Patrick Mikolaj

Die Stutt-Charts

Von oben unschlagbar: Die 10 schönsten Aussichtspunkte in Stuttgart

4. April 2026

Blickfang Stuttgart: Zwischen Hügeln, Parks und Weinbergen eröffnen sich Panoramen, die euch die Stadt zu Füßen legen – welche Metropole kann das schon bieten? Die StuttCharts – so heißt unsere Top Ten. Heute:  unsere 10 Hits für den Blick über den Kessel.  

Auf keine andere deutsche Großstadt lässt sich so einfach herabblicken wie auf Stuttgart – in diesem Fall jedoch nur im positiven Sinn. Den Blick von einer der zahlreichen Aussichtsplattformen über den Talkessel schweifen zu lassen, ist etwas ganz Besonderes und begeistert jeden.

Hier unsere Stutt-Charts – die Top Ten der  schönsten und außergewöhnlichsten Aussichtspunkte. 

PLATZ ZEHN: DER TURM DER MUSIKHOCHSCHULE

Unser Ranking startet mitten in der City mit einer eher unbekannteren Aussichtsplattform. Nur wenige wissen, dass der Turm der Hochschule für Musik und darstellende Kunst frei zugänglich ist.

Runde Fenster rahmen einzelne Ausschnitte der Innenstadt ein. Diese Bullaugen sowie die horizontalen Fenster ermöglichen eine eindrucksvolle 360-Grad-Aussicht. Ein Aufzug bringt die Besucher bis in den elften Stock, von wo aus man über eine Treppe schließlich die Dachterrasse erreicht.

Durch die scheibenlosen Fenster lassen sich  benachbarten Kultureinrichtungen aus der Vogelperspektive betrachten. Der markante  runde Turm wurde vom Stararchitekten James Stirling als Pendant zur Rotunde der benachbarten Neuen Staatsgalerie entworfen, deren Schöpfer er ebenfalls war. Den Turm bezeichnete er einmal  als „Stöpsel“, den man gewissermaßen in das Zentrum dieser offenen Rotunde stecken könnte.

PLATZ NEUN: DER KILLESBERGTURM

Seine herausragende  Architektur macht den Killesbergturm zum  Publikumsmagneten. Er steht seit 2001 auf einer Anhöhe im Höhenpark Killesberg. Den rund 40 Meter hohen Mast im Zentrum halten 48 im Boden verankerte Spiralseile aus Stahl in der Senkrechten. An ihnen sind vier Aussichtsplattformen sowie zwei Treppenanlagen aufgehängt, weshalb die Konstruktion mitunter leicht ins Schwanken gerät.

Besucher mit Höhenangst dürften schon am Boden ein mulmiges Gefühl bekommen, wenn sie sehen, dass der zentrale Mast auf einer kleinen Edelstahlkugel ruht. Mutige werden jedoch auf der obersten Plattform in 31 Metern Höhe mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt.

PLATZ ACHT: BIRKENKOPF

In einer Spirale windet sich ein Waldweg den kegelförmigen Birkenkopf hinauf – zu einem der höchsten Punkte der Stadt. Der Berg liegt am westlichen Rand des Talkessels und wuchs in den Nachkriegsjahren um rund 40 Meter, als die Trümmer der zerstörten Stadt hier aufgeschüttet wurden. Auf der Spitze dieses Trümmerbergs – „Monte Scherbelino“ genannt – wurde ein Gipfelkreuz errichtet, das selbst von der Innenstadt aus gut zu erkennen ist.

Der Gipfel liegt mehr als 260 Meter über der City. Von hier aus überblickt man die Innenstadtbezirke West und Mitte vollständig sowie die Bezirke Nord und Ost in Teilen. Beim Rundumblick wird auch deutlich, wie grün Stuttgart ist: In südwestlicher Richtung erstrecken sich weitläufige Wälder bis hin zur Filderebene.

