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Die Debatte ist eröffnet

Nach dem Mega-Erfolg: Kehrt Cerro Abajo 2027 nach Stuttgart zurück?


Uwe Bogen ·8. September 2026 ·4 Min. Lesezeit News

90.000 Zuschauer, begeisterte Athleten und der Wunsch nach mehr: In Stuttgart wächst die Hoffnung auf Cerro Abajo 2027. Die CDU im Gemeinderat setzt sich bereits für eine Fortsetzung ein. Und was sagen die Veranstalter und OB Frank Nopper dazu? EchtStuttgart hat nachgefragt.

Der Ruf wird bereits jetzt schon, dass Cerro Abajo 2027 nach Stuttgart zurückkehrt. Foto: Klaus Schnaidt

Dieser Sonntag hat Stadtgeschichte geschrieben. Kaum sind die letzten Absperrgitter verschwunden,  beschäftigt Stuttgart nun eine wichtige Frage: Kommt Red Bull Cerro Abajo 2027 zurück in den Kessel?

Der Wunsch danach jedenfalls ist groß bei allen, die dabei waren und aus dem Staunen nicht herausgekommen sind.  Rund 90.000 Menschen haben nach Angaben der Stadt an den beiden Veranstaltungstagen die Deutschlandpremiere verfolgt – etwa 30.000 beim Training am Samstag und 60.000 beim Rennen am Sonntag. Gerechnet hatten die Veranstalter  mit deutlich weniger Zuschauern.

Und wer am Wochenende entlang der Strecke vom Teehaus im Weißenburgpark bis zum Wilhelmsplatz unterwegs war, brauchte keine Statistik, um zu erkennen: Stuttgart hat dieses Rennen nicht nur mit großer Begeisterung angenommen, sondern, ja, auch ein bisschen geliebt.

Wie bei einer Ski-Abfahrt

Im Ziel fühlte sich Cerro Abajo beinahe wie eine Ski-Abfahrt an: Livebilder auf der Leinwand, Zwischenzeiten auf die Hundertstelsekunde, mitreißende Rufe der Moderatoren – und schließlich die Athleten, die mit hohem Tempo unter dem Torbogen ins Ziel schossen, empfangen von stürmischem Beifall.

Red Bull Stuttgart Cerro Abajo

CDU macht sich bereits für eine Fortsetzung stark

Die CDU-Fraktion im Stuttgarter Rathaus hat bereits einen Vorstoß für eine Fortsetzung des faszinierenden  Urban-Downhill-Rennens gemacht.

Nach dem Erfolg der Premiere dürfte es jedenfalls schwer werden, so zu tun, als sei Cerro Abajo lediglich ein nettes einmaliges Gastspiel gewesen. Stuttgart hat an diesem Wochenende gezeigt, dass die Stadt für dieses Format geradezu gemacht ist: die Topografie des Kessels, die steilen Straßen und Treppen – und vor allem ein Publikum, das selbst die weitgereisten Profis ins Staunen brachte.

„The best crowd ever“

Etliche Athleten sagten nach ihren Läufen, eine solche Stimmung und derart viele Menschen unmittelbar an einer Cerro-Abajo-Strecke hätten sie noch nicht erlebt.

„The best crowd ever“, war im Ziel zu hören. Andere fassten ihre Stuttgart-Erfahrung mit einem Wort zusammen, das an diesem Sonntag beinahe zum internationalen Fachbegriff wurde: „Geil“.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil diese Fahrer einiges gewohnt sind. Cerro Abajo kommt aus Südamerika. Die Profis fahren spektakuläre Rennen vor begeisterten Zuschauern und kennen die großen Stationen dieser außergewöhnlichen Disziplin.

Und trotzdem schwärmten sie in Stuttgart von Stuttgart.

Geht es nächstes Jahr weiter?

„Das war in der Tat ein spektakuläres Event – und hat total Spaß gemacht“, hört man aus der Crew.  Doch Näheres, ob es weitergeht, erfährt man bisher nicht.  „Stand jetzt gibt es keine Infos, ob das Event 2027 wiederkommt“, so heißt es.  Ist vielleicht auch noch etwas früh. 

