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NewsletterDas Wichtigste aus Stuttgart, kostenlosJubiläumsshow im Theaterhaus Stuttgart
Seit 25 Jahren lässt Joe Bauer Stuttgart kulturell zusammenrücken. Seine Benefizshow Nacht der Lieder vereint Gegensätze. Zum Jubiläum steigen die Stuttgarter Nachrichten aus – Ulm hat im Pressehaus das Sagen. Bauer macht weiter: mit großer Kunst und Spenden fürs Kinderhospiz. Unsere Verneigung vor einer Institution.
Klassik trifft Jazz, Oper auf Comedy, Ballett auf Pop. Was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, wird bei Joe Bauers „Nacht der Lieder“ seit 25 Jahren zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk – zu einer kulturellen Institution, die zeigt, wie bunt, eigenwillig, solidarisch und liebenswert Stuttgart sein kann.
Am 2. und 3. Dezember 2026 feiert die Benefizgala im Theaterhaus ihren 25. Geburtstag. Doch ausgerechnet zum Jubiläum gibt es einen Bruch mit der Tradition: Die Stuttgarter Nachrichten und ihre „Aktion Weihnachten“ sind nicht mehr dabei.
24 Jahre lang floss der Erlös der Veranstaltung an die Spendenaktion der Zeitung. Doch im Stuttgarter Pressehaus weht inzwischen ein anderer Wind – und der kommt aus Ulm. Die einst stolzen Stuttgarter Zeitungen müssen sich neuen Unternehmensstrukturen unterordnen, Stellen werden gestrichen, gewachsene Traditionen aufgegeben.
Doch Bauer lässt sich davon nicht aufhalten. Die Nacht der Lieder geht auch ohne den langjährigen Partner weiter. Und sie bleibt eine Benefizveranstaltung.
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Alles begann im Dezember 2001 im Kino Metropol. Joe Bauer, damals bereits bekannt als Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten, Stadtflaneur und Erfinder des Flaneursalons, brachte Künstlerinnen und Künstler für einen guten Zweck zusammen.
Das Publikum war begeistert. Bald wurde der Metropol-Saal zu klein. Die Show zog ins Schauspielhaus und später ins Theaterhaus, wo inzwischen an zwei Abenden gespielt wird. In all den Jahren war es immer ausverkauft, ohne große Werbekampagnen oder Plakate.
Das Erfolgsgeheimnis? Joe Bauers Gespür für Menschen, seine Neugier und sein beeindruckendes Netzwerk. „Die Idee hinter dem Programm ist es, im Unterschiedlichen das Gemeinsame als Selbstverständlichkeit zu entdecken“, sagt er.
Was zunächst ungewöhnlich erschien, wurde zum Markenzeichen: Opernsängerinnen neben Jazzmusikern, Tänzer neben Kabarettisten, Weltmusik neben Klassik. Ohne Schubladen, ohne aufgeklebte Etiketten wie „multikulturell“ oder „divers“. Hier wird Vielfalt nicht behauptet, sondern gelebt. Und genau das macht die „Nacht der Lieder“ zu einem klingenden Spiegel unserer Stadt.
Zum Jubiläum kehren Künstlerinnen und Künstler der ersten Stunde zurück. Allen voran Eric Gauthier, einst Solist des Stuttgarter Balletts, heute Chef von Gauthier Dance, den Joe Bauer vor vielen Jahren zum Moderieren überredete. Heute ist Gauthier selbst eine feste Größe der internationalen Tanzszene, spricht bei seinen Vorstellungen am Mikro immer wieder gern. Er führt durch die Abende und bringt die Gauthier Dance Juniors mit.
Für die Abteilung Humor sind Michael Gaedt, Roland Baisch (eventuell mit Otto Kuhnle) sowie Helge Thun zuständig. Ines Martinez tritt mit Pianist Bobbi Fischer auf.
Die großartige Stuttgarter Sängerin Fola Dada bringt Jazz, Soul und Pop auf die Bühne, begleitet von Joscha Glass, Martin Meixner und Tommy Baldu. Dazu kommen das Tanzorchester Urbanstraße, die Liedernachtshowband und Artistin Vanessa Lee.
Und natürlich Joe Bauer selbst – als Vorleser mit seinem unverwechselbaren Blick auf Stuttgart und seine Menschen.
Von Anfang an war die Nacht der Lieder als Benefizveranstaltung gedacht. In 25 Jahren kamen nach Bauers Angaben mehr als 400.000 Euro für Menschen in Not in der Region zusammen. Das passt wunderbar zum Motto von EchtStuttgart: Helfen macht happy!
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Weil wegen der Betriebsstruktur im Theaterhaus das Spenden nicht mehr so einfach möglich ist wie bisher bei der Aktion Weihnachten, wird das Spendenmodell zum Jubiläum umgestellt. Die Eintrittspreise sinken, dafür werden die Gäste gebeten, freiwillig zu spenden. Der größte Teil der Spenden soll in diesem Jahr dem Stuttgarter Kinderhospiz zugutekommen.
Was Joe Bauer in einem Vierteljahrhundert aufgebaut hat, ist weit mehr als eine erfolgreiche Show. Es ist ein Netzwerk aus Kunstschaffenden, Musikern, Veranstaltern und Unterstützern, das weit über Stuttgart hinausreicht.
Wie wertvoll diese Verbindungen sind, zeigte sich während der Corona-Pandemie. Als die Bühnen geschlossen wurden und viele Kulturschaffende vor dem finanziellen Nichts standen, gründete Bauer gemeinsam mit Mitstreitern die Künstler:innensoforthilfe. Rund 1,6 Millionen Euro wurden innerhalb von drei Jahren gesammelt und an Menschen aus der Kulturszene verteilt.
Eine beeindruckende Leistung, die ohne Vertrauen, persönliche Verbindungen und die Bereitschaft vieler Menschen, füreinander einzustehen, kaum möglich gewesen wäre. Joe Bauer hat über Jahrzehnte nicht nur Kultur organisiert. Er hat Zusammenhalt geschaffen.
Joe beweist, dass man Menschen nicht in Schubladen stecken muss, um sie zusammenzubringen. Dass Qualität keine Genregrenzen kennt. Und dass Kultur auch gesellschaftliche Verantwortung bedeutet.
Danke, Joe, für 25 Jahre kulturellen Eigensinn, für ein großartiges Netzwerk und für eine Veranstaltung, die Stuttgart dank des Spendens ein bisschen menschlicher macht.
Wer beim Jubiläum dabei sein will, sollte sich beeilen. Die beiden Abende sind bereits fast ausverkauft.
📅 Wann?
Mittwoch, 2. und Donnerstag, 3. Dezember 2026
📍 Wo?
Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart
❤️ Für den guten Zweck
Benefizgala zugunsten des Stuttgarter Kinderhospizes und weiterer sozialer Projekte
🎟️ Tickets
Reduzierte Eintrittspreise, freiwillige Spenden vor Ort. Laut Veranstalter sind nur noch wenige Restkarten erhältlich. Schnell sein lohnt sich!
👉 Informationen und Karten:
https://www.theaterhaus.com/
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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