Gemeinderat soll bald entscheiden
Tierschützer erhöhen den Druck auf den Stuttgarter Gemeinderat: Er soll möglichst bald über einen tierfreien Volksfestumzug vom kommenden Jahr an entscheiden. Der Volksfestverein hält dagegen an Tieren im Festzug fest. Doch passt diese Tradition noch in die Zeit?
Die Tierschützer wollen jetzt eine schnelle Entscheidung. Der Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg fordert den Stuttgarter Gemeinderat auf, möglichst bald über einen tierfreien Volksfestumzug vom nächsten Jahr an zu beraten und abzustimmen – und nicht erst im kommenden Jahr kurz vor dem nächsten Umzug. In dem Aufruf heißt: „Lebende Tiere sind keine Kulisse.“
„Der Umzug ist vorbei. Unser Einsatz für die Tiere geht weiter“, erklärt Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. Der Verein ruft Unterstützer dazu auf, die Fraktionen im Gemeinderat anzuschreiben und um Unterstützung für einen tierfreien Umzug zu bitten. Die Fraktion Die Linke SÖS Tierschutz hatte bereits einen Antrag im Gemeinderat gestellt unter dem Motto „Tradition geht auch ohne Tierleid“ und fordert nun OB Frank Nopper auf, das Thema rasch auf die Tagesordnung zu setzen.
Anlass für die erneute Forderung sind Bilder vom Volksfestumzug am 27. September. Die Tierschützer dokumentierten dort unter anderem Pferde vor Festwagen sowie lebende Hühner, die in Körben auf den Köpfen von Teilnehmenden getragen wurden.
„Tiere haben eigene Bedürfnisse und Interessen. Sie gehören nicht als Zugtiere oder lebende Kulisse in ein Unterhaltungsprogramm“, argumentiert der Verein. Tradition könne auch ohne Tiere vermittelt werden – mit Musik, Trachten und kreativen Festwagen.
Für Aufsehen hatte die Aktion von OB Frank Nopper gesorgt, der beim Volksfestumzug Tierschützern ein Transparent entrissen hatte. Dies hat die aktuelle Debatte ausgelöst. EchtStuttgart hatte über den Vorfall als erstes Medium ausführlich berichtet.
Video zeigt: OB Frank Nopper entreißt Tierschützern ein Protest-Transparent
Beim Cannstatter Volksfestverein stößt die Forderung nach einem tierfreien Umzug weiterhin auf Ablehnung. Vorsitzender Wulf Wager macht auf Anfrage von EchtStuttgart deutlich, dass sich an der Haltung des Vereins nichts geändert habe.
„Nein. Unser Standpunkt ist bekannt. Daran ändert auch eine Unterschriftensammlung nichts“, sagt Wager.
Der Volksfestverein sieht Tiere als Teil der historischen Darstellung des Umzugs. Wager hatte gegenüber EchtStuttgart bereits darauf verwiesen, dass der Festzug die Geschichte des Landes und seiner Landwirtschaft erzähle. Die Tiere würden von erfahrenen Haltern betreut und auf den Umzug vorbereitet.
Die Frage ist, ob eine lange Tradition ausreicht, um dauerhaft am Einsatz von Tieren festzuhalten. Denn in Stuttgart hat sich der Umgang mit Tieren bei Veranstaltungen bereits verändert.
Auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt gibt es die lebende Krippe mit Eseln und Schafen nicht mehr. Auch der Weltweihnachtscircus auf dem Cannstatter Wasen will künftig auf Tiere verzichten.
Beide Veranstaltungen bestehen weiter – nur ohne Tiere als Teil des Programms.
Die Tierschützer drängen darauf, die Entscheidung nicht bis kurz vor den nächsten Umzug aufzuschieben. Der Gemeinderat soll möglichst bald klären, ob der Volksfestumzug 2027 noch mit Tieren stattfindet.
Als Podcasterin wird sie viel gehört. Mit „Klartext – Die Wahrheit über Fehler und Mythen in der Hundeerziehung“, den die gebürtige Stuttgarterin mit dem Hundepsychologen Adam Höpfl produziert, ist sie regelmäßig in den Top 20 der meistgehörten Tierpodcasts Deutschlands vertreten. Klare Worte, Tiefgang, Witz und Verständlichkeit sind dabei ihr Markenzeichen. Viele Jahre arbeitete Conny Mertz als Radiomoderatorin, Journalistin und Nachrichtenredakteurin. Ein Berufsalltag geprägt von Stress, wechselnden Schichten, Zeitdruck – sie weiß aus eigener Erfahrung, wie man mit Druck umgeht und handlungsfähig bleibt. Dieses Wissen gibt sie heute weiter: als ausgebildete Reittherapeutin, vor allem an Kinder. Ihr Fundament ist die Musik. An der Musikhochschule Stuttgart studierte sie Klavier und Rhythmik und schloss ihr Studium als Diplom-Musikpädagogin ab. Das geschulte Hören, das feine Gespür für Takt und Zwischentöne prägen ihre Arbeit.
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