Milchprodukten aufgewachsen. In vielen Ländern, durch die ich fahre, wird es das so nicht geben. Das werde ich definitiv vermissen.
Und wovor hast du Angst?
John Müller:
Ein großes Thema sind die Visa – vor allem für Länder wie Pakistan oder Afghanistan. Es ist noch nicht sicher, ob ich überall problemlos einreisen kann.
Außerdem gibt es in einigen Regionen viele Straßenhunde. In internationalen Radfahrer-Foren liest man immer wieder von Hunden, die Radfahrer verfolgen und in die Waden beißen. Einige haben sich dabei ernsthafte Verletzungen zugezogen – das ist also ein reales Risiko.
Trotzdem bin ich ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass am Ende alles gut wird.
Was ist deine wichtigste Botschaft auf dieser Tour?
John Müller:
Mir ist sehr wichtig, Krebspatientinnen und Krebspatienten zu zeigen, dass eine Krebsdiagnose nicht automatisch das Lebensende bedeutet. Man kann auch nach einer schweren Behandlung wieder nach vorne schauen und seine Träume aktiv in die Hand nehmen.
Ich möchte Mut machen, den eigenen Weg weiterzugehen – trotz aller Unsicherheit, die so eine Krankheit mit sich bringt,
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