Uwe Bogen

85. Geburtstag mit viel Prominenz

Ein Leben mit Weitblick: Helmut Baur und die Erfolgsgeschichte von „Bin bei Binder“

13. Juli 2026

Helmut Baur zeigt, wie ein mittelständisches Unternehmen gegen Big Player bestehen kann. Der Gründer von Binder Optik setzt sich zugleich für den Schutz von Meeresschildkröten ein. Den 85. Geburtstag feiert er mit Weggefährten wie Wolfgang Grupp und Frank Nopper.

Helmut und Gabriele Baur bei ihrer Feier am Sonntag aus doppeltem Anlass in der Kinkelsmühle in Bad Urach, Foto: privat

„B-b-b-bin bei Binder“. Dieser Claim hallt seit 1999 durchs Land und wurde zum Markenzeichen der Optik-Kette. Der Chef aber heißt Helmut Baur. Viele fragen sich: Warum trägt die Optik-Kette einen anderen Namen als ihr Gründer?

Helmut Baur hat sich vom Uhrmacher und Augenoptiker zum Chef von Binder Optik hochgearbeitet – heute eine der größten Optik-Ketten Deutschlands. Die Antwort auf die Namensfrage führt zurück zu seinem Großvater mütterlicherseits: Jakob Binder führte in Böblingen ein Juweliergeschäft mit Uhren, Schmuck und Augenoptik. Als Helmut und Gabriele Baur im August 1975 die erste Binder-Optik-Filiale eröffneten, setzten sie bewusst auf diesen bereits bekannten Namen, der in Böblingen einen guten Ruf gehabt habe.

Mit zwei Mitarbeitern fing es – heute arbeiten bei Binder-Optik 400 Menschen

Aus den Anfängen mit zwei Mitarbeitern entwickelte sich in fast 51 Jahren eines der erfolgreichsten Optikunternehmen Deutschlands. Heute beschäftigt Binder Optik rund 400 Mitarbeiter. Inzwischen führt Sohn Dominic Baur das Familienunternehmen in die nächste Generation.

Jetzt gab es für Helmut Baur gleich mehrere Gründe zum Feiern: seinen 85. Geburtstag, die goldene Hochzeit mit seiner Frau Gabriele Baur und den Geburtstag seines langjährigen Freundes Hans-Joachim Henke. Gefeiert wurde in der Künkelesmühle in Bad Urach. 

50 Jahre nach ihrer Hochzeit sind die Baur noch einmal in die Kutsche gestiegen. Foto: privat

Dabei spielte auch ein Stück Familiengeschichte eine Rolle. Vor 50 Jahren fuhren Helmut und Gabriele Baur in einer Pferdekutsche zur Hochzeit bei ihrem Freund Hermann Bareiss in Mitteltal. Das Foto von damals durfte bei der Feier in der Künkelesmühle natürlich nicht fehlen. Doch es blieb nicht bei der Erinnerung: Die Goldhochzeiter stiegen 50 Jahre später noch einmal in die Kutsche – ein besonderer Moment für neue Bilder und ein bisschen Sentimentalität.

Zur Feier am vergangenen Sonntag waren Baurs Freunde aus Österreich, der Schweiz und sogar von Mallorca angereist. Unter den Gästen waren unter anderem der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper, jeweils mit ihren Ehefrauen Elisabeth Grupp und Gudrun Nopper. Für die Musik sorgten Sänger Jay Alexander und drei Straßenmusiker aus Bulgarien.

Die Gäste spenden für eine Aktion zum Schutz von Meeresschildkröten

Geschenke wollte Helmut Baur keine. Stattdessen baten er und seine Frau um Spenden für ihr Herzensprojekt: den Schutz von Meeresschildkröten. Rund 5000 Euro kamen zusammen. Mit dem Geld soll am Strand von Kapstadt eine Auffangstation für verletzte Karettschildkröten entstehen.Sie gelten als die Gärtner der Ozeane, schwimmen Tausende Kilometer durch die Weltmeere und navigieren mit einem faszinierenden inneren Kompass zurück an ihren Geburtsort. Doch von den sieben noch existierenden Meeresschildkrötenarten sind fünf als bedroht oder gefährdet eingestuft. 

Zu seiner Feier hat Helmut Baur Straßenmusiker aus Bulgarien engagiert. Foto: Baur

Sein Erfolgsrezept sieht Baur nicht allein in Wachstum und Zahlen. Für ihn bleibt Augenoptik vor allem „ein Geschäft des Vertrauens“. Die persönliche Beratung, die Nähe zum Kunden und gut ausgebildete Mitarbeiter seien der entscheidende Unterschied zu anonymen Online-Angeboten. Deshalb investiert Binder Optik stark in Ausbildung und Weiterbildung – unter anderem mit einer eigenen Akademie.

Baur ist überzeugt: Ein Familienunternehmen lebt von Menschen. Viele Mitarbeiter seien seit Jahrzehnten dabei. Wertschätzung, Loyalität und Perspektiven seien wichtige Gründe, warum ein mittelständisches Unternehmen auch gegen große Konzerne bestehen könne.

Helmut Baur bei der Ernennung zum Datuk im Palast des Königs von Malaysia. Foto: Baur

Auch mit 85 Jahren ist Helmut Baur so, wie man ihn kennt: aktiv, umtriebig, sprudelnd vor Ideen, witzig und eloquent. Gerade war er aus Malaysia und Singapur zurückgekehrt, wo er Unternehmer aus Baden-Württemberg bei neuen Kontakten in die ASEAN-Staaten unterstützte. Seit mehr als 32 Jahren vertritt er Malaysia als Honorargeneralkonsul in Süddeutschland. Für seine Verdienste wurde er vom König Malaysias mit dem Ehrentitel „Datuk“ ausgezeichnet.

Die Zukunft immer scharf im Blick

Zum 85. Geburtstag hat der Helmut Baur seine Lebensgeschichte aufgeschrieben. „Durch meine Brille“ heißt die Biografie, in der er auf ein außergewöhnliches Unternehmerleben zurückblickt. Eine Geschichte von Ehrgeiz, Fleiß, Neugier und vielen Begegnungen.

Die wichtigste Botschaft: Erfolg entsteht nicht nur durch Mut zur Gründung, sondern durch den langen Atem danach. Wer auf seinen Weg schaut, erkennt: Der gebürtige Böblinger hat die Zukunft immer scharf im Blick gehabt. Sein Erfolgsrezept:  B-b-b-bin bei Binder.

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Illustration von Stuttgart
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