Conny Mertz

Tierschützer fordern Böllerverbot

Peta protestiert gegen Sommer-Feuerwerke – Was in.Stuttgart dazu sagt

1. Juli 2026

Die Tierschutzorganisation Peta  macht gegen Sommer-Feuerwerke mobil. Im Fokus stehen neben den Flammenden Sternen in Ostfildern und das Blühende Barock in Ludwigsburg das Lichterfestival am 11. Juli auf dem Killesberg. Wie die Veranstalter von in.Stuttgart auf die Kritik reagieren.

Das Lichterfestival findet am 11. Juli auf dem Killesberg statt. Foto: in.Stuttgart/Niedermüller

Feuerwerke gehören für viele Besucher zum Höhepunkt großer Sommerfeste. Für Peta sind sie dagegen ein vermeidbarer Stressfaktor für Haus- und Wildtiere – und deshalb auch im Sommer nicht mehr zeitgemäß. Nachdem sich die Tierschützer  seit Jahren für ein Böllerverbot an Silvester einsetzen, richten sie ihren Protest nun verstärkt gegen Feuerwerke bei beliebten Veranstaltungen wie dem Lichterfestival  auf dem Killesberg, den Flammenden Sternen in Ostfildern und dem Musikfeuerwerk im Blühenden Barock in Ludwigsburg.

„Explodierende Raketen versetzen Tiere in Todesangst“

Peta hat  die Verantwortlichen angeschrieben und fordert, auf tierfreundliche Alternativen umzusteigen. Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich für ein bundesweites Verbot von Feuerwerken aus – unabhängig davon, ob sie privat an Silvester oder bei öffentlichen Veranstaltungen stattfinden.

„Während Menschen staunen, versetzen explodierende Raketen Hunde, Katzen und Wildtiere in Todesangst. Es ist nicht akzeptabel, dass Tierleid für wenige Minuten Unterhaltung in Kauf genommen wird“, erklärt Björn Thun, Fachreferent bei Peta. Statt Pyrotechnik sollten Veranstalter auf geräuscharme Licht- oder Drohnenshows setzen.

Die Schauspieler Martin Brambach und Christine Sommer fordern ein Böllerverbot. Foto: Peta

Für Stuttgart ist die Debatte besonders relevant: Das Stadtwerke Stuttgart Lichterfestival auf dem Killesberg zählt zu den größten und beliebtesten Sommerveranstaltungen der Region. Tausende Besucher kommen jedes Jahr in den Höhenpark, um Live-Musik, Lichtinstallationen und die große Abschlussshow zu erleben.

Diese setzt inzwischen allerdings längst nicht mehr ausschließlich auf Feuerwerk. Auf Nachfrage von EchtStuttgart erklärt Dennis Hamann von der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft:

„Die große Lichterfestival-Show ist das Highlight der Veranstaltung, auf das sich viele Besucher freuen. In den vergangenen Jahren haben wir als Veranstalter vermehrt Drohnen und moderne Lichtelemente in unsere große Lichterfestival-Show integriert. Der Feuerwerks- und Pyrotechnik-Abschnitt der Show wurde dabei bewusst reduziert.“

Man sei sich der Sensibilität des Themas bewusst und habe bereits Gespräche mit Peta geführt, versichert Hamann:

„Wir sind uns der Sensibilität des Themas bewusst und waren auch schon mit Peta im Austausch. Wir sind auch weiterhin mit Techniker:innen, Tierpfleger:innen und Gärtner:innen  im Gespräch, um die Auswirkungen der Veranstaltung auf Flora und Fauna so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig ein tolles Erlebnis für die Besucher zu schaffen.“

Damit versucht der Veranstalter, den Spagat zwischen dem traditionellen Publikumsmagneten und den steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Tierschutz zu meistern.

Das Lichterfestival setzt auch auf Lichterglanz ganz ohne Feuer. Foto: in.Stuttgart/Niedermüller

Nachhaltigkeit als Teil des Konzepts

Das 74. Stadtwerke Stuttgart Lichterfestival am 11. Juli versteht sich  als „modernes Festival“. Neben vier Musikbühnen, einem Familienprogramm und aufwendigen Lichtinstallationen gehörten inzwischen auch Drohnen und andere Lichteffekte zur großen Abschlussshow, so die Veranstalter. Das Feuerwerk bleibe zwar Bestandteil des Finales, spiele aber eine deutlich kleinere Rolle als noch vor einigen Jahren.

Die Organisatoren betonen zudem den nachhaltigen Anspruch der Veranstaltung. Gemeinsam mit den Stadtwerken Stuttgart soll das Festival zeigen, wie sich große Events weiterentwickeln und umweltbewusster gestalten lassen.

Beispiele aus anderen Städten

Peta sieht darin dennoch nur einen Zwischenschritt. Die Organisation verweist auf Bonn, wo das traditionelle Feuerwerk bei „Rhein in Flammen“ künftig entfällt. Ab 2028 sollen dort Drohnen- und Lichtshows das Feuerwerk ersetzen.

Auch prominente Unterstützer werben inzwischen für ein ganzjähriges Feuerwerksverbot. Die Schauspieler Martin Brambach und Christine Sommer engagieren sich gemeinsam gegen Pyrotechnik und machen auf die Belastungen für Haustiere und Wildtiere aufmerksam.

AKTUELLES

Social Media

Illustration von Stuttgart
Newsletter

Echt Stuttgart. Jede Woche frei Haus.

Abonniere unseren Newsletter und verpasse keine wichtigen Geschichten, Events und Insides aus Stuttgart.

Wöchentliche Highlights direkt ins Postfach
Exklusive Inhalte nur für Abonnenten
Kostenlos & jederzeit abmeldbar
100 % sicher. Kein Spam, keine Weitergabe.