Uwe Bogen
Am 19. August im Atelier am Bollwerk
Fast gescheitert: Wie John Müller doch noch krank nach Indien kam – danach feiern wir in Stuttgart
10. August 2026
Seit drei Jahren sollte er tot sein. Stattdessen fährt John Müller mit dem Fahrrad nach Indien – und steht am 19. August im Atelier am Bollwerk auf der Bühne. Ab sofort gibt es Karten (12 Euro) für die Welcome-Party mit Talk, Videos und Musik. Ein Abend über das Leben, übers Mutmachen für Krebspatienten – und über eine unglaubliche Kraft.
Was John Müller bisher geleistet hat, ist kaum in Worte zu fassen. 7500 Kilometer mit dem Fahrrad, 15 Länder und unzählige Herausforderungen liegen hinter ihm. Und trotzdem ist er noch nicht ganz am Ziel.
Wenn alles nach Plan läuft, steht er am 12. August vor dem Taj Mahal. Dann hat er das Unfassbare geschafft – mit einer Tour, die ihn körperlich wie mental alles abverlangt hat.
Eine Woche später, am 19. August um 20 Uhr, erzählt John davon in Stuttgart.
Im Atelier am Bollwerk berichtet der Krebsüberlebende von seinen Erlebnissen unterwegs – zum ersten Mal bei einer öffentlichen Veranstaltung nach all den Strapazen. Auf großer Leinwand sind beeindruckende Videoaufnahmen zu sehen. Es geht um Abenteuer und Grenzerfahrungen, aber vor allem um einen Menschen, der dem Tod bereits einmal von der Schippe gesprungen ist – und danach beschlossen hat, anderen Mut zu machen.
Das Motto des Abends könnte deshalb passender kaum sein:
„Mut kennt keine Grenzen.“
Ausgerechnet die letzte Etappe wird kompliziert
Mehr als 7000 Kilometer hatte John, Botschafter der in Stuttgart angesiedelten CCF Children Cancer Foundation, bereits zurückgelegt, als ausgerechnet kurz vor dem Ziel ein unerwartetes Problem auftauchte.
John besaß ein Visum und hatte seine Tour akribisch vorbereitet. Indien war zum Greifen nah. Doch wegen des Konflikts zwischen Pakistan und Indien durfte er den geplanten Grenzübergang nicht passieren.
Was nun?
Aufgeben kam für John nicht infrage
Die Lösung war so ungewöhnlich wie seine gesamte Tour: Er musste fliegen – mit dem gut eingepackten Fahrrad an Bord.
Ein Direktflug von Pakistan nach Indien war ebenfalls nicht möglich. Deshalb ging es zunächst nach Dubai. Von dort flog John am Sonntagabend weiter nach Neu-Delhi.
Selbst auf den letzten Kilometern hielt die Tour also noch eine Überraschung bereit.
„Habe immer noch Durchfall“
Auch körperlich hat die lange Fahrt ihre Spuren hinterlassen.
Vor allem Pakistan wurde für John zur Belastungsprobe. Die hygienischen Bedingungen sind dort mit europäischen Städten kaum vergleichbar. Er wurde krank, heftige Bauchschmerzen machten ihm zu schaffen.
LEST DAS SPEZIAL VON ECHTSTUTTGART ZUR REISE VON JOHN:
John Müller Tour-Special
EchtStuttgart begleitet seine Radtour als Sponsor und Berichterstatter von Anfang an und hat ihn am Sonntagabend per WhatsApp gefragt, wie es ihm inzwischen geht.
Seine Antwort fällt gewohnt knapp aus:
„Habe immer noch Durchfall.“
Und John wäre nicht John, wenn er selbst daraus nicht noch einen trockenen Kommentar machen würde:
„Das ist beim Radeln nicht ideal.“
Trotzdem bleibt er kämpferisch. Denn jetzt sei es „fast geschafft“.
Von Neu-Delhi bis zum Taj Mahal sind es noch ungefähr 220 Kilometer. „Die kloppe ich noch ein letztes Mal durch“, sagt John.
Trotz Regenzeit.
Welcome-Party in Stuttgart
Am 19. August um 20 Uhr lädt EchtStuttgart gemeinsam mit der CCF Children Cancer Foundation zur Welcome-Party ins Atelier am Bollwerk ein.
John Müller erzählt von seiner Tour – von den Ländern, den Leuten und den Leiden unterwegs, aber auch von den Momenten, in denen es schwierig wurde.
Moderiert wird der Abend von Mustafa Göktas aus dem EchtStuttgart-Team. Für die musikalische Begleitung sorgt Babs Steinbock.
Es wird ein Abend über Mut, das Leben und die Frage, was man aus einer schweren Krankheit machen kann. John hat für sich eine Antwort gefunden: nicht einfach weitermachen, sondern anderen etwas zurückgeben. Mit seiner Tour sammelt er Spenden und will zeigen: Krebs muss nicht das Ende sein!
Und vielleicht kann John in Stuttgart bereits ganz frisch von seinem nächsten großen Erlebnis erzählen: seinem Kampf um die letzten 220 Kilometer bis zum Taj Mahal.
„Mut kennt keine Grenzen“
19. August 2026 · 20 Uhr
Atelier am Bollwerk (Arthaus-Kino)
Hohe Straße 26 · 70176 Stuttgart
Eintritt: 12 Euro
Die Karten sind ab sofort online erhältlich: https://bit.ly/4wIlAfA . Ein Teil der Einnahmen geht an den guten Zweck, für den John während seiner Tour Spenden sammelt.
Ein besonderer Dank gilt Simon Erasmus, dem Chef des Ateliers am Bollwerk, der die Veranstaltung so kurzfristig möglich gemacht hat. Ohne seine Unterstützung wäre dieser besondere Abend in Stuttgart nicht zustande gekommen.
Wer John Müller persönlich kennenlernen und seine außergewöhnliche Geschichte aus erster Hand hören möchte, sollte sich rechtzeitig eine Karte sichern.
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