Patrick Mikolaj

VON PARK & POPULATION

10. Juni 2026

Die Gelbkopfamazone ist den Stuttgartern längst ein Begriff. Der Papagei ist seit 2024 sogar das Maskottchen des Stuttgarter Wissenschaftsfestivals. Quietschgrün sind die wilden Vögel – nur ihre Köpfe leuchten gelb.
 
Laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen sind die Gelbkopfamazonen vom Aussterben bedroht und nur noch in Mittelamerika anzutreffen. Doch auch in Stuttgart lebt diese seltene Papageienart völlig ungestört vom Großstadtleben. Der Legende nach ist das erste Tier 1984 aus Privatbesitz entflogen.
 
Fest steht, dass eines Tages eine Gelbkopfamazone in der Wilhelma auftauchte, doch statt im Käfig, auf dem Käfig. Da Papageien gesellige Tiere sind, besuchte der Vogel jeden Morgen seine Artgenossen. Tierschützer hatten wohl Mitleid mit dem einsamen Vogel und besorgten ihm einen Partner. Denn eines Tages gesellte sich eine weitere Gelbkopfamazone zu dem wild lebenden Papagei. Vom anderen Geschlecht, sollte sich herausstellen. 1986 entstand aus der Liebschaft der erste Nachwuchs. Etwa 50 Mitglieder gehören mittlerweile zu der Papageienfamilie, die sich zur größten freilebenden Population außerhalb Südamerikas entwickelt hat.

SIe sind kaum zu überhören

Vor allem in Stuttgart-Ost und Bad Cannstatt kennt man die Amazonen. Mit ihrer südländischen Lebensfreude sind die „Reingeschmeckten“ im grün-gelben Federkleid auch nicht zu überhören. Papageien plappern gern. Die Vögel pendeln zwischen dem Cannstatter Kurpark, dem Rosensteinpark und dem Unteren Schlossgarten hin und her. Dort bieten Baumhöhlen in zahlreichen Platanen den Papageien Platz zum Brüten und zum Überwintern.

Die flatternden Gesellen schauen auch in diesem Jahr wieder von Plakatwänden und zieren Flyer und Programmhefte des Stuttgarter Wissenschaftsfestivals, das ab 26. Juni ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm bietet.

Aktuell ist die Vogelfamilie in der Fotoausstellung „Stuttgarter Amazonen – Papageien in der Großstadt“ im 2. OG des Rathauses zu bewundern.

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