Uwe Bogen

Jazz Open in Stuttgart

Katy Perry verwandelt den Schlossplatz in den größten Open-Air-Club Süddeutschlands

8. Juli 2026

Ausverkauft, pure Euphorie und eine spektakuläre Show für Ohren wie für Augen: Katy Perry verwandelt den Schlossplatz in den größten und geilsten Open-Air-Club Süddeutschlands. Justin Trudeau kam, und hinter der Absperrung  feierten Hunderte mit. 

Message in a bottle: In der riesigen Plastikflasche sitzt bei den Jazz Open am Mitwochabend Katy Perry zum Stage Diving der besonderen Art. Foto: Reiner Pfister

Ob Justin Trudeau da war? Ja, war er. Der ehemalige kanadische Premierminister saß in Front of House bei den Technikern, während seine Partnerin Katy Perry sowas von mega-mäßig aufdrehte, dass der Schlossplatz für 90 Minuten zum größten und geilsten Open-Air-Club Süddeutschlands wurde. 

Dass Trudeau mit der US-Sängerin, von Madrid kommend, nach Stuttgart reisen wollte, hatte das Staatsministerium schon Tage davor erfahren. Ministerpräsident Cem Özdemir, ein großer Fan der Jazz Open, konnte allerdings nicht zum Händeschütteln kommen. Der Grüne war beim Sommerempfang bei der IHK und musste dann nach Berlin, wo am Donnerstag die traditionelle Stallwächterparty des Landes Baden-Württtemberg stattfindet.

So beginnt die Show gegen 21 Uhr: Die Tänzer haben zusätzliche Muckis angezogen. Foto: Uwe Bogen
Foto: Reiner Pfisterer

Trudeau war also da, Mercedes-Chef Ola Källenius auch, ebenso Moderator und Sänger Giovanni Zarella und der frühere Porsche-Vize Lutz Meschke. Damit können wir das Thema Promiliste ganz schnell abhaken. Denn an so einem außergewöhnlichen Abend spielt die VIP-Dichte keine Rolle. Ob nun viele oder wenige Promis da sind – völlig egal, denn the One and Only Star in dieser Nacht ist Katy Perry, die Stuttgart  mit einer wilden, bonbonbunten und crazy Pop-Party  in eine Mega-Dancing-Crowd verwandelt und aus dem Publikum alles rausholt, was man rausholen kann. Selbst unsere Stadt, die absolut verwöhnt ist, was großartige Konzerterlebnissse angeht, erlebt so etwas Schräges und Buntes selten.

Ach, Nina Chuba, so geht Performance – die Crowd flippt aus

Vom ersten Moment an sitzt niemand mehr auf den Sitzplätzen. Gegen 21 Uhr betritt Katy Perry mit Tänzern die Bühne, die ihre Muckis mit Riesen-Bizeps aus Schaumstoff noch weiter aufdonnern. Alles sehr übertrieben, aber mit Witz präsentiert. Die gesamte Tribüne springt von Song eins hoch und bleibt bis zum Schluss stehen zum Tanzen  –  und  das Publikum unten mit den 85-Euro-Stehplätzen tanzt noch wilder. Der Open-Air-Club bebt.

Ach, Nina Chuba, so geht Performance! Ihr Stuttgart-Bashing war ein Rohrkrepierer, was alle spüren, die bei Katy Perry feiern und tanzen. Liebe Nina Chuba, merke: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Aber damit ist Schluss, die wenig überzeugenden Beschimpfungen einer 27-Jährigen noch einmal zu erwähnen

Justin Trudeau (in weißer Hose) erlebte die Jazz Open backstage. Auf der VIP-Tribüne ließ er sich nicht blicken, was man verstehen kann. Foto: privat

Reden wir lieber über Message in a Bottle. Katy Perry sitzt in einer riesigen Plastikflasche zum Stage Diving der besonderen Art. Das Publikum befördert sie mit den Händen über das wogende Meer der Begeisterung.

Die US-Popsängerin, die so schön „Schdudgard“ sagt,  präsentiert großes Kino und wird ihrem Ruf als eine der größten Entertainerinnen der Popwelt mehr als gerecht wird: spektakulär, farbenfroh, energiegeladen – und mit Hit auf Hit.

Extra-Grüße an die Zuhörer aus dem Ministeriumsfenster

Kraftvolle Tänzer, aufwendige Choreografien, verblüffende Videoeffekte und fantasievolle Kostüme machen den Auftritt zu einem Pop-Spektakel, das quer durch die Generationen begeistert. Die 41-Jährige  wirbelt mit unbändiger Energie über die Bühne und sucht immer wieder den direkten Kontakt zu ihren Fans – etwa, als sie einige wenige Gäste persönlich begrüßt, die aus einem Fenster des Schlossflügels herausschauen. Was sie nicht wissen kann: Das ist der Sitz des Finanzministeriums. 

Das Konzert von Kathy Perry war seit Monaten ausverkauft. Foto: Uwe Bogen

Natürlich dürfen die größten Hits nicht fehlen. Bei „California Gurls“, „Teenage Dream“, „Dark Horse“, „Roar“ und  „Firework“  verwandelt sich der Schlossplatz in eine riesige Party-Location. Mit „I Kissed a Girl“ wurde Katy Perry einst zum Star der queeren Community, die ist an diesem Abend reichlich vertreten und  feiert sie frenetisch. Wen Kathy am liebsten küsst, wird rasch klar – bei ihren Liebesgrüßen an Justin Trudeau auf der Bühne!

Die Stimmung ist von der ersten bis zur letzten Minute außergewöhnlich, vom Start um 21 Uhr bis zum zielgenauen Schluss um 22.30 Uhr. Der Jubel brandet quasi durchgängig auf Hochtouren. Katy Perry genießt die Begeisterung sichtlich und bedankt sich mehrfach beim Publikum.

Hunderte erleben das Konzert hinter der Absperrung. Foto: Uwe Bogen

Das Konzert war seit Monaten ausverkauft. Wer kein Ticket ergattern konnte oder sparen will, feiert draußen mit  – auch das ist Teil eines Gesamtkunstwerks, das sich Jazz Open nennt: Hinter den Absperrungen sind die Rasenflächen voll besetzt. Auch auf der Freitreppe des Kleinen Schlossplatz haben sich Unzählige zum Konzerthören niedergelassen. Man breitet Picknickdecken aus, öffnet  Weinflaschen und lauscht den Hits. Der Sound ist  außerhalb des Konzertgeländes erstaunlich gut. „Ich habe mich zu spät darum gekümmert“, erzählt ein Fan, der kein Ticket mehr bekommen hat. Aber jetzt sei alles gut, „weil der Sound hier draußen so gut ist“.

Mit ihrem umjubelten Auftritt setzt Katy Perry einen weiteren Höhepunkt der Jazz Open 2026 und beweist genial, warum sie seit vielen Jahren zu den größten Popstars der Welt gehören. Eine Show der Future trifft auf die Historie des imposanten Schlosses – was für ein WOW! Wer dabei ist – ob mit Ticket vor der Bühne oder mit Picknickdecke hinter der Absperrung –,  wird noch lange von dieser geilen Party erzählen.

Dany Schwarz (links) kümmert sich in den Logen der Jazz Open um VIPs - am Mittwoch war unter anderem Giovanni Zarella da. Foto: privat

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Illustration von Stuttgart
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