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Cannstatter Volksfest

Wasen-Warm-up bei Angermaier: Länger, edler – und bloß keine Turnschuh


Echt Stuttgart ·12. September 2026 ·3 Min. Lesezeit News

Knapp zwei Wochen vor dem Fassanstich auf dem Cannstatter Volksfest steigt bei Angermaier das traditionelle Wasen-Warm-up. Trachtenchef Axel Munz zeigt die Trends 2026 – und bringt das neue Wiesn-Playmate Valentina mit. Seine Botschaft: Kurze Dirndl sind out, bloß keine Turnschuhe, und Männer tragen ihre Lederhose kurz.

Traditionell feiert Angermaier sein Wasen-Warm-up mit einer Modenschau. Foto: Klaus Schnaidt

Wenn Axel Munz in  seinen Stuttgart-Store an der Eberhardstraße zum Wasen-Warm-up lädt, ist klar: Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis in Bad Cannstatt die Krüge gehoben werden. Trachten Angermaier hat seine Filiale schließlich mitten in der City – und der Termin kurz vor dem Volksfest gehört längst zum Saisonauftakt.

Munz, über den bayerische Medien gern einmal als Münchner „Trachten-Tycoon“ schreiben, kam diesmal nicht allein nach Stuttgart. Mit dabei: Valentina Ruckle, 27, das frisch gekürte Wiesn-Playmate 2026. Erst am Donnerstag war die gebürtige Münchnerin offiziell vorgestellt worden. Playboy-Chefredakteur Florian Boitin bezeichnet den Titel als Besonderheit: Das Wiesn-Playmate sei die einzige Playmate-Auszeichnung mit eigenem Cover und eigener Veranstaltung.

Was das Wiesn-Playmate trägt – und was besser nicht

Für ihr Playboy-Cover wird Ruckle „mit und ohne Dirndl“ angekündigt. Das „ohne“ sollte man auf dem Cannstatter Wasen allerdings besser nicht allzu wörtlich nehmen:  Das ist definitiv nicht der Trachtentrend der Saison.

Privat ist Ruckle Mutter eines sechsjährigen Sohnes. Der habe mit dem „Playboy“ bisher noch nichts am Hut, erzählte sie. Und wenn es nach seiner Mutter geht, darf das vorerst auch so bleiben.

In Stuttgart erschien das Wiesn-Playmate jedenfalls volksfesttauglich – und damit bei dem Mann, der seit mehr als 20 Jahren das jeweilige Wiesn-Playmate einkleidet, in besten Händen. Für Ruckle hat Munz ein feuerrotes Dirndl mit Tellerrock und Spitzenärmeln ausgesucht.

Trachten-Unternehmer Axel Munz und Valentina Ruckle, das Wiesn-Playmate. Foto: Klaus Schnaidt
Anschließend wurde im Comodo weitergefeiert. Foto: Klaus Schnaidt

Der Wasen wird wieder angezogener

Und damit sind wir bei der entscheidenden Frage: Was trägt Stuttgart 2026 auf dem Wasen?

Die Antwort lautet: mehr Stoff, mehr Qualität, mehr Tradition.

Die Zeiten, in denen das Dirndl möglichst knapp oberhalb des Knies enden musste, sind vorbei. Die Röcke werden länger. 70 Zentimeter sind normal, 75 und sogar 80 Zentimeter kommen stärker. Die Trachtenmode orientiert sich wieder deutlich an klassischen Vorbildern – was vor zehn Jahren vielleicht noch als spießig gegolten hätte, gilt 2026 als elegant.

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Auch farblich wird es ruhiger. Rot und Grün bestimmen die Saison: Salbei, Oliv und Tannengrün treffen auf Erdbeer-, Beeren- und kräftige Rottöne. Dazu kommen Braun, warme Erdtöne und viel Blau. Gerade Marineblau spielt bei Angermaier eine große Rolle.

Statt wilder Farbmischungen ist Ton in Ton angesagt. Schürze, Dirndl und Bluse werden aufeinander abgestimmt. Samt, Leinen, Baumwolle, Cord und Seide ersetzen zunehmend den billigen Kostüm-Look. Bestickter Samt mit Enzian oder Edelweiß, Spitze und Flügelärmel bringen trotzdem genügend Spielraum für einen Auftritt mit etwas mehr Drama.

Lederhose bleibt kurz

Bei den Männern gilt dagegen: Die Lederhose bleibt kurz. Dazu trägt Mann 2026 hochwertige Westen, Hemden oder Strick. Gefragt sind unter anderem Westen im Miesbacher Stil sowie Samtwesten und Modelle mit Stickereien. Die Lederhosen selbst dürfen aufwendiger bestickt sein und nach Vintage aussehen.

Was zunehmend ausgedient hat, sind die Gag-Outfits. Tracht soll wieder nach Tracht aussehen – nicht nach Junggesellenabschied. Und eine Botschaft der Experten dürfte auf dem Volksfest durchaus Diskussionsstoff liefern: Turnschuhe zur Lederhose sind raus.

Astrid Söll, die Ex-Frau von Axel Munz, verkauft derweil ihre Dirndl in  Cannstatt 

Beim Warm-up an der Eberhardstraße zeigte sich entsprechend die Cannsttter Wasen-Familie. Die Gesichter wechseln hier nicht jedes Jahr komplett – und genau das gehört zum Charme des Events. DJ Robin kam mit seiner Frau, die bei der Modenschau selbst eines der neuen Dirndl präsentierte. Auch „Luigi the Machine“, vielen als Hofnarr Luigi bekannt, und weitere Stammgäste mischten sich unter die Feiernden.

Es ist diese eigentümliche Mischung aus Modenschau, Familientreffen und kontrolliertem Vorglühen, die den Angermaier-Abend ausmacht. München hat die Wiesn, Cannstatt den Wasen – und Axel Munz weiß längst, wie man beide Welten miteinander verbindet.

Eine interessante Randnotiz gibt es dabei ein paar Kilometer weiter östlich: Während Munz in der Stuttgarter City seine Trachtentrends präsentiert, verkauft seine frühere Frau, die bekannte Dirndl-Designerin Astrid Söll, ihre Volksfest-Outfits in Bad Cannstatt in der Zuckerfabrik. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft – besonders kurz vor dem Wasen.

Marco Mangold verkauft Dirndl von Astrid Söll in der Zuckerfabrik in Bad Cannstatt.
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Inhaltsverzeichnis
  1. Was das Wiesn-Playmate trägt – und was besser nicht
  2. Lederhose bleibt kurz
  3. Astrid Söll, die Ex-Frau von Axel Munz, verkauft derweil ihre Dirndl in  Cannstatt 

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