Opening am Samstag
Für den früheren Nationaltorwart Timo Hildebrand heißt es nach dem Schock um Serkan Eren: „Jetzt erst recht.“ Und das bedeutet vor allem: in seinem Sinne weitermachen. Am Samstag eröffnet STELP sein neues Benefiz-Café Lovd an der Calwer Straße. Das Opening wird zu einem Tag der Solidarität mit Serkan ud STELP.
Zehn Jahre Haft. Diese Nachricht hat Stuttgart schwer getroffen. Ausgerechnet Serkan Eren, der seit Jahren in Krisengebiete reist, um anderen Menschen zu helfen, soll nun selbst für lange Zeit nicht nach Hause kommen. Auch für ihn eröffnet STELP am Samstag das neuen Benefiz-Lokal Lovd an der Calwer Straße – in jenem Neubau, in dem auch die Stuttgarter Mode-Legende Horst Wanschura eine neue Heimat gefunden hat.
Nach Angaben von STELP hat ein iranisches Gericht Serkan Eren, den Gründer der Hilfsorganisation, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Als Grund habe das Gericht Kontakte zu einem Land genannt, das der Iran als feindlich einstuft. Eren war im Juni 2025 zu einem humanitären Einsatz in den Iran gereist und befindet sich seither dort in Gewahrsam.
STELP bezeichnet das Urteil und insbesondere das Strafmaß als nicht nachvollziehbar und arbeitet nach eigenen Angaben weiter daran, Eren sicher nach Hause zu bringen. Viele fragen sich auch: Was können wir jetzt für ihn tun? Demonstrieren? Geld sammeln?
Serkans Freund und STELP-Unterstützer Timo Hildebrand sagt: Gerade jetzt dürfe die Hilfe nicht nachlassen. „Jetzt erst recht“ – dieser Appell ist nun oft zu hören. Und genau deshalb bekommt ein Termin, auf den sich STELP eigentlich einfach nur freuen wollte, plötzlich eine ganz andere Bedeutung.
Am Samstag, 26. September, ab 12 Uhr eröffnet an der Calwer Straße 34 das neue Lovd by STELP. Das Benefiz-Café befindet sich in dem Neubau an der Calwer Straße, in den auch der Stuttgarter Modemacher Horst Wanschura mit seinem Geschäft eingezogen ist.
Tagsüber Café, abends Bar und Treffpunkt: Das LOVD soll ein Ort für Begegnung, Kultur und Gemeinschaft werden – und gleichzeitig ein Social Business, mit dem Geld für die Hilfsprojekte von STELP erwirtschaftet wird.
Nach dem schockierenden Urteil im Iran: Seien wir alle ein bisschen Serkan!
Nach der schockierenden Nachricht aus dem Iran dürfte das Grand Opening nun aber auch zu einem Tag der Solidarität mit Serkan Eren und STELP werden.
Ein Kaffee, ein Matcha, später vielleicht ein Bier, Aperol oder ein Glas Kessler: Wer im LOVD etwas trinkt, unterstützt damit die Arbeit von STELP. Das Motto des neuen Cafés bringt die Idee auf den Punkt: „Make your Drink Count.“
Ganz neu ist das Konzept nicht. Vier Jahre lang hat STELP mit dem Café Natan gezeigt, dass Gastronomie und humanitäre Hilfe zusammenpassen können. Das Café am Rande der Altstadt schließt Mitte Oktober, nachdem der Pachtvertrag ausgelaufen ist. STELP hatte bereits seit längerer Zeit nach einer größeren Alternative gesucht.
Gefunden hat die Organisation sie schließlich mitten in der Innenstadt. Mit rund 150 Quadratmetern Gastrofläche und etwa 50 Sitzplätzen ist das LOVD deutlich größer als das bisherige Café. Mehr Platz bedeutet mehr Gäste – und damit im besten Fall auch mehr Geld für die Hilfsprojekte von STELP.
Das LOVD ist Teil der STELP Social Business GmbH. Die Gastronomie soll dazu beitragen, die weltweiten Hilfsprojekte der Organisation zu finanzieren. Der Betrieb setzt dabei auch auf freiwilliges und ehrenamtliches Engagement. Und das Café soll auch STELP in der Stadt sichtbar machen.
Gleichzeitig soll das LOVD mehr werden als nur der Nachfolger des Café Natan. Tagsüber kann man hier Kaffee trinken, am Abend soll aus dem Café eine Bar und ein Treffpunkt werden. Dazu sind Veranstaltungen, Kultur und Begegnungen geplant. Ein neuer Ort mitten in Stuttgart also, an dem Genuss und Helfen zusammenkommen sollen.
Samstag, 26. September 2026, ab 12 Uhr
Calwer Straße 34, Stuttgart-Mitte
Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Uwe Bogen, Redaktionsleiter von EchtStuttgart, Buchautor und Stuttgart-Kenner, gilt seit vielen Jahren als einer der bestvernetzten Journalisten Stuttgarts. Immer wieder bringt er Hintergründe ans Licht, lange bevor sie öffentlich bekannt werden. Seine Fans schätzen seinen unverwechselbaren Schreibstil und seine Stuttgart-Liebe. In Stuttgart geboren und aufgewachsen, studierte er in Tübingen und ist seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Als Reporter prägt er seit vielen Jahren die publizistische Landschaft in Stuttgart. Uwe Bogen ist Autor von bisher 21 Büchern, Mitherausgeber des Lokalteil-Verlags sowie Initiator des Geschichtsprojekts Stuttgart-Album.
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