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Stuttgart schaut gebannt nach oben: Die Massen haben am Mittwochabend die Uhlandshöhe gestürmt, um rund um die Sternwarte die Sonnenfinsternis bei optimaler Sicht zu erleben. Picknickdecken, Wein und Vesper inklusive. Das Naturschauspiel wird zum Fest!
Stuttgart im Sonnenfinsternis-Fieber: Am Mittwochabend, 12. August 2026, wird der Himmel über der Stadt zum großen Freiluftkino. Kurz vor Sonnenuntergang schiebt sich der Mond vor die Sonne – und verdeckt m Maximum gegen 20.15 Uhr rund 89 Prozent der Sonnenscheibe. Damit erlebt Stuttgart eine der eindrucksvollsten partiellen Sonnenfinsternisse der vergangenen Jahrzehnte.
Schon am frühen Abend ist die Vorfreude spürbar. Die Massen zieht es auf die Uhlandshöhe. Rund um die Sternwarte Stuttgart drängen sich die Besucher, auf den Wiesen wird es eng. Die Sternwarte hatte für ab 19 Uhr zur gemeinsamen Beobachtung eingeladen – der Eintritt ist frei.
In Stuttgart beginnt das Himmelsschauspiel gegen 19.22 Uhr. Danach schiebt sich der Mond immer weiter vor die Sonne. Gegen 20.15 Uhr erreicht die Finsternis ihren Höhepunkt: Rund 89 Prozent der Sonnenfläche liegen dann im Schatten des Mondes. Dunkel wird es deshalb auf der Erde nicht. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt bereits tief über dem westlichen Horizont. Gegen 20.43 Uhr geht sie in Stuttgart unter.
Genau diese Kombination macht das Ereignis besonders: eine stark verfinsterte Sonne, die bereits tief über dem Kessel steht, und das warme Abendlicht kurz vor Sonnenuntergang. Bei freier Sicht nach Westen lässt sich das Naturschauspiel besonders eindrucksvoll erleben.
Und die Bedingungen spielen mit: Kaum Wolken, freie Sicht und sommerliches Wetter sorgen am Abend für beste Voraussetzungen.
Auf der Wiese vor der Sternwarte wird das Himmelsschauspiel zum Gemeinschaftserlebnis. Familien, Hobby-Astronomen und Neugierige schauen gemeinsam Richtung Westen. Smartphones werden gezückt, Kameras aufgebaut und immer wieder wandert der Blick nach oben.
Wenn die Sonnenscheibe fast vollständig vom Mond bedeckt ist, bleibt nur eine schmale, leuchtende Sichel übrig. Auch wenn es in Stuttgart keine totale Sonnenfinsternis gibt, dürfte der Eindruck im Kessel spektakulär sein.
Die eigentliche Totalität findet bei dieser Finsternis unter anderem über Teilen von Grönland, Island und Spanien statt. Deutschland liegt außerhalb der Totalitätszone – im Südwesten ist die partielle Bedeckung allerdings besonders groß.
So schön das Schauspiel ist: Wer die Sonnenfinsternis beobachtet, muss unbedingt eine geeignete Sonnenfinsternisbrille beziehungsweise einen geprüften Sonnenfilter verwenden. Eigentlich alle halten sich dran. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus. Das gilt auch dann, wenn die Sonne am Abend schon tief steht.
Und für Stuttgart könnte der Abend sogar noch einen zweiten Höhepunkt bereithalten: In der Nacht zum 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Nach der Sonnenfinsternis lohnt sich deshalb ein Blick in den Nachthimmel – vorausgesetzt, das Wetter bleibt klar.
Erst die Sonnensichel über dem Kessel, später Sternschnuppen über Stuttgart: Dieser 12. August dürfte vielen Stuttgartern noch lange in Erinnerung bleiben.
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