Abschiedsfeier auf Fridas Pier
Drei Wochen nach seinem Tod wurde Heiko Grelle jetzt zu Grabe getragen. Am Sonntag nahmen Freunde und Weggefährten auf Fridas Pier Abschied. Herzzereißend berühren die Worte seiner großen Liebe Lordia Dorothy T. – in wenigen Wochen wollten sie heiraten. Nun trauert sie um ihren „Beinahe-Ehemann“.
Es waren Tage voller Trauer, voller Erinnerungen und voller Schmerz. Vor drei Wochen starb Heiko Grelle, der Clubmacher, Gastronom. Unternehmer, Menschenfreund und Ideengeber im Alter von 62 Jahren. Am Freitag wurde er beerdigt, am Sonntag kamen Familie, Freunde und Weggefährten noch einmal zu einer Abschiedsfeier an einem Ort zusammen, der eng mit seinem Leben verbunden war: auf Fridas Pier auf dem Neckar, das Heiko mitverantwortet hatte.
Besonders bewegend sind nun die Worte der Frau, mit der Heiko in wenigen Wochen einen der glücklichsten Tage seines Lebens feiern wollte. Ihr Post geht unter die Haut.
Seine Freundin Lordia Dorothy T. hat auf Instagram an ihre große Liebe erinnert. Am 30. Oktober wollten die beiden heiraten.
„Vor drei Jahren begann eines der schönsten Kapitel meines Lebens: Ich lernte die Liebe meines Lebens kennen. Und vor drei Wochen habe ich ihn verloren“, schreibt Dorothy.
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Nur neun Wochen vor ihrer geplanten Hochzeit sei Heiko gestorben. Neun Wochen vor jenem Tag, an dem sie Seite an Seite stehen und „Ja“ zu der Zukunft sagen wollten, die sie gemeinsam geplant hatten.
Es sind Worte, in denen sich die ganze Wucht ihres Verlustes zeigt. Es sind Worte, die unter die Haut gehen. Die beiden hätten ein wundervolles gemeinsames Leben gehabt, erinnert sich Dorothy. So viele Träume hätten noch vor ihnen gelegen, so viele Pläne und Orte, die sie gemeinsam besuchen wollten. Sie seien voller Vorfreude auf die Zukunft gewesen – und überzeugt davon, dass sie alles, was das Leben ihnen bringen würde, gemeinsam bewältigen könnten.
Besonders innig beschreibt Lordia Dorothy die Liebe, die Heiko ihr gegeben habe. „Er liebte mich bedingungslos“, schreibt sie.
Dabei seien es nicht materielle Dinge gewesen, die für sie zählten. Heiko habe ihr seine Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt, ihr Schutz und Großzügigkeit gegeben – und vor allem eine Liebe, durch die sie sich „unglaublich besonders“ gefühlt habe. Er habe sie glücklich sehen wollen. Fast nichts sei ihm zu viel gewesen, wenn er sie damit zum Lächeln bringen konnte.
Für Lordia Dorothy war Heiko ein außergewöhnlicher Mensch: „Er war ein Mann von Ehre, ein Mann mit Würde, ein Mann mit einer beeindruckenden Ausstrahlung.“
Sie werde sich für immer gesegnet und privilegiert fühlen, ihn geliebt zu haben – und von ihm geliebt worden zu sein.
Dann werden ihre Worte noch persönlicher und schmerzhafter.
„Mein Herz ist zerbrochen, Heiko“, schreibt seine Freundin. Es gebe Momente, in denen sie noch immer nicht glauben könne, dass er wirklich fort sei. Manchmal warte ihr Herz noch darauf, dass er einfach durch die Tür komme – als sei all das nur ein schrecklicher Albtraum.
Sie habe gedacht, noch viele weitere Jahre mit ihm verbringen zu dürfen. Stattdessen seien ihnen drei gemeinsame Jahre geschenkt worden.
Heiko sei gegangen, bevor sie heiraten konnten. Doch eines bleibt ihr als Trost: Er habe diese Welt nicht verlassen, ohne zu wissen, wie sehr sie ihn geliebt habe.
Mit seinem Tod sei auch ein Teil ihrer eigenen Zukunft verschwunden, schreibt Lordia Dorothy. Was jedoch bleibe, seien seine Liebe, ihr gemeinsames Lachen, die Erinnerungen und das Leben, das sie miteinander geteilt hätten.
„Manche Menschen verbringen ein ganzes Leben damit, nach einer Liebe wie der unseren zu suchen. Ich hatte das Glück, sie zu finden.“
Dass sie diese Liebe so früh wieder verlieren würde, habe sie sich niemals vorstellen können.
Am Ende ihres Beitrags richtet Lordia sich noch einmal direkt an den Mann, mit dem sie eigentlich bald vor den Traualtar treten wollte.
„Danke für unsere drei wundervollen Jahre, mein Schatz. Danke, dass du dich für mich entschieden hast. Danke, dass du mich geliebt hast.“
Heiko werde für immer „eine der schönsten Seiten“ sein, die ihr Leben je geschrieben habe.
Dann folgen wenige Worte, in denen die ganze Tragik ihrer Geschichte liegt:
„Mein Heiko. Amore mio. Mein Beinahe-Ehemann. Ruhe in Kraft.“
Timo Hildebrands bewegender Abschied von Heiko Grelle: „Viel zu kurz, mein Freund“
Unter ihren Abschied auf Instagram setzt Lordia Dorothy einen Vers aus Psalm 34: „Der HERR ist denen nahe, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, deren Geist zerschlagen ist.“
Nach der Beerdigung am Freitag und der Abschiedsfeier am Sonntag auf Fridas Pier bleiben die Erinnerungen an Heiko Grelle – und die große Anteilnahme am Tod des beliebten Gastro-Unternehmers.
Auch der frühere VfB-Star Timo Hildebrand nahm mit bewegenden Worten Abschied von seinem Freund, Wegbegleiter und wichtigen Unterstützer: „Ich hoffe, im Himmel gibt es gute Wellen.“
Ein Satz, der kaum passender sein könnte. Heiko war leidenschaftlicher Surfer, Wasser und Sport gehörten zu seinem Leben. Die Welle wird so auch zu einem Bild für den Abschied von ihm. In der Kirche war ein Foto zu sehen, auf dem Heiko dem Meer entgegenläuft.
Ein letzter Blick auf einen Menschen, der das Wasser liebte – und dessen Spuren bei vielen Menschen bleiben.
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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