Und was sagt Frank Nopper zu 2027?

Oberbürgermeister Frank Nopper war beim Finale dabei, ehrte den Sieger und sagte: „Diese temporeiche Kombination aus Athletik und Akrobatik hat allergrößten Respekt verdient.“ Es sei großartig, „dass dieses Sportereignis so viele Menschen begeistert und zu uns nach Stuttgart geführt hat.“ Stuttgart erklärte er zur „Downhill-Hauptstadt.“ Aber gilt dieser Titel nur für ein Wochenende? Wir haben Nopper gefragt, ob er nach diesem Mega-Erfolg auch eine Fortsetzung von begrüßen würde.

Eine endgültige Antwort gibt es noch nicht. Der OB ließ uns jedoch wissen, dass er sich „schnellstmöglich“ dazu äußern werde, wie es mit Cerro Abajo in Stuttgart weitergehen soll. Das dürfte spannend werden. Denn nach diesem Wochenende ist die Ausgangslage eine völlig andere als vor der Premiere.

Auch die EchtStuttgart-Leserschaft will offenbar mehr

Wie groß die Begeisterung ist, zeigt auch die Resonanz auf unseren Kommentar „Wie geil ist eure Stadt nur“ – Stuttgart, das war ganz großes Kino!

Mehr als 45.000 Mal wurde unser Beitrag mit dem dicken Lob („So geil!“) bereits aufgerufen. Für uns ist das auch ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr dieses Rennen einen Nerv getroffen hat.

„Wie geil ist eure Stadt nur“ – Stuttgart, das war ganz großes Kino!

Stuttgart diskutiert oft über das, was nicht funktioniert. An diesem Wochenende ging es ausnahmsweise um etwas völlig anderes: um Begeisterung für den Mut und die Körperbeherrschung von Athletn,  um Lebensfreude und das gemeinsame Erlebnis einer Stadt. Laut Polizei gab es bei diesem Massenandrang keine Zwischenfälle oder Straftaten. Natürlich sei es zu Verkehrsbehinderungen gekommen, was bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung aber normal sei..

Genua ist für 2027 bereits gesetzt

Wie die Cerro-Abajo-Serie 2027  aussehen wird, steht noch nicht fest. Einen vollständigen Rennkalender hat Red Bull bisher  nicht veröffentlicht. Eine Station allerdings ist bereits gesetzt: Genua. Red Bull hat bestätigt, dass die italienische Hafenstadt bis einschließlich 2027 eine wichtige Station der Cerro-Abajo-Serie bleiben wird.

Und dann ist da natürlich Valparaíso. Die chilenische Hafenstadt ist die Heimat und der Ursprung dieses spektakulären Urban-Downhills. Ein Cerro-Abajo-Kalender ohne Valparaíso ist kaum vorstellbar.

Genua ist also gesetzt. An Valparaíso dürfte ebenfalls kaum ein Weg vorbeiführen.

Aber nach diesem Wochenende darf man in Stuttgart durchaus selbstbewusst hinzufügen:

An Stuttgart eigentlich auch nicht.

90.000 Zuschauer bei der Premiere. Eine Strecke, die wie geschaffen scheint für Urban Downhill. Athleten, die von der Atmosphäre schwärmen. Ein Publikum, das aus einem Radrennen ein Volksfest gemacht hat.

Red Bull wollte in Stuttgart herausfinden, wie Cerro Abajo im Kessel funktioniert. Die Antwort hat Stuttgart am Wochenende gegeben. Jetzt müssen andere entscheiden, ob es 2027 weitergeht.

Stuttgart jedenfalls wäre bereit. Eine Rückkehr in diese geile Stadt würde den Athleten und dem Publikum sehr gut gefallen.

 

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Uwe Bogen

Uwe Bogen

Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.

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  1. Wie bei einer Ski-Abfahrt
  2. CDU macht sich bereits für eine Fortsetzung stark
  3. „The best crowd ever“
  4. Und was sagt Frank Nopper zu 2027?
  5. Auch die EchtStuttgart-Leserschaft will offenbar mehr
  6. Genua ist für 2027 bereits gesetzt

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