PLATZ SIEBEN: BIRKENWALDSTRAßE

Zum Killesberg hinauf führt eine der schönsten Panoramastraßen der Stadt. Damit man die Aussicht von der Birkenwaldstraße nicht nur aus dem Linienbus heraus, sondern auch ganz in Ruhe genießen kann, wurde vor einigen Jahren eine Aussichtsplattform mit Sitzbänken oberhalb der Weinberge an der Mönchhalde angelegt.

Allein der Blick über die Weinreben am steil abfallenden Hang ist einen Besuch wert. Von hier oben schaut man zur Linken ins Neckartal – vom Kraftwerk Münster bis zum Cannstatter Wasen. In Richtung City erkennt man markante Bauwerke wie den Turm des Hauptbahnhofs, das Hochhaus am Charlottenplatz und schließlich das Alte Schloss – bis sich ein Bergrücken von rechts ins Blickfeld schiebt und die weitere Sicht auf die Innenstadt versperrt. Auf den bewaldeten Hügeln gegenüber reihen sich von links nach rechts der Polizeifunkturm, der Fernmeldeturm und der berühmte Fernsehturm auf.

PLATZ SECHS: GRABKAPELLE

Die großartige Aussicht auf das Neckartal genossen bereits die Grafen von Württemberg, die im 11. Jahrhundert ihre Stammburg auf dem Gipfel des Rotenbergs errichten ließen. 1819 ließ König Wilhelm I. den längst zerfallenen Stammsitz jedoch abreißen und an seiner Stelle eine Grabkapelle für seine verstorbene Gattin Katharina errichten. Rund 100 Jahre später wurde der markante Berg offiziell in „Württemberg“ umbenannt.

Die Aussicht von dort oben ist auch heute noch beeindruckend – auch wenn sie sich seit König Wilhelm stark verändert hat. Im Neckartal blickt man heute zunächst auf ein gewaltiges Industriegebiet: links beginnend mit dem Hafen, gefolgt von der Firmenzentrale von Mercedes-Benz und dem  Wasen.

Eingebettet ist dieses Panorama in eine besonders kontrastreiche Landschaft: Auf der einen Seite dominieren Weinberge, auf der anderen die bewaldete Wangener Höhe.

PLATZ FÜNF: UHLANDSHÖHE

Der fünfte Platz geht an einen Bergrücken mit Ausblicken in gleich zwei Täler. Diese Besonderheit bietet die Uhlandshöhe, die den  Talkessel von einem weiteren Tal im Stuttgarter Osten trennt. Die Aussichtspunkte liegen eingebettet in eine Grünanlage. Neben einem Minigolfplatz findet man hier auch die Sternwarte, die an einen alten Wasserspeicher grenzt. Dessen begrüntes Dach bildet den ersten Aussichtspunkt mit einem tollen Blick auf die Stadtteile Gablenberg und Gaisburg.

Der Blick in den Stuttgarter Talkessel auf der anderen Seite der Grünanlage ist zwar bekannter, doch selten hat man einen so umfassenden Überblick über die Bezirke Stuttgart-Süd und -West sowie über die City bis nach Bad Cannstatt. Wem die Aussicht von einer Parkbank nicht genügt, kann noch ein paar Höhenmeter weiter hinaufsteigen: Für die ultimative Aussicht wurde auf dem Hügel ein kleines Aussichtstürmchen errichtet

PLATZ VIER: FERNSEHTURM

Die „Mutter aller Aussichtspunkte“ ist natürlich in unserem Ranking weit vorne vertreten – wenn auch „nur“ auf Platz vier. Diesen hat sie jedoch mehr als verdient: Schließlich ist die Aussichtsplattform des Stuttgarter Wahrzeichens in 150 Metern Höhe der einzige Punkt in Stuttgart, von dem aus sich das gesamte Stadtgebiet mit seinen weit verstreuten Außenbezirken überblicken lässt.

Auf dem Hügel mit dem schönen Namen Bopser erhebt sich seit 1956 mitten im Wald der weltweit erste Fernsehturm dieser Bauart. Da der Turm auf einem Hügel steht, liegt die  City insgesamt rund 395 Meter tiefer als die Aussichtsplattform.

