Die Zukunft beginnt auf dem Volksfest
Über 2000 Gäste, prominente Unternehmer und innovative Geschäftsideen: Beim Gründerwasen in der Almhütte Royal spielt Künstliche Intelligenz eine große Rolle. EchtStuttgart stellt die Startups vor, die beim Pitch-Wettbewerb gewonnen haben, und erklärt, was hinter ihren Ideen steckt.
90 Sekunden, drei Folien und eine große Chance: Auf der Bühne der Almhütte Royal von Wirtin Nina Renoldi kämpfen junge Gründerinnen und Gründer um die Gunst des Publikums. Statt Bierkrügen stehen hier innovative Geschäftsideen im Mittelpunkt. Die Gäste entscheiden per App, wer sie am meisten überzeugt. Zwischen Investoren, Unternehmern und Politikprominenz halten sogar Scouts der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ Ausschau nach vielversprechenden Talenten. Willkommen beim Gründerwasen 2026 auf dem Cannstatter Volksfest! Eingeladen hat Startup Stuttgart e.V., einer der führenden Vereine der deutschen Gründerszene.
Mehr als 2000 Gäste sind zur dritten Ausgabe des Gründerwasens gekommen – ein neuer Rekord. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper eröffnen das Abendprogramm. Als Special Guest ist David Reger, Gründer und CEO des Robotikunternehmens NEURA Robotics, dabei. Auch der VfB Stuttgart und die Börse Stuttgart engagieren sich.
Das Motto lautet: „Gründen ist ein Teamsport. Der Gründerwasen ist das Heimspiel.“
Ein Höhepunkt ist die Startup Pitch Parade. 30 Startups treten in drei Kategorien gegeneinander an. Jedes Team hat nur 90 Sekunden Zeit, um seine Geschäftsidee vorzustellen.
FarmerOS aus Nürtingen holt den Gesamtsieg. Das Startup entwickelt ein digitales Betriebssystem für Bauernhöfe. Statt verschiedene Programme und Excel-Tabellen zu nutzen, können Landwirte ihre Tierhaltung, Felder, Lagerbestände und Rechnungen über eine zentrale Plattform verwalten. Die Gründer Lenn Hoffmann und Jonas Nolte wollen damit den Arbeitsalltag in der Landwirtschaft vereinfachen.
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iMTED AI aus Stuttgart überzeugt mit einem intelligenten Energieassistenten und holt Platz zwei. Die KI-Software analysiert den Energieverbrauch von Gebäuden, erkennt Einsparpotenziale und macht auf technische Probleme aufmerksam. Nach Angaben des Startups lassen sich so bis zu 20 Prozent der Energiekosten einsparen.
Webmeister360 aus Stuttgart setzt KI gegen Lebensmittelverschwendung ein und wird damit Dritter. Das Startup entwickelt eine Software für Großküchen, Kantinen und Cateringunternehmen. Intelligente Kameras und Waagen erfassen Lebensmittelabfälle und helfen dabei, Einkauf, Lagerhaltung und Speiseplanung zu optimieren. So sollen weniger Lebensmittel im Müll landen und gleichzeitig Kosten sinken.
Eine weitere Auszeichnung geht an flinq aus Stuttgart. Das Startup erhält das Female Founder Stipendium des Finance Accelerators. Das Team entwickelt eine KI-Lösung für die Bauwirtschaft, die komplexe Baupläne, Ausschreibungen und Produktdaten miteinander verknüpft. Damit sollen Bauunternehmen schneller passende Produkte finden und Planungsprozesse vereinfachen können.
Neben den Startup-Auszeichnungen gibt es eine weitere wichtige Nachricht: NEURA Robotics, die Börse Stuttgart und der VfB Stuttgart werden die ersten drei langfristigen Foundation Partner des gemeinnützigen Vereins Startup Stuttgart e.V.
„Deutschland braucht wieder mehr Mut zum Gründen, zum Risiko und vor allem zum Machen“, sagt NEURA-Gründer David Reger.
Auch VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle sieht Gemeinsamkeiten zwischen Sport und Unternehmertum: „Auch Gründen ist ein Teamsport. Deshalb passt der Gründerwasen so gut zu uns.“
Philipp Veit von der Börse Stuttgart betont, dass Gründer vor allem Zugang zu Kapital, Netzwerken und Know-how benötigen.
Hinter dem Gründerwasen steckt jede Menge Engagement. Insgesamt unterstützen 76 Partner die Veranstaltung, mehr als 772 Startups sind vertreten. Über 3000 Arbeitsstunden fließen in die Organisation und Vorbereitung – rund 80 Prozent davon ehrenamtlich.
Wie stark die Veranstaltung wächst, zeigen die Besucherzahlen: 2024 kommen rund 600 Gäste, 2025 sind es gut 1200 und in diesem Jahr mehr als 2000.
Johannes Ellenberg, Präsident von Startup Stuttgart e.V.,zieht für EchtStuttgart Bilanz nach einem langen Tag im Festzelt: „Der Gründerwasen hat gezeigt, wie viel Energie in dieser Region steckt, wenn Gründerinnen, Mittelstand, Politik und Investoren an einem Tisch sitzen. Dass wir mit NEURA Robotics, der Börse Stuttgart und dem VfB Stuttgart drei Partner gewonnen haben, die diese Arbeit langfristig mittragen, freut mich sehr.“
Tüftlergeist und Erfinderreichtum gehören zur DNA des Schwabenlands. Schließlich haben auch Weltunternehmen wie Daimler und Bosch einmal klein angefangen – mit mutigen Gründern, innovativen Ideen und dem Willen, etwas zu bewegen. Ihre Erfindungen haben die Welt verändert und Baden-Württemberg zu einer der wirtschaftsstärksten Regionen gemacht. Damit das so bleibt, braucht es auch heute Menschen, die Neues wagen und aus ihren Ideen erfolgreiche Unternehmen machen. Vielleicht sitzt der nächste Robert Bosch oder Gottlieb Daimler ja gerade beim Gründerwasen in der Almhütte Royal.
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