Uwe Bogen

Auftakt nach Maß mit Gregory Porter

Gelungene Premiere: So feiern italienische Medien die Jazz Open in Modena

14. Juli 2026

Besser hätte die Premiere kaum laufen können: EchtStuttgart hat die  italienischen Medienberichte zu den Jazz Open Modena gelesen. Das Echo ist durchweg positiv – das Stuttgarter Festivalkonzept überzeugt. Gregory Porter gilt als Star der Eröffnung.

Die Jazz Open in Modena vor historische Kulisse- Fotos: Jazz Open

Was in Stuttgart in  mehr als drei Jahrzehnten gewachsen ist, soll nun auch in Italien funktionieren. Mit den ersten Jazz Open Modena haben die Veranstalter um Festivalchef Jürgen Schlensog den Schritt ins Ausland gewagt – und der Auftakt in der Emilia-Romagna macht Mut für mehr. Nur einen Tag nach dem Finale der Jazz Open in Stuttgart ging es in Norditalien los.

Sechs Tage lang wird die historische Piazza Roma zur großen Open-Air-Bühne. Das Konzept ist dabei nahezu identisch mit dem Stuttgarter Erfolgsmodell: internationale Stars auf der Hauptbühne, kostenlose Konzerte in Parks und Clubs, ein hochwertiges gastronomisches Angebot und ein Festival, das die gesamte Innenstadt einbezieht. Unterstützt wird die italienische Premiere von starken lokalen Partnern – allen voran Ferrari, das als Aushängeschild der Region hinter dem neuen Festival steht. Erwartet werden rund 30.000 Besucherinnen und Besucher.

Gelungener Auftakt mit Diana Krall und Gregory Porter

Den Eröffnungsabend bestritten zwei der größten Namen des modernen Jazz: Diana Krall und Gregory Porter.

EchtStuttgart hat sich die Medienberichten zu den italienischen Jazz Open angeschaut und von KI übersetzen lassen.

Der Fernsehsender Sky TG24 bezeichnet den US-Sänger als den eigentlichen Höhepunkt des Abends. Porter habe mit seiner warmen Stimme, seiner natürlichen Bühnenpräsenz und seiner Mischung aus Jazz, Soul und Gospel die Atmosphäre auf der Piazza Roma komplett verändert. Wo Krall eher introvertiert gewirkt habe, sei es Porter gelungen, das Publikum mitzureißen und „eine unmittelbare Verbindung zu den mehreren tausend Besuchern“ aufzubauen.

Am Montag sind die Jazz Open nach dem Stuttgarter Erfolgskonzept in Modena vor traumhafter Kulisse gestartet. Am Mittwochabend sorgt ein Unwetter für die Zwangspause. Foto: Jazz Open
Modena feiert Gregory Porter.

Auch regionale Medien sprechen von einem gelungenen Festivalstart. Die Gazzetta di Modena hebt insbesondere Porters charismatischen Auftritt hervor und beschreibt die Premiere insgesamt als erfolgreichen Einstand der Jazz Open in Italien. Rund 3500 Besucher verfolgten demnach den ersten Abend auf der Piazza Roma und sorgten für eine begeisterte Stimmung bis weit nach Konzertende.

„Festival auch wirtschaftlich bedeutsam“

Das Fachmagazin Il Giornale della Musica hebt einen anderen Aspekt hervor: Für Modena sei die Premiere nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich bedeutsam. Erwartet würden zahlreiche internationale Besucher, was Hotels, Gastronomie und Einzelhandel zugutekomme. Ferrari, die Stadt Modena und weitere regionale Partner stünden dabei als wichtige Unterstützer hinter dem Festival.

Auffällig ist außerdem, dass italienische Medien die Zusammenarbeit mit Ferrari nicht als bloßes Sponsoring darstellen. Vielmehr wird sie als Ausdruck der Identität Modenas verstanden: Musik, Motor Valley und die internationale Ausstrahlung der Stadt sollen gemeinsam präsentiert werden.

Das Stuttgarter Konzept funktioniert auch in Italien

Wer die Jazz Open aus Stuttgart kennt, sieht die Übereinstimmung mit dem Programm in Modena. Das Festival versteht sich nicht ausschließlich als Jazzfestival, sondern als „Jazz & Beyond“: Jazz trifft auf Soul, Pop, elektronische Musik und internationale Crossover-Künstler.

Am Dienstag spielte US-Star Moby bei den Jazz Open Modena, der am Sonntag noch in Stuttgart auf dem Schlossplatz aufgetreten ist. Foto: Kuhn

Mit Künstlern wie Moby, Jamie Cullum, Joss Stone, Parov Stelar, Jean-Michel Jarre oder Meute – alles Namen, die wir aus Stuttgart gut kennen –  setzt das Line-up auf eine große stilistische Bandbreite. Genau diese Mischung hat die Jazz Open in Stuttgart in über 30 Jahren zu einem der erfolgreichsten europäischen City-Festivals gemacht – nun soll sie auch in Italien funktionieren und „immer weiter wachsen“. 

Am zweiten Abend der Jazz Open Modena spielt Moby, der am Sonntag noch auf dem Schlossplatz  aufgetreten ist. In Stuttgart musste er um 22.30 Uhr aufhören – in Italien ist erst um Mitternacht Schluss. „Die Stimmung ist italienisch“, berichtet der frühere Südwestbank-Chef und Unternehmensberater Wolfgang Kuhn,  der mit seiner Frau nach Modena gereist ist, „hier steppt der Bär.“

Und Promoter Jürgen Schlensog berichtet uns nach dem Moby-Konzert: „Sold out 6.800. Das Team macht eine tolle Arbeit. Italien staunt über die Qualität unserer Produktion.“

  • HIER DAS VIDEO VON DEN JAZZ OPEN MODENA:

Ein Festival mit europäischer Perspektive

Dass ausgerechnet Modena als erster internationaler Standort ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Die UNESCO-Musikstadt verbindet Kultur, Kulinarik und das weltbekannte Motor Valley mit Marken wie Ferrari und Maserati. Für die Veranstalter bietet die Stadt damit ideale Voraussetzungen für ein hochwertiges Festival mit internationaler Ausstrahlung.

Die Premiere zeigt bereits, welches Potenzial in dem Konzept steckt. Zwar gab es vereinzelt Kritik an der Programmplanung – einige kostenlose Konzerte liefen zeitgleich zu den kostenpflichtigen Hauptshows –, grundsätzlich fällt das erste Fazit der italienischen Medien jedoch positiv aus.

Für die Veranstalter dürfte das die wichtigste Nachricht sein: Das Erfolgsmodell aus Stuttgart lässt sich exportieren. Modena soll keine einmalige Ausgabe bleiben, sondern sich langfristig als zweiter Standort der Jazz Open etablieren. Gelingt dieser Aufbau in den kommenden Jahren, könnte aus einem Stuttgarter Festival eine europäische Marke werden.

Große Show von Moby in Modena. Foto: Kuhn

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Illustration von Stuttgart
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