Attraktion im City-Star
Wer uff em Cannstatter Wasa ins riesige „City Star“-Riesarad nei steigt, kriagt Schduagert jetzt net bloß von oba zom Seha, sondern au no uf Schwäbisch erklärt. Ond dui Stimm isch dr Dodokay.
So, nun wieder zurück auf Hochdeutsch. Schwäbisch schwätza isch schee, Schwäbisch lesa strengt o! Also wir schalten um auf dialektfrei: Dodokays wichtigster Tipp für alle, die die komplette Runde hören wollen: Gleich am Anfang auf Taste 2 drücken. Denn die schwäbische Tonspur dauert rund acht Minuten, während eine Fahrt etwa zehn Minuten lang ist.
Dodokay erzählt während der Runde unter anderem vom Cannstatter Wasen und seiner Geschichte und erklärt Stuttgarter Wahrzeichen wie den Fernsehturm. Besonders am Abend, wenn sich unter den Gondeln das Lichtermeer des Volksfests ausbreitet, bekommt die kleine Stuttgart-Rundfahrt aus der Luft eine besondere Kulisse.
Die Idee für die schwäbische Tonspur stammt von der Schaustellerfamilie Göbel. Der deutsche Ausgangstext war bereits vorhanden – Dodokay machte daraus die schwäbische Version. Und er kennt sich gut aus: Es heißt Cannstatter Volksfest, das auf dem Cannstatter Wasen stattfindet.
Der „City Star“ der Firma Göbel aus Worms ist selbst eine Attraktion. Das 2019 gebaute Riesenrad ist 65,15 Meter hoch und gilt als größtes reisendes Riesenrad der Welt. Seine 48 geschlossenen, klimatisierten Panoramagondeln bieten jeweils bis zu sechs Personen Platz.
Und gerade diese Gondeln sorgen offenbar dafür, dass sich sogar Menschen hineinwagen, die um Riesenräder normalerweise einen großen Bogen machen. Betreiber Sebastian Göbel berichtet von Besuchern, die seit 20 Jahren wegen ihrer Höhenangst nicht mehr Riesenrad gefahren seien – und sich beim „City Star“ doch wieder getraut hätten, weil die Kabinen eben nicht offen sind. Manche Gäste hätten ihre anfängliche Angst deshalb schon während der Fahrt verloren, erzählt Göbel.
Mit der Resonanz auf dem Cannstatter Volksfest ist Göbel sehr zufrieden. Besonders freut den Riesenradchef, wie international sein Publikum auf dem Wasen ist. Besucher aus aller Welt steigen in die Gondeln des „City Star“ – darunter viele ausländische Touristen. „Japaner, Amerikaner – alles da“, berichtet Göbel.
Für ihn ist das auch ein Zeichen dafür, welche internationale Anziehungskraft das Cannstatter Volksfest inzwischen hat. Göbel selbst gefällt es in Stuttgart ebenfalls sehr gut. Er sei positiv überrascht von der Resonanz und würde mit seinem Riesenrad gerne wieder auf den Wasen kommen.
Und offenbar entstehen hoch über Bad Cannstatt nicht nur schöne Urlaubsfotos. Einen Heiratsantrag hat es im „City Star“ während des Volksfests ebenfalls schon gegeben.
Will Göbel im Winter mit dem Riesending auch auf den Schlossplatz? „Nein, geht leider nicht“, antwortet er. Der Grund liegt einige hundert Kilometer weiter nordwestlich: Im Winter wird der „City Star“ in London gebraucht. Dort gehört das Riesenrad zum Winter Wonderland im Hyde Park. Für den Transport und Aufbau geht es bereits rund zwei Wochen vorher in Richtung England.
Stuttgart gefällt Göbel trotzdem ausgesprochen gut – und wenn es nach ihm geht, war es nicht der letzte Besuch auf dem Wasen.
Bis dahin gibt es hier eine Kombination, die man wohl nirgendwo sonst bekommt: 65 Meter über Bad Cannstatt schweben, auf das Lichtermeer des Wasens schauen – und sich von Dodokay auf Schwäbisch erklären lassen, was da unten eigentlich alles zu sehen ist.
Ond net vergassa: Einsteiga, hinsetza – und Taste 2 drücka.
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