Aus dieser enormen Höhe wirken selbst die umliegenden Hügel erstaunlich flach. Bei klarer Sicht erkennt man sogar den Odenwald, den Schwarzwald und die Schwäbische Alb.

Ein besonderer Pluspunkt ist das Turm-Café direkt unter der Aussichtsplattform eine Etage tiefer.

PLATZ DREI: KARLSHÖHE

Auf geht’s in die Top drei, die bei uns näher am Talkessel liegen. Mit Bronze zeichnen wir den vielleicht schönsten Biergarten der Stadt aus. Wir befinden uns auf dem letzten Ausläufer des Hasenbergs, der sich bis in die City hineinschiebt – der Karlshöhe.

Der Pluspunkt ist ganz klar die zentrale Lage. Wer den steilen Aufstieg über Serpentinen oder Stäffele erst einmal hinter sich gebracht hat, wird nicht nur mit einer schönen Aussicht, sondern auch mit einem kühlen Radler belohnt.

Eingerahmt von Bäumen und einem kleinen Weingut am darunterliegenden Hang eröffnet sich ein Ausschnitt der Bezirke Mitte und Süd – was die Aussicht jedoch nicht weniger spannend macht. Zwischen Gerber-, Bohnen-, Leonhards- und Heusteigviertel ragen immer wieder bekannte Bauwerke empor.

Am Hang gegenüber schlängelt sich der Verkehr die Weinsteige hinauf und hinunter, und über allem thront der Stuttgarter Fernsehturm, als hätte er schon immer dort gestanden.

PLATZ ZWEI: SANTIAGO-DE-CHILE-PLATZ

Silber geht an den kleinen Platz mit dem langen, exotischen Namen. Allein die Anreise dorthin mit der Zahnradbahn – die selbst eine fahrende Aussichtsplattform ist – begeistert. 

An der Haltestelle Haigst verlassen wir die „Zacke“ und gehen hinüber zum Santiago-de-Chile-Platz. Hier steht man hoch über dem Stuttgarter Süden und blickt über das Lehen- und Heusteigviertel mit ihren zahllosen schönen Gründerzeitbauten sowie weiter über die Innenstadt bis in den Bezirk Stuttgart-Nord.

Die markantesten Sehenswürdigkeiten im Talkessel und eine Informationstafel am Aussichtspunkt helfen bei der Orientierung im Häusermeer. Neben der Anfahrt über die steile Alte Weinsteige und der tollen Aussicht hat der schön gestaltete Platz mit der Moai-Statue im Zentrum für uns den Ausschlag für Platz zwei gegeben.

PLATZ EINS: WEISSENBURGPARK

Ganz oben auf dem Siegertreppchen steht bei uns ein Klassiker: die Aussichtsplattform im Weißenburgpark. Aber mal ehrlich – welchen Stuttgart-Besucher würde man nicht genau dorthin führen? Es gibt kaum einen passenderen Ort in der Stadt, um Gästen zu zeigen, was Stuttgarts Schönheit ausmacht.

Die Stadt im Talkessel liegt dem Betrachter zu Füßen und bietet einen herrlichen Ausblick auf die gegenüberliegende Hügelkette. Man nimmt Platz auf einer Parkbank, auf einem Mäuerchen oder auf einer Wiese am Hang unterhalb der Plattform und lässt den Blick über das dichte Häusermeer schweifen.

Zur Linken schaut man über den Marienplatz bis tief in den Stuttgarter Süden hinein. Deutlich ist zu erkennen, wie die Karlshöhe den südlichen vom westlichen Stadtbezirk trennt. Der Blick auf die City und in Richtung Norden ins Neckartal rundet die visuellen Eindrücke ab.

In Kombination mit der schönen Parkanlage und der Gastronomie rund um das Teehaus ist die Aussichtsplattform im Weißenburgpark nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische ein beliebter Naherholungsort – und damit der wohlverdiente Sieger dieses Rankings.

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