Echt Stuttgart Spezial

50 Jahre Stuttgarter Weindorf

Vom 20. August bis 5. September 2026 verwandeln rund 125 Weingüter Marktplatz, Schillerplatz und Kirchstraße wieder in Stuttgarts größte Besenwirtschaft. Alle Infos, Insider-Tipps und die Geschichte des Jubiläumsjahres — an einem Ort.

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Weindorf 2026 auf einen Blick

Termine & Öffnungszeiten

20.08.–05.09.26

Eröffnung am 20. August um 19 Uhr auf dem Marktplatz.

Öffnungszeiten So–Mi11:30–23 Uhr
Öffnungszeiten Do–Sa11:30–24 Uhr
OrteMarktplatz · Schillerplatz · Kirchstraße
Angebot~125 Weingüter, 500+ Weine
EintrittFrei
Familiensonntage23. + 30. August

Neu 2026: Regionalitäts-Siegel für Speisen aus der Region, größere Jägerlaube am Alten Schloss, neue Laube „1821" aus Tübingen. Stand: 06.08.2026 — Änderungen vorbehalten.

Redaktions-Tipps

Die Weinkarte der Redaktion

01
Weingut der Stadt StuttgartLaube 23

Für die regionalsten Weine des ganzen Weindorfs — exklusive Atmosphäre abseits vom größten Trubel.

02
Zur LindeLaube W30

Die Brüder Trautwein servieren schwäbisch-süddeutsche Tapas — überraschend leicht statt nur deftig.

03
Jägerlaube by Easy StreetAltes Schloss

2026 auf deutlich größerer Fläche — jetzt auch bei Andrang mit mehr Platz.

04
1821 aus TübingenNeu 2026

Der Neuzugang des Jubiläumsjahrs — noch ohne große Schlange, ideal zum unvoreingenommenen Entdecken.

05
Kleine Lauben abseits der HauptachseInsider

In der Kirchstraße und den Seitenbereichen von Markt- und Schillerplatz warten oft die eigentlichen Geheimtipps.

06
Früh in der Festzeit kommenTiming-Tipp

Kein Stand, sondern ein Trick: Wer gleich zur Eröffnungswoche kommt statt am letzten Wochenende, erlebt deutlich mehr Ruhe.

07
STADT-LAUBE — Weller, Grupp & DiehlMarktplatz

Drei Stuttgarter Traditionsbetriebe mit Herz für die Stadt tun sich zusammen — mit dabei: Weingut Diehl. Unser ganz persönlicher Tipp, weil wir die Familie kennen und mögen.

50 Jahre Weindorf

Von der Hocketse zur Institution

1976

ADAC-Pressesprecher Erich Brodbeck fragt Stuttgarter Wirte und Wengerter, ob sie sich mit einer Hocketse auf dem Marktplatz und Schillerplatz präsentieren wollen — die Geburtsstunde des Weindorfs.

1978 — Vom Hock zum Weindorf

Der damalige Verkehrsdirektor Peer-Uli Faerber macht aus der spontanen Hocketse ein festes Format und beauftragt den Architekten Werner Schick, die ersten richtigen Weinlauben zu entwerfen. Der Verkehrsverein Pro Stuttgart übernimmt die Organisation.

Die ungeschriebenen Gesetze

Von Anfang an tabu: französische, italienische oder spanische Tropfen. Ausgeschenkt wird nur Wein aus Württemberg und Baden. Auch bei der Musik setzten sich die Traditionalisten durch — Verstärker sind erlaubt, aber nur „nicht zu laut". Beide Regeln gelten bis heute.

Auswärtsgastspiele

Das Weindorf bleibt nicht nur in Stuttgart: Die Wirte gastieren zeitweise in Berlin und Brüssel — und fast drei Jahrzehnte lang mit einem eigenen Ableger in Hamburg.

Anekdote: die Bundeswehr-Hose

Beim Gastspiel in Bonn beschwert sich Wirtin Schmieg direkt beim damaligen Verteidigungsminister Manfred Wörner, weil ihr Sohn bei der Bundeswehr nur eine einzige Hose besitzt. Zwei Wochen später haben alle Rekruten eine zweite — eine der liebsten Weindorf-Anekdoten der Wirte-Generationen.

2016 — 40 Jahre & ein Abschied

Zum 40-Jährigen lädt Oberbürgermeister Fritz Kuhn die Wirte ins Rathaus, Echo-Preisträger Sparks spielen auf. Im selben Jahr endet nach 30 Jahren das Hamburg-Gastspiel — Pro Stuttgart sagt es nach einem Streit um stark gestiegene Standmieten ab.

Vom Vesper zum Gourmet-Glas

Über die Jahrzehnte wandelt sich das Angebot spürbar: aus einfachen Vesper-Tellern wird zunehmend gehobene Küche, aus zweckentfremdeten Senfgläsern werden echte Stielgläser für den Wein.

2026 — „Geweinsam" ins Jubiläum

Heute gilt Brodbecks Zählung von 1976 als offizieller Start — deshalb feiert Stuttgart 2026 „50 Jahre Weindorf", unter dem Motto „Geweinsam". Neu dabei: ein Regionalitäts-Siegel für Speisen, eine größere Jägerlaube am Alten Schloss und mit „1821" aus Tübingen ein neuer Aussteller.

Gut zu wissen

Die Tafel-Fragen

Ja, der Zugang zum Weindorf ist frei. Bezahlt wird direkt an den Ständen für Wein und Speisen.
An den meisten Lauben nicht nötig. Für größere Gruppen lohnt sich eine kurze Anfrage direkt beim jeweiligen Wirt vorab.
Für das Weinglas wird üblicherweise ein Pfand erhoben, das man bei Rückgabe des Glases zurückbekommt — oder als Andenken behält.
Ja, besonders an den Familiensonntagen am 23. und 30. August gibt es zusätzliches Kinderprogramm.
Die Anreise mit Bus/Bahn wird empfohlen (Haltestellen Rathaus/Schlossplatz). Parkplätze in der Innenstadt sind an Weindorf-Tagen stark ausgelastet.
Die meisten Lauben sind überdacht — das Weindorf findet bei (fast) jedem Wetter statt.

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