Stuttgart-Album

Vom Ford 17 M bis zur alten Ampel: Eine Stuttgarter Kindheit in den 1960ern


Uwe Bogen ·11. August 2026 ·4 Min. Lesezeit News

Das Stuttgart-Album ist eine Reise durch die Erinnerungen unserer Community. Diesmal öffnet Ingrid von Olnhausen-Feuchter ihr Familienalbum und zeigt uns ihr Stuttgart der 1960ern – von Stammheim über Weilimdorf bis zum Killesberg.

Mit der Mutter und Großmutter auf dem Killesberg. Alle Fotos: Ingrid von Olnhausen-Feuchter

Manchmal braucht es nur ein paar alte Fotos, um eine ganze Kindheit wieder lebendig werden zu lassen. Ingrid von Olnhausen-Feuchter hat in ihren alten Fotoalben gestöbert und uns fünf besondere Aufnahmen aus ihrem Leben in Stuttgart geschickt.

Die Bilder führen uns nach Stammheim, Weilimdorf und in die Stuttgarter Innenstadt – und erzählen ganz persönliche Geschichten aus einer Zeit, in der Stuttgart noch ganz anders aussah.

Ingrid von Olnhausen-Feuchter, Jahrgang 1955, ist in Zuffenhausen und Stammheim aufgewachsen. Zu ihren Fotos schreibt sie:

„Liebes EchtStuttgart-Team,

ich weiß nicht, ob es interessiert – wenn nicht, dann einfach löschen.

Ich habe in alten Fotos gestöbert und lege diese Fotos mit kurzer Erklärung bei.

Ich heiße Ingrid von Olnhausen-Feuchter, geboren 1955 und in Stuttgart Zuffenhausen/Stammheim aufgewachsen. Ich lese sehr interessiert die Geschichten aus Stuttgart – bitte nicht damit aufhören.“

Natürlich haben wir die Fotos nicht einfach gelöscht. Im Gegenteil: Genau solche Einsendungen sind es, die unser Stuttgart-Album ausmachen. Wir freuen uns immer sehr, wenn unsere Leserinnen und Leser ihre alten Fotos, Erinnerungen und Geschichten mit uns teilen. Sie sind eine tolle Sache für das Stuttgart-Album – und machen es zu einem echten Gemeinschaftsprojekt.

Denn der Blick zurück ist für uns wichtig. Wenn wir sehen, wie Stuttgart früher aussah, wie Menschen gelebt haben und wie sich Straßen, Gebäude und ganze Stadtteile verändert haben, verstehen wir auch unsere Stadt heute besser. Und vielleicht hilft uns dieser Blick in die Vergangenheit sogar dabei, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Das Stuttgart-Album ist inzwischen eine große Gemeinschaft von Stuttgart-Fans. Mehr als 27.000 Menschen folgen dem Projekt allein auf Facebook und haben mit ihren Bildern, Erinnerungen und Geschichten dazu beigetragen, ein ganz besonderes Stück Stuttgarter Zeitgeschichte zusammenzutragen.

Die Macher des Stuttgart-Albums haben gemeinsam mit den Machern von Unnützes Stuttgart-Wissen inzwischen das OnlineMagazin Echt Stuttgart gegründet. Was geblieben ist, ist die Leidenschaft für unsere Stadt – und die Freude daran, Geschichte und Geschichten aus Stuttgart zu erzählen.

Aufgewachsen „In den Hochwiesen“

Während ihrer Schulzeit wohnte Ingrid „In den Hochwiesen“ in Stuttgart-Stammheim. An Ostern 1962 wurde sie dort in die Grundschule eingeschult.

Einschulung im Jahr 1962.

Im Hintergrund, dort wo heute die Baumreihe zu sehen beziehungsweise die B10 verläuft, hat sich die Umgebung inzwischen stark verändert. Gegenüber des damaligen Wohnhauses befindet sich heute die Feuerwehr Stuttgart-Stammheim.

Ein Foto, das damit nicht nur eine persönliche Kindheitserinnerung bewahrt, sondern auch zeigt, wie sehr sich Stammheim im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

Mit Oma zum Killesberg

Auch Weilimdorf gehört zu Ingrids Kindheitserinnerungen. Ihre Oma wohnte in der Reisachsiedlung. Wenn Ingrid sie besuchte, ging es gemeinsam hinauf zum Killesberg (erstes Foto oben).

Dort wurden die Dahlienblüte und die vielen anderen Blumen bestaunt.  Rechts ist Ingrids Oma zu sehen, links ihre Mutter. Ingrid selbst war auf dem Foto ungefähr fünf Jahre alt. Es ist also Anfang der 1960er entstanden. 

Mit der Urgroßmutter in Weilimdorf

Ein weiteres Bild zeigt Ingrid gemeinsam mit ihrer Urgroßmutter in Weilimdorf.

Familienfotos wie diese sind kleine Zeitkapseln. Sie zeigen nicht nur Menschen, sondern bewahren auch Kleidung, Frisuren, Lebensumstände und die Atmosphäre einer vergangenen Zeit.

Der Ford war der ganze Stolz

„Ford“ – das erste Wort

Eine besonders schöne Anekdote verbirgt sich hinter dem vierten Bild.  Ingrids Onkel und Tante besaßen einen Ford 17 M. An den Radläufen befanden sich Drähte, die beim Einparken am Randstein ein Geräusch verursachten.

Wenn Ingrid dieses Geräusch hörte, sagte sie „Ford“.

Es war, so erzählt sie, ihr erstes Wort.

Eine kleine Geschichte – aber vielleicht gerade deshalb eine der schönsten Erinnerungen aus ihrem Fotoalbum.

Eine ungewöhnliche Ampel

Später, während ihrer Ausbildung in Stuttgart, führte Ingrids Weg zur Berufsschule in Stuttgart-West über die Kreuzung Schwabstraße/Rotebühlstraße.

Dort gab es eine Ampel, die heute wohl viele jüngere Stuttgarter kaum noch kennen dürften

Bild 5: Mitten über der Kreuzung befand sich eine Ampel, bei der sich ein Pfeil langsam im Uhrzeigersinn drehte. Man durfte fahren, wenn der Zeiger auf Grün zeigte, und musste bei Rot anhalten.

Auch diese kleine Erinnerung zeigt, wie anders der Alltag in Stuttgart einmal war.

Vielen Dank, liebe Ingrid, dass Du Deine Fotos und Erinnerungen mit uns geteilt hast.

Und an alle anderen, die beim Durchstöbern ihrer alten Fotoalben ebenfalls auf längst vergessene Ansichten, Familienbilder oder besondere Geschichten stoßen: Schickt sie uns!

Wir freuen uns über weitere Einsendungen. Denn das Stuttgart-Album gehört allen, die ihre Erinnerungen an diese besondere Stadt mit anderen teilen.

Schreibt an: info@echt-stuttgart.de

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Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Aufgewachsen „In den Hochwiesen“
  2. Mit Oma zum Killesberg
  3. „Ford“ – das erste Wort
  4. Eine ungewöhnliche Ampel

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