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Unnützes Stuttgartwissen

VON KASERNE & PROBLEMVIERTEL


Patrick Mikolaj 1 Min. Lesezeit News

Unnützes Stuttgartwissen ist eine unterhaltsame Sammlung kurioser, überraschender und mitunter überflüssiger Fakten über Stuttgart. Perfekt für alle, die unsere Stadt lieben und mit Wissen glänzen möchten, nach dem eigentlich niemand gefragt hat. Heute: die frühere Moltke-Kaserne.

Die Moltke-Kaserne
Wo sich heute in Stuttgart-West der Moltkeplatz befindet, stand noch bis 1966 eine burgartige Infanteriekaserne. Diese wurde 1886 erbaut und nach dem preußischen Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke benannt. Zunächst waren in der Kaserne die Soldaten der württembergischen Armee untergebracht. Nach dem Ende der Monarchie zog dort die Polizei ein. Von 1937 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren in dem Gebäude Soldaten der Wehrmacht stationiert.

Wo Prostituierte standen

Im Krieg wurde die Kaserne kaum beschädigt. Daher nutzte man sie als Lagerraum, richtete Werkstätten ein und siedelte dort die städtische Hautklinik an. In dieser mussten sich fortan alle Prostituierten auf ihren Gesundheitszustand untersuchen lassen. Da sie sich anschließend direkt vor Ort ihre Freier suchten, galt die Gegend rund um die ehemalige Kaserne lange als Problemviertel.
 
In den 1960er-Jahren zeigten sowohl die U.S. Army als auch die Bundeswehr Interesse an dem Bauwerk. Die Stadt Stuttgart ließ die alte Kaserne jedoch noch im selben Jahrzehnt abreißen. Den dadurch frei werdenden Platz wollte man allerdings nicht nach dem Kriegshelden Moltke benennen. Stattdessen entschied man sich, einen anderen Moltke zu ehren. Der Platz wurde daher nach dem Großneffen des Feldmarschalls, Helmuth James Graf von Moltke, benannt – einem Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg.
Der Moltkeplatz heute an der Ecke Schwab- und Bebelstraße. Foto: Patrick Mikolaj
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Patrick Mikolaj

Geboren 1980 in Kirchheim unter Teck, heute Stuttgart-Fan aus tiefstem Herzen: Patrick Mikolaj hat aus einer originellen Idee ein echtes Stadtphänomen gemacht. Was der Blogger im Sommer 2012 mit dem Unnützen Stuttgartwissen begonnen hat, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Stuttgart-Projekte in den sozialen Medien. Dieser Erfolg zog weite Kreise: Seine Bücher im Lokalteil Verlag wurden zu regionalen Bestsellern. Zusammen mit Uwe Bogen und Manuel Kloker hat er zuletzt das Buch „Stuttgart – Kleine Geheimnisse einer großen Stadt“ herausgebracht. Mikolaj beschränkt sich nicht auf das geschriebene Wort, so verantwortet er mehrere erfolgreiche Stadtführungen.

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