Uwe Bogen
Exklusiv am Kriegsberg mit Kiwanis
Weinberg in City-Lage: Stuttgarts schönstes Geheimnis öffnet sich für den guten Zweck
3. Juli 2026
So schön ist Stuttgart! Für einen Abend öffnet sich eine der exklusivsten Locations der Stadt, die für die Öffentlichkeit sonst verschlossen bleibt: Im Panorama-Garten der LBS feiert Kiwanis ein Sommerfest – mit Riesling aus dem City-Weinberg,Traumblick und Benefiz für Kinder.
Der Berg heißt Kriegsberg – friedlicher könnte er an diesem Sommerabend jedoch kaum wirken. Unweit der Rebstöcke spazieren die Gäste mit einem Aperol in der Hand durch das satte Grün oberhalb des Panorama-Gartens der LBS-Zentrale Süd an der Jägerstraße. Kaum zu glauben, dass dies ein Weinberg mit Gleisanschluss ist. Denn der Hauptbahnhof ist gar nicht weit weg.
Wer zu den Zügen in Stuttgart will, muss wegen einer nervenden Dauerbaustelle einen Fernwanderweg zurücklegen. Ach, wie viel schöner ist dieser Wanderweg hier oben – gut, er ist öffentlich nicht zugänglich. EchtStuttgart ist eingeladen, diese unerwartete Oase im Herzen der Großstadt zu erkunden.
Stuttgart besitzt etwas, das kaum eine andere Großstadt in Deutschland vorweisen kann: Weinberge, die bis in die Innenstadt reichen. Der Kriegsberg ist eines der schönsten Beispiele dafür.
Die Pflege des Weinbergs ist ein Liebhaberprojekt
Rund drei Hektar Rebfläche werden hier gemeinschaftlich von der LBS, Züblin und der IHK Stuttgart bewirtschaftet. Finanziell lohnt sich der Weinbau nicht – die Pflege des Weinbergs ist vielmehr ein Liebhaberprojekt und Ausdruck der Verbundenheit mit der Stuttgarter Weinkultur.
Der am Kriegsberg erzeugte Wein ist eine Rarität. Weder im Internet noch im Weinhandel ist er erhältlich. Wer ihn probieren möchte, braucht normalerweise eine Einladung. Beim Kiwanis-Sommerfest genießen die Gäste zunächst einen Trollinger-Rosé-Sekt als Aperitif im Aperol Spritz, später folgt ein feiner Riesling – beides stammt vom Kriegsberg.
Unnützes Stuttgartwissen:
- Seinen Namen soll der Berg der Familie Krieg verdanken. Im Mittelalter besaß dieses Geschlecht dort ausgedehnte Weingüter. Der historische Flurname „Kriegsberg“ hat demnach keinen direkten Bezug zu kriegerischen Handlungen.
Über dem Weinberg thront das berühmte Weinberghäuschen der IHK. Hier wurde angeblich Stadtgeschichte geschrieben. Denn in dieser Idylle, so erzählt man sich, haben einst die Spitzen der Politik und der Bahn die Weichen für Stuttgart 21 gestellt – diese Entscheidung gilt heute angesichts der explodierenden Kosten, der vielen Pannen und der großen Belastungen für die Menschen der Stadt als eine der schlimmsten Fehlentscheidungen der vergangenen 30 Jahre.
Für Kiwanis-Präsident Zoltán Bagaméry ist das zweite Sommerfest an diesem Ort weit mehr als eine schöne Veranstaltung. In seiner Ansprache nennt er den Abend das „Erntedankfest“ von Kiwanis.
Nicht wegen der Weinlese. Sondern weil das Sommerfest den Dank dafür ausdrückt, dass es immer wieder gelingt, Menschen für den guten Zweck zu begeistern und Geld für benachteiligte Kinder zu sammeln. 150 Gäste zahlen für das Sommerfest jeweils 150 Euro, 100 Euro davon sind Benefiz.
Engagement mit großer Leidenschaft
Bagaméry lebt dieses Engagement mit großer Leidenschaft. Erst vor wenigen Wochen erzählte er im Gespräch mit EchtStuttgart, dass er seine berufliche Tätigkeit bewusst auf die Hälfte reduziert habe, um mehr Zeit für das Ehrenamt zu haben. Er beschreibt dieses Engagement als Quelle großer Zufriedenheit. Helfen, sagt er, mache glücklich.
Kaum jemand verkörpert deshalb das Motto von EchtStuttgart so überzeugend wie der Kiwanis-Präsident: „Helfen macht happy.“ Unser Magazin ist auf verschiedenen Feldern sozial engagiert und gibt ehrenamtlichen Projekten eine Plattform. Als einer der eifrigsten Netzwerker der Stadt hat es Bagaméry geschafft, den LBS-Vorstandsvorsitzenden Stefan Siebert zu überzeugen, dass er für den guten Zweck eine Ausnahme macht und die Panorama-Location für Auswärtige öffnet. Michael Hahn, Bezirksdirektor der LBS Süd, ist ja auch Kiwanis-Mitglied.
Der Wirtschaftsbetrieb der LBS hat ein hervorragendes Büfett aufgebaut. Ein DJ spielt. Und dann ist Comedian und Parodist Jörg Hammerschmidt dran. In seiner Show versammelt er scheinbar die Prominenz Deutschlands an diesem exklusiven Ort – von Udo Lindenberg bis Otto – und befragt sie zum Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der Fußball-WM. Die Pointen sitzen – die Antworten laufen auf denselben Namen hinaus: Jürgen Klopp müsse übernehmen.
Als die Sonne hinter den Hügeln versinkt und Stuttgart im Lichtermeer erstrahlt, wird klar, warum dieser Abend allen in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur wegen einer Mega-Location, die man nicht mieten kann. Nicht wegen eines Weins, den man nirgendwo kaufen kann. Sondern weil an diesem außergewöhnlichen Ort Menschen zusammenkommen, um anderen zu helfen. Genau das macht den Unterschied – und macht aus einem exklusiven Sommerfest einen Abend mit bleibendem Wert